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Deutschland „ein einziger Ausbruch“

Spahn will Lockdown nicht mehr ausschließen und gesteht fatalen Fehler ein - RKI-Chef legt nach Wutrede nach

Das Coronavirus tobt in Deutschland. Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler warnen vor einer akuten Notlage, ein Lockdown könne nicht mehr ausgeschlossen werden. Der News-Ticker.

  • Bundesgesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler informierten am Freitag über die aktuelle Corona*-Situation (siehe Erstmeldung vom 18. November, 16.35 Uhr).
  • RKI-Chef Wieler reagierte zuvor mit deutlichen Worten und übte heftige Kritik an der Politik (siehe Erstmeldung).
  • Spahn will einen Lockdown nicht mehr ausschließen (siehe Update vom 19. November, 10.20 Uhr).

Update vom 19. November, 11 Uhr: Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Vormittag bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit RKI-Chef Lothar Wieler weiter wegen der rasanten Corona-Ausbreitung in Deutschland auf das schnelle Reduzieren von Kontakten gedrängt. „Wir sind in einer nationalen Notlage“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. „Es ist zehn nach Zwölf.“ Jetzt brauche es daher eine nationale Kraftanstrengung, um gegenzusteuern. „Allein mit Impfen, mit Boostern werden wir das Brechen der Welle, das wir kurzfristig brauchen, nicht mehr erreichen.“

Spahn verwies auf die von Bund und Ländern am Donnerstag vereinbarten einheitlichen Schwellenwerte bei der Klinikbelastung, ab denen in den Ländern schärfere Corona-Maßnahmen greifen müssen. Die vorgesehenen Schritte mit flächendeckenden Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene (2G) müssten konsequent umgesetzt und konsequent kontrolliert werden. Es gehe um einen „Lockdown für Ungeimpfte“ und deutliche Kontaktbeschränkungen.

Der Minister verwies auch auf die Notwendigkeit, Intensivpatienten in andere Kliniken zu verlegen. Hier komme man in die Situation, nicht nur innerhalb der dafür vorgesehenen fünf Regionen in Deutschland, sondern erstmals in größerem Umfang auch überregional Patienten in andere Klinken verlegen zu müssen - und möglicherweise auch ins benachbarte Ausland. Darüber gebe es jede Woche Abstimmungen zwischen Bund und Ländern.

Spahn will Lockdown nicht mehr ausschließen und gesteht fatalen Fehler ein

Update vom 19. November, 10.30 Uhr: „Das Robert Koch-Institut hat jede dieser Wellen korrekt vorausgesagt“, erklärt RKI-Chef Lothar Wieler weiter. Bereits im Juli sei durch das RKI zu Booster-Impfungen aufgerufen worden. Das RKI habe zu diesem Zeitpunkt auch empfohlen, die Bevölkerung auf den Herbst vorzubereiten. „Ich bin schon lange der Papagei. Wie oft bin ich hier gesessen und hab das immer wieder gesagt“, so Lothar Wieler weiter.

Update vom 19. November, 10.20 Uhr: Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf eine Nachfrage zu einem möglichen Lockdown wie in Österreich erklärt, könne er mittlerweile keine Maßnahmen mehr ausschließen. Es sei wichtig, dass die Länder möglichst viele Instrumente zur Verfügung gestellt bekommen würden. Es sei gut, dass beispielsweise die sächsische Landesregierung diese Möglichkeiten aktuell nutzt. Bereits am Donnerstag waren erste Details über einen Lockdown in Sachsen an die Öffentlichkeit durchgesickert. Spahn selbst gibt zu, dass er früher über die dramatische Lage in Deutschland hätte informieren müssen.

