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Hospitalisierung und 3G-Regel

Inzidenz-Richtwert 50 verschwindet: Was der Plan für Sport, Schule, Gastro und private Treffen bedeutet

Durch den Wegfall der Inzidenz-Richtlinie wird sich für die Bevölkerung im Hinblick auf Corona-Schutzmaßnahmen einiges ändern
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Durch den Wegfall der Inzidenz-Richtlinie wird sich für die Bevölkerung im Hinblick auf Corona-Schutzmaßnahmen einiges ändern.
  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Der Inzidenzwert verliert in der Corona-Pandemie an Bedeutung. Stattdessen rückt die Hospitalisierung ins Zentrum. Was bedeutet das für das öffentliche Leben in Deutschland?

München - Der Richtwert 50 bezüglich der Inzidenz war zuletzt maßgeblich wenn es darum geht, bei steigenden Corona-Infektionszahlen den Gürtel an Schutzmaßnahmen enger zu schnallen. Das hat sich jedoch geändert. Obwohl zahlreiche Regionen wieder über die vormals kritische Grenze geklettert sind, folgen daraus noch nicht ähnlich rigide Maßnahmen wie in früheren Stadien der Pandemie. Stattdessen fällt der Inzidenzwert 50 dem Vernehmen nach aus dem deutschen Infektionsschutzgesetz (Paragraf 28a) hinaus.

Zügig soll das Gesundheitsministerium eine entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf den Weg bringen, dass vom Kabinett noch vor der Bundestagswahl* beschlossen wird. Personen, die dann gegen Corona geimpft sind oder Covid-19 bereits hinter sich haben (Genesene), sollen im Rahmen dessen ungeachtet der Inzidenz-Entwicklung keine gravierenden Einschränkungen mehr hinnehmen müssen.

Corona-Maßnahmen: Inzidenzwert fällt weg - Hospitalisierung und 3G maßgeblich

Zudem soll künftig die Zahl der Krankenhausaufnahmen (Hospitalisierungsrate) wichtigste Kennzahl bei der Ergreifung neuer Schutzmaßnahmen sein. Wie das in der Praxis aussehen soll - noch unklar. Ungeachtet der künftigen Infektionslage stellt sich die Frage, was der Wegfall der 50er-Inzidenz für das öffentliche Leben in Deutschland bedeutet? Für die Bereiche Gastronomie, Handel, Schule oder Treffen mit Familie und Freunden werden dann andere Maßstäbe und Regelungen gelten.

In der Corona-Schutzverordnung des Bundes bleibt eine Sieben-Tage-Inzidenz* von 35 die einzige Kennziffer, ab der dann die „3G-Regeln“ (geimpft, genesen oder getestet) zum Beispiel für Besuche in der Innengastronomie gelten. Wenn künftig Grenzwerte überschritten werden, drohen aller Voraussicht nach nur ungeimpften Personen gravierende Einschränkungen:

Während gegen Corona Geimpfte und davon Genesene dann kaum Einschränkungen fürchten müssen, droht nicht geimpften Menschen* schlimmstenfalls ein weiterer „Lockdown“. Kaum anders lassen sich auch die Aussagen von Gesundheitsminister Jens Spahn deuten, der kürzlich in der ARD erklärte, dass es für die beiden anderen Personengruppen keinen Lockdown mehr geben werde. „Schulen sollen gar nicht mehr schließen“, prognostizierte der Unionspolitiker zudem.

Eine Abkehr von der geltenden 3G-Regel bei Corona-Auflagen ist nach Ansicht von Markus Söder* abhängig von der Lage in den Krankenhäusern. „Erst dann, wenn es sehr ernst wird, eine Überlastung des Gesundheitssystems droht, wäre ein Wechsel zu 2G verhältnismäßig“, ließ der CSU-Chef gegenüber münchen.tv wissen.

Deutschland: Analoge und digitale Corona-Dokumente als Freifahrtschein

Das ist jedoch (noch) Zukunftsmusik. Denn künftig wird die Nachweis- und Testpflicht wohl der prägenden Faktor bei der Teilnahme am öffentlichen Leben sein. Geimpft, genesen oder getestet müssen Bürger dann sein, wenn sie sich mit anderen Menschen gemeinsam in einem Innenraum aufhalten. Das gilt dann für sportliche Betätigungen, kulturelle Veranstaltungen, oder einem Besuch von Restaurants und Bars. Demnach wäre eine der folgenden Zertifizierungen maßgeblich:

  • Gelber Impfausweis
  • Covid-Pass-App
  • Genesungsbescheinigung
  • Antigen-Schnelltest

Die Abkehr von der 50er-Inzidenz* ist der maßgebliche Schritt in diese Richtung. Stieg die Zahl der Neuinfektionen über diesen Wert, gingen damit bislang erste Corona-Einschränkungen einher. Diese betrafen die Gastronomie, private Treffen, sportliche Betätigungen, Veranstaltungen, kulturelle Unternehmungen, Schule und auch den Einzelhandel. Durch die Nachweis- und Testpflicht sollen derartige Beschränkungen der Vergangenheit angehören.

Corona-Maßnahmen: Für Einkaufen und Zugfahren sind Tests weiter nicht nötig

Mindestens bis Frühjahr 2022 unberührt bleiben von dieser Corona-Regelung die Bereiche Einkaufen, Gottesdienste, oder auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Nach wie vor soll hier eine Maskenpflicht gelten, sowie die Einhaltung des Mindestabstands. Dabei lässt sich darüber streiten, inwieweit diese Maßnahmen das Infektionsrisiko in Bahn und Zug eindämmen.

Nichtsdestotrotz steht außer Frage, dass diese Strategie bei möglichen, noch unbekannten Virusvarianten durchaus wieder hinfällig werden könnte. Geht es nach dem Wissenschaftler Sai Reddy, folgt das Schlimmste womöglich erst noch: Er malt ein düsteres Bild*, das die Delta-Variante längst nicht als Ende der Fahnenstange erachtet. (PF) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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