“Das sind sehr wichtige Neuigkeiten“

Corona in Italien: Wirklich Trendwende? Todeszahlen steigen wieder

Italien kämpft seit Wochen hart gegen das Coronavirus. Strikte Ausgangssperren wurden verhängt. Das Land hat viele Corona-Tote zu beklagen. Kommt nun die Trendwende? Die aktuellen Entwicklungen im News-Ticker. 

Corona in Italien: Die Kurve flacht ab

Update vom 6. April, 7.51 Uhr: „Die Kurve beginnt abzuflachen und die Zahl der Toten fängt an zu sinken“, sagte der Direktor von Italiens Obersten Gesundheitsinstitut (ISS), Silvio Brusaferro am Sonntag. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könne über eine Lockerung der Ausgangssperren nachgedacht werden. „Das sind gute Nachrichten, aber wir sollten weiterhin auf der Hut sein“, sagte der Chef des Zivilschutzes, Angelo Borreli, Journalisten. Insgesamt starben bislang 15.887 Menschen in Italien an der vom Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19.


Rom: Ein Lkw der Polizei desinfiziert die Straßen vor dem Quirinalspalast, dem Dienstsitz des italienischen Präsidenten.

Corona in Italien - Hilfewelle rollt an

Die News vom 5. April, 20.16 Uhr: Auch Norwegen beteiligt sich an der inzwischen massiv angelaufenen Hilfewelle für das vom Coronavirus gezeichnete Italien. Gesundheitsminister Bent Hoie kündigte am Sonntag an, dass sein Land ein medizinisches Team nach Italien in Marsch setzen werde.


 „Wir haben die Infektion in Norwegen unter Kontrolle, während Italien auf dem Höhepunkt der Krise steht“, sagte Hoie. „Dies ist der richtige Moment, einem Land zu helfen, das vor riesigen Herausforderungen steht.“ Das etwa 25-köpfige Team aus Ärzten und Helfern, alles Freiwillige, soll in der Lombardei zum Einsatz kommen. Einige von ihnen haben bereits Erfahrungen beim Kampf gegen Ebola in Afrika gesammelt.

„Solidarität in Europa ist nicht nur eine theoretische Übung“, sagte Außenministerin Ine Eriksen Soreide. „Jetzt können wir zeigen, wie sie in der Praxis funktioniert.“

Norwegen hat bis Sonntag rund 5600 Corona-Infizierte registriert. Bisher starben 71 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus. 

Kanzlerin Angela Merkel berät nun mit dem Krisen-Kabinett über weitere Corona-Maßnahmen in Deutschland.*

Corona in Italien - Schimmer am Horizont

Update, 18.33 Uhr:Wieder positive Nachrichten aus Italien. Dort ist am Sonntag bereits den zweiten Tag in Folge die Zahl der an den Folgen des Coronavirus gestorbenen Menschen gesunken. Der Zivilschutz zählte 525 Todesopfer am Sonntag, nach 681 am Samstag. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten in Italien auf nunmehr 15 887, die aktuell höchste Zahl weltweit.

Die Zahl der Menschen in Italien, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben, stieg am Sonntag um rund 3,5 Prozent auf 128 948. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor, es wird allerdings mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet. Österreich hat sie schon, die Maskenpflicht. Aber kommt sie auch in Deutschland?*

Corona in Italien: Neue Hoffnung - Eine Zahl macht wieder Mut - „Atempause für Krankenhäuser“

Update, 15.50 Uhr: Die Europa-Gegner in Italien sehen sich durch die Corona-Krise offenbar im Aufwind.

Videos und Fotos, auf denen EU-Flaggen abmontiert, zerrissen oder sogar verbrannt werden, nehmen in den sozialen Medien deutlich zu. Als EU-Feind gilt nicht zuletzt Rechtspopulist Matteo Salvini.

Rechtspopulist in Italien: Matteo Salvini.

In einem Tweet sprach er von einem „Verbrechen gegen Italien“, dass die sogenannten Eurobonds abgelehnt werden. Auf Fotos in dem Tweet ist der gemäßigte Ministerpräsident Giuseppe Conte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und mit der deutschen EU-Kommissionschefin Urusla von der Leyen zu sehen.

In einem anderen Tweet griff er von der Leyen an, nie an Corona-Bonds gearbeitet zu haben - dies sei nur ein Slogan gewesen, so sein Vorwurf. Wie der Schweizer Tagesanzeiger berichtet, habe der Streit zwischen Italien und Deutschland um die Eurobonds die Zustimmung der Italiener zur Europäischen Uniion auf nur noch 35 Prozent sinken lassen.