Corona in Deutschland: RKI-Chef Wieler spricht über Kliniken am Anschlag

Update vom 19. November, 10.10 Uhr: Es gehe mittlerweile nicht mehr um einzelne Ausbruchsgeschehen, ganz Deutschland sei „ein einziger Ausbruch“, erklärt RKI-Chef Lothar Wieler. Viele Kliniken seien mittlerweile am Anschlag. Nun seien auch andere Patienten gefährdet, beispielsweise Schlaganfall-Patienten. „Wir rechnen damit, dass sich das noch weiter zuspitzt“, so Lothar Wieler. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir viel Leid nicht mehr verhindern können. Wir müssen jetzt das Ruder herumreißen, wir dürfen keine Zeit verlieren“, so der RKI-Chef.

Zusätzlich zur 2G-Regel seien nun auch Kontakteinschränkungen wichtig. „Dazu gehört auch, dass wir alle unsere privaten Kontakte reduzieren“, so Wieler weiter. „Wenn Sie sich mit Risikogruppen treffen, machen Sie bitte vorher einen Selbsttest“. Dies werde auch bereits geimpften Personen geraten. „Wir dürfen die täglichen Fallzahlen nicht mehr hinnehmen“, so der RKI-Chef weiter. Täglich würden sich zehntausende Menschen in Deutschland infizieren, Hunderte von ihnen würden sterben.

Corona in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht über ernste Lage

Update vom 19. November, 10.05 Uhr: Die Lage ist ernst“, erklärt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn direkt zu Beginn der PK. So sei die Lage nun ernster als in der vergangenen Woche, es sei zehn nach 12. Die Dynamik sei weiterhin ungebrochen. „Wir sind in einer nationalen Notlage“, so Spahn weiter. Nun sei staatliches Handeln gefragt. „Ich hätte sie mir drei Wochen früher gewünscht“, beurteilt Jens Spahn die Verhandlungen im Rahmen des Corona-Gipfels am Donnerstag. Das dort beschlossene Regelwerk sei für die weitere Zeit sehr wichtig.

Bundesgesundheitsminister Spahn erklärt, dass Deutschland in ein Kleeblatt unterteilt worden sei. So würden sich mehrere Bundesländer ein Blatt des Kleeblatts symbolisch teilen. Sei in einem Bundesland ein Krankenhaus voll, würden Intensivpatienten frühzeitig in Kliniken innerhalb des Kleeblatts verteilt. Ein weiterer wichtiger Schritt sei das Boostern, rund 45.000 Arztpraxen würden sich aktuell um Auffrischungsimpfungen kümmern.

Update vom 19. November, 10 Uhr: Die Pressekonferenz in Berlin mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler beginnt.

Corona außer Kontrolle: Spahn und Wieler halten Pressekonferenz - Wutrede vom RKI-Chef

Erstmeldung vom 18. November, 16.35 Uhr: Das Coronavirus* hat Deutschland fest im Griff. Während sich die Lage immer weiter zuspitzt, beraten Bund und Länder über eine Verschärfung der Maßnahmen und neue Instrumente zur Bekämpfung der Pandemie. Ein erster Beschluss ist offenbar schon gefallen. Zudem wurde das neue Infektionsschutzgesetz der Ampel-Parteien im Bundestag verabschiedet.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* und Präsident des Robert Koch Instituts Lothar Wieler werden nun am Freitag (19. November) eine gemeinsame Pressekonferenz halten und sich zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland äußern. Die Pressekonferenz ist für 10.00 Uhr eingeplant.

Im Vorfeld der Konferenz fiel RKI-Chef Wieler mit einer regelrechten Wutrede auf. Die Lage in Deutschland ordnete er mit drastischen Worten ein und nahm zugleich die Politik ins Visier. „Es herrscht eine Notlage in unserem Land“, sagte Wieler am Mittwochabend in einer Videokonferenz mit Mitgliedern der sächsischen Landesregierung. „Wer das nicht sieht, der macht einen sehr großen Fehler,“ hieß es.

In diesem Zusammenhang warnte der RKI-Chef vor einem schlimmen Weihnachtsfest. "