In Tweet zu von der Leyen schreibt Salvini, dessen Partei, die rechte Lega, laut Umfragen mit 26,2 Prozent aktuell die meisten Prozentpunkte unter den Wählern auf sich vereint, weiter: „Europa ist tot, gestorben zwischen Berlin und Brüssel. Kopf hoch Italien.“ Die Rechtspopulisten versuchen die Unsicherheit der Italiener in der Corona-Krise offenbar zu ihren Gunsten zu nutzen. 

Italien in der Corona-Krise: Zahl der Coronavirus-Intensivpatienten sinkt erstmals

Update, 10.30 Uhr: Im schwer gebeutelten Italien ist in der Coronavirus-Pandemie nach und nach Hoffnung in Sicht.

Wie tagesschau.de berichtet, ist erstmals seit gut einem Monat die Zahl der Corona-Intensivpatienten gesunken. 3994 Menschen würden derzeit auf Intensivstationen behandelt, 74 weniger als am Vortag, sagte Zivilschutz-Chef Angelo Borrelli: „Das sind sehr wichtige Neuigkeiten, denn das verschafft unseren Krankenhäusern eine Atempause.“

Am Samstag hatte sich die Zahl der mit der heimtückischen Lungenkrankheit Covid-19 gestorbenen Personen um 681 Tote erhöht - auf knapp 14.700. Ende März seien dagegen noch fast tausend Tote innerhalb eines Tages registriert worden, erzählte Borrelli.

Corona-Bonds für Italien? Erste CDU-Politiker lenken ein

Update vom 5. April 2020, 10 Uhr: Italien wirbt weiter beharrlich um sogenannte Corona-Bonds. Sprich, gemeinsame europäische Kredite an den Finanzmärkten, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie irgendwie abzufedern.

Die Bundesregierung lehnt diese Maßnahme strikt ab - bislang. Mehrere CDU-Politiker können sich nun - entgegen der Parteilinie - besagte Eurobonds vorstellen: CDU-Vorstandsmitglied Elmar Brok, der Obmann der Unionsfraktion im Auswärtigen Ausschuss, Roderich Kiesewetter, und der Vizepräsident des Europaparlaments Rainer Wieland. 

CDU-Vorstandsmitglied: Elmar Brok.

Die Spitzenpolitiker der CDU sagten der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), sie könnten sich zur Bekämpfung der durch die Coronavirus-Pandemie entstandenen Krise gemeinsame EU-Anleihen vorstellen. 

Wegen der Katastrophe in Ländern wie Italien, Spanien und Frankreich seien „klar definierte und begrenzte“ europäische „Corona-Anleihen“ als Teil eines Pakets von Hilfen „unvermeidbar“, sagte Brok. „Es gibt keine nationale Lösung für ein Land, das vom Export lebt.“

Kiesewetter äußerte zwar grundsätzliche Bedenken gegen gemeinsame europäische Schulden. Er fügte aber hinzu, Italien oder Spanien müssten „jetzt Liquidität bekommen, die nicht kurzfristig mit hohen Zinsen zurückzuzahlen ist“.

Corona in Italien: „Unser Kampf gegen das Coronavirus geht unvermittelt weiter“

Update vom 4. April 2020, 21.20 Uhr: Die Zahlen der Infizierten und der Corona-Todesfälle in Italien steigen weiter. Erstmals seit neun Tagen sind in Italien innerhalb von 24 Stunden allerdings weniger als 700 Menschen an den Folgen des Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. 

„Unser Kampf gegen das Coronavirus geht unvermittelt weiter“, sagte der zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri und warnte: „Aber wir sollten vermeiden zu glauben, dass wir gewinnen, dass wir unseren Gegner in die Enge getrieben haben.“

Mailand: Ein Arbeiter in Schutzanzug reinigt den Boden auf der Piazza del Duomo.

Die Zahl der infizierten Menschen stieg auch am Samstag (wir berichteten). Allerdings wird mit einer sehr hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet. Erstmals gesunken ist jedoch die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Patienten um 74 auf 3994.

Update vom 4. April 2020, 19.25 Uhr: Die Zahl der Todesfälle in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus steigt und steigt. Aktuellen Zahlen des Katastrophenschutzministeriums zufolge gab es in Italien 681 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden. Folglich seien nun 15.362 Menschen an der Covid-19 gestorben. Auch die Zahl der neuen Infektionen stieg demzufolge um 4.805 auf insgesamt 124.632.

Corona in Italien: Roboter sollen Ärzte unterstützen

News vom 4. April:

Update vom 4. April 2020, 15.10 Uhr: Im Norden Italiens werden jetzt zur Sicherheit des medizinischen Personals Roboter in Krankenhäusern eingesetzt. Diese sollen das Pflegepersonal und Ärzte bei der Behandlung von Infizierten unterstützen und sie gleichzeitig selbst vor einer Infektion mit Covid-19 schützen. Denn bisher sindmindestens 70 italienische Ärzte und Pflegekräfte an den Folgen des Coronavirus gestorben. Hätten sie sich besser schützen können, wären sie wohl noch am Leben. Die Roboter können beispielsweise den Puls der Patienten messen, während die Ärzte diesen in einem abgetrennten Raum ablesen - ohne in die Nähe des infizierten Patienten gehen zu müssen. 

News vom 3. April:

Update um 22.20 Uhr: Innerhalb der Europäischen Union (EU) ist eine eifrige Diskussion um sogenannte Eurobonds entbrannt, mit deren Hilfe nach Vorstellungen Italiens und von Frankreich vor allem die schwer durch die Corona-Krise getroffenen Wirtschaftssysteme der südlichen Mitgliedstaaten wieder angeschoben werden sollen.

Deutschland lehnt diese Corona-Bonds bislang strikt ab, weshalb der umstrittene italienische Spitzenpolitiker und Börsenaufsichtschef Paolo Savona jetzt einen drastischen Nazi-Vergleich* gezogen hat.

Corona-Krise in Italien: Viele Ärzte und Krankenschwestern gestorben

Update um 17.08 Uhr: Im am stärksten von der Corona-Pandemie* betroffenen Land Italien spitzt sich die Lage in den Kliniken zu. Nun wurde bei Zählungen von Verbänden festgestellt, dass bereits 120 infizierte Ärzte, Schwestern und andere Mitarbeiter im medizinischen Bereich gestorben sind. 

Der Ärzteverband beklagte bislang alleine mehr als 70 verstorbene Mediziner. Über 10.000 Beschäftigte im medizinischen Sektor haben sich laut der Zeitung „La Repubblica“ seit dem Ausbruch des Coronavirus* im Februar mit Sars-CoV-2* angesteckt. Zudem sollen mehr als 20 Pflegekräfte an den Folgen des Virus gestorben sein.

Italien meldete bisher etwa 14.000 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19*, bisher sind 115.000 Infektionen im Land bekannt. Experten schätzen die tatsächliche Zahl jedoch zehnmal höher. Als Gründe für die hohen Ansteckungsraten des medizinischen Personals werden mehrere Punkte aufgelistet. Anfangs seien viele Menschen ohne einen Coronavirus-Befund in Behandlung gewesen, das Personal wusste somit nichts über das Risiko einer Übertragung. Auch fehlende Schutzausrüstung sowie Überbelastung der Ärzte und des Pflegepersonals sind ausschlaggebend.

Corona in Italien: Bekannter Gründer von Luxus-Schuhmarke verstorben 

Update um 15.05 Uhr: Nun hat das Coronavirus in Italien ein prominentes Todesopfer gefordert. Sergio Rossi, Gründer der gleichnamigen italienischen Luxus-Schuhmarke, ist im Alter von 85 Jahren an den Folgen der neuartigen Lungenerkrankung gestorben. Das teilte am Freitag die Bürgermeisterin seiner Heimatstadt San Mauro Pascoli, Luciana Garbuglia, mit. Rossi war zuvor bereits mehrere Tage im Krankenhaus in Cesena behandelt worden, wo er am Donnerstagabend schließlich verstarb.

Der italienische Modeschöpfer Sergio Rossi ist mit 85 Jahren an den Folgen von Covid-19 verstorben.

Bei Facebook schrieb Garbuglia, Rossi sei ein „großartiger Unternehmer“ gewesen, der einer Vielzahl von Bewohnern seines Geburtsortes „Arbeit gegeben“ habe. Rossi hatte die Schuhproduktion dort 1951 begonnen. Da eine Beerdigungszeremonie unter den derzeitigen Umständen nicht möglich ist, habe die Stadt einen Tag der Trauer am Sonntag verhängt, schrieb die Bürgermeisterin. Rossi hatte 1999 bereits 70 Prozent seines Unternehmens an die Gucci-Gruppe verkauft, für rund 96 Millionen Dollar. Im Jahr 2005 kaufte die Gruppe die restlichen 30 Prozent. Zehn Jahre später verkaufte Gucci die Marke weiter an den Fonds Investindustrial des Geschäftsmannes Andrea Bonomi.

Corona in Italien: Griechenland setzt Zeichen der Solidarität - Conte fordert weiter EU-Anleihen für Italien

Update vom 3. April, 13.56 Uhr: Solidarität mit den italienischen Opfern des Coronavirus zeigt aktuell Griechenland. Dort wurde auf dem Zentralgebäude des Außenministeriums in Athen und dem Parlament die italienische Flagge gehisst. Und damit nicht genug: Außerdem werde das griechische Parlament in den kommenden drei Tagen mit den Farben der italienischen Fahne, Grün-Weiß-Rot, beleuchtet sein, teilte der griechische Außenminister Niko Dendias mit. „In diesem Moment stehen wir euch bei“, erklärte Dendias beim Zeremoniell vor dem Eingang des Außenministeriums in Athen. 

Der italienische Botschafter in Athen, Efisio Luigi Marras, reagierte bereits auf die Geste aus Griechenland. „Wir werden nie diesen symbolischen Akt der Solidarität vergessen“, antwortete er. Am Abend soll die Beleuchtung des Parlaments beginnen. 

Bis Donnerstagabend gab es in Italien laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur mindestens 13.915 Tote, die mit Covid-19 infiziert waren. Und auch wirtschaftlich trifft die Corona-Krise Italien schwer. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der italienische Regierungschef Giuseppe Conte in einer Antwort an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf gemeinsame europäische Bonds im Kampf gegen die Corona-Krise beharrt. In einem Beitrag für die Zeitung La Republica forderte Conte am Freitag „europäische Wiederaufbau-Anleihen“. 

Corona in Italien: Conte fordert weiter wirtschaftliche Hilfen aus der EU - vermeidet aber den Begriff „Corona Bonds“

In dem italienischen Text benutzte der Regierungschef den englischen Ausdruck „European Recovery Bonds“, nannte jedoch nicht den Begriff „Corona-Bonds“*. Deutschland und andere nordeuropäische Länder lehnen gemeinsame Anleihen der EU bisher ab. Neben Italien plädieren Frankreich und Spanien für diese Maßnahme. 

Update vom 3. April: Experten hoffen zwar, dass Italien das „Plateau“ der Ansteckungswelle erreicht hat. Doch die vielen Corona-Toten, die das Land zu beklagen hat, bringen auch die Leichenbestatter an ihr Limit. Die Stadt Mailand hat nun am Donnerstag ihr größtes Krematorium bis Ende April geschlossen - wegen Überlastung. Dieser Schritt sei wegen der überwältigenden Zahl an Leichen, die noch nicht eingeäschert worden seien, nötig, teilte der Stadtrat mit. 

Der Stadtrat erklärte weiter: „Um Familien in dieser schwierigen Zeit zu helfen, wird es von Freitag an möglich sein, ihre Liebsten kostenlos zu begraben." Die Wartezeit im „Crematorio di Lambrate“ habe inzwischen 20 Tage erreicht - eine längere Zeit sei aufgrund „hygienisch-gesundheitlicher Probleme“ nicht verantwortbar. Unklar blieb, wie viele Leichen noch eingeäschert werden müssen.

Doch nicht nur Italien, auch Deutschland hat weiter mit dem der Corona-Krise zu kämpfen. RKI-Chef Lothar Wieler betonte auch am Freitag wieder, dass die Bundesrepublik erst am Anfang der Epidemie stehe. Und nun steigt auch hierzulande die Todesrate. Unterdessen macht eine andere Statistik aus Bayern Hoffnung. Dort erklärte Ministerpräsident Markus Söder am Freitag in einer Pressekonferenz, wie es weitergehen soll

Corona in Italien: Wieder 760 Tote an einem Tag - darunter 69 Ärzte - 10.000 Sanitäter infiziert

Update vom 2. April, 18.25 Uhr: In Italien sind innerhalb eines Tages erneut Hunderte von Corona-Patienten gestorben. Die Zahl der Menschen, die aktuell mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert sind, kletterte am Donnerstag um knapp 2500 Menschen im Vergleich zum Vortag. Doch insgesamt zeigten die Corona-Zahlen, die der Zivilschutz in Rom am Abend vorstellte, weiter eine Stabilisierung des Trends. Demnach sind dort seit Beginn der Coronawelle im Februar 13 915 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben, das waren 760  mehr als am Vortag. Insgesamt zählten die Behörden 115 242 Corona-Fälle.

Die Experten hatten zuvor gesagt, dass Italien vermutlich das „Plateau“ der Ansteckungswelle erreicht haben dürfte. Wichtig für die überlasteten Krankenhäuser ist auch, dass die Zahl der Intensivpatienten seit Tagen fast stabil ist. Auch aus der besonders hart getroffenen Lombardei meldeten die Behörden in vielen Bereichen stabile Trends. Italien hat die strengen Ausgangbeschränkungen in dieser Woche bis zum Ostermontag verlängert. Angesichts der kritischen Corona-Lage in vielen europäischen Ländern nähen sich derzeit einige Menschen selbst Schutzmasken. Eine Anleitung, wie sie einen solchen Mund- und Nasenschutz anfertigen können, finden Sie ebenfalls bei Merkur.de*.

Besondere Probleme mit dem Coronavirus hat die Türkei: Das Virus breitet sich fast ungebremst aus.*

Corona in Italien: 69 Ärzte gestorben - 10.000 Sanitäter infiziert

Update vom 2. April, 16.27 Uhr: Die Corona-Pandemie hat am 20. Februar in Italien begonnen. 69 Mediziner sind in Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte Italiens Ärztekammer am Donnerstag mit, berichtet derstandard.at und beruft sich dabei auf die Nachrichtenagentur APA. Zudem haben sich 10.000 Krankenpfleger bisher infiziert, viele von ihnen würden auf der Intensivstation liegen. Der Druck auf die Ärzte und Mitarbeiter in den Krankenhäusern ist groß.

Derweil wirft die US-Regierung China vor, die Fall- und Todeszahlen zu schönen. Vizepräsident Mike Pence meint sogar, das Ausmaß der Corona-Pandemie hätte unter anderen Umständen kleiner gehalten werden können.

Corona in Italien: Es gibt sie noch, die schönen Dinge

Update vom 2. April, 11.05 Uhr: Die schrecklichen Nachrichten aus Italien scheinen kein Ende zu nehmen. Trotz der schwierigen Lage passieren auch schöne Dinge. Es sind kleine Gesten, die einen ans Herz gehen. Es geht auch um ein bisschen Normalität in diesen Zeiten, beispielsweise den Geburtstag von Bruno zu feiern. Ein Twitter-Video aus einem italienischen Feldlazarett zeigt die Überraschungs-Party unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Ärzte und Pflegepersonal in kompletter Schutzmontur tragen feierlich einen Geburtstagskuchen zu Bruno, einem Patienten und wünschen „Tanti Auguri“ - Alles Gute zum Geburtstag.

Italien kämpft mit aller Kraft gegen das Coronavirus. Was die Bevölkerung seit Wochen durchmacht, ist wohl für Außenstehende unvorstellbar. Es gibt viele unbeantwortete Fragen. Zweifel kommen auf. Eine herzliche Botschaft twitterte Nasa-Astronautin Jessica Meir von der Internationale Raumstation ISS.

„Turin, Mailand, Verona, Padua, Venedig, Genua, Bologna, Florence - wir können sehen, dass deine Seele stark ist und immer noch hell leuchtet“, twittert Meir. Dazu postete sie ein Foto, das den Italiener Mut machen soll.

Corona in Italien: Entspannt sich die Lage?

Update vom 1. April, 19.47 Uhr: Italien hat mehr als 720 Tote innerhalb eines Tages im Zuge der Corona -Pandemie vermeldet - allerdings bleibt der Anstieg der Zahl der aktuell Infizierten stabil. Bis Mittwoch stieg die Zahl der derzeit erfassten Positiven um 2937 auf 80 572, teilte der Zivilschutz mit. Das war ein Anstieg um weniger als vier Prozent. Eingerechnet der Toten und Geheilten lag die Summe der erkannten Infektionen bei insgesamt 110.574. Es kamen 727 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 13.155. Der Druck auf die Kliniken scheint aber abzunehmen. Bei den Menschen auf der Intensivstation kamen nur 12 hinzu. 

In Großbritannien sorgt die aktuelle Krise für dramatische Zustände: Auch in England müssen Ärzte wegen des Coronavirus unmenschliche Entscheidungen treffen.*

Corona in Italien: Mafia wittert ihre Chance, warnt Experte 

Erstmeldung vom 1. April:

Rom - In Italien gilt wegen der Corona-Pandemie seit dem 9. März eine Ausgangssperre. Schulen und Universitäten sind zu. Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 zu bekämpfen, hat die Regierung alle Läden und Geschäfte geschlossen. Fabriken und Betriebe, die als nicht-lebensnotwendig eingestuft worden sind, mussten in einem zweiten Schritt schließen. Ein ganzes Land unter Quarantäne.

Jetzt hat Italien die geltenden Ausgangsbeschränkungen bis zum 13. April verlängert. Eigentlich galten die harten Beschränkungen anfangs bis zum 3. April. Die entsprechende Entscheidung habe das Kabinett nach Rücksprache mit den wissenschaftlichen Beratern getroffen, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Mittwoch (1. April) im Senat in Rom.

Corona-Krise in Italien - Wirken die Ausgangsbeschränkungen? 

Die Corona-Krise hat Italien besonders getroffen. Die Zahl der Menschen, die in Italien* positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden, liegt über 105.000. Mehr als 12.000 Menschen sind an der Lungenkrankheit Covid-19 oder an ihren Folgen bereits gestorben (Stand: 1. April). Die Trauer um die Todesopfer ist groß. Zumal über 60 Ärzte und Pflegekräfte an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus starben.

In Italien sind jedoch 15.729 Covid-19-Patienten sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums (Stand: 31. März, 18 Uhr) genesen.

In den vergangenen Tagen zeichnete sich ein Hoffnungsschimmer ab: Die Zahl der Neuinfizierten stieg nicht mehr so stark, wie in den Wochen zuvor. Laut Experten, sollte diese Entwicklung nun über eine längere Phase anhalten.

60 Millionen Italiener dürfen also weiter ihre Häuser und Wohnungen nicht mehr verlassen. Bislang hat die Bevölkerung die harten Maßnahmen ohne große Proteste im Großen und Ganzen akzeptiert. Allerdings waren zuletzt auch Stimmen aus der Politik, Medien und Wirtschaft zu hören, die nach den Plänen der Politik nach dem Ende der Beschränkungen fragten. 

Corona-Krise: Italiens Mafia wittert ihre Chance

Die Corona-Pandemie hat die italienische Wirtschaft in den Abgrund gestürzt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Viele Firmen werden demnach die Krise nicht überleben. Das organisierte Verbrechen jedoch reibt sich die Hände. „Die italienische Mafia kann Bedrohungen in Chancen verwandeln“, sagt Giuseppe Governale, Leiter der Anti-Mafia-Behörde (DIA) gegenüber AFP. Die Mafia „plant schon sorgfältig für die Zeit, in der die Wirtschaft wieder aufgebaut wird“, sagt auch Ermittler Governale. „Da wird eine Menge Geld im Umlauf sein.“ Seine Behörde arbeite bereits an einem Plan, um die Infiltration der Mafia zu verhindern. 

Coronavirus in Italien: Ein Arbeiter in einem Schutzanzug reinigt den Boden auf der Piazza des Duomo vor dem Dom in Mailand. 

Corona in Italien: Infektionsrate im Vergleich zu Deutschland 

Forscher gehen davon aus, dass in Italien die Infektionsrate mit dem neuartigen Coronavirus im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bei rund 10 Prozent läge. Das hätten Schätzungen des Imperial College in London ergeben. Die Wissenschaftler stützen sich in ihrer Analyse nur auf die Zahl der gemeldeten Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der bestätigten Infektionen gilt als weniger aussagekräftig, weil es von Land zu Land große Unterschiede in der Zahl und Art der Tests gibt. Deutschland hat demnach eine deutlich geringere Infektionsrate als andere europäische Länder. Die Forscher gehen aufgrund statistischer Berechnungen davon aus, dass in Deutschland am 28. März weniger als ein Prozent der Bevölkerung mit dem neuartigen Erreger infiziert war.

Neben Italien ist Spanien von der Corona-Pandemie* besonders betroffen. Laut den Gesundheitsbehörden scheint sich die Lage in den Krankenhäusern etwas zu entspannen. 

In Deutschland wurde die bereits geltenden Kontaktsperren* jetzt bis über Ostern verlängert. Bund und Länder hatten vor eineinhalb Wochen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ein umfassendes Kontaktverbot beschlossen.     

ml/pm/dpa/afp 

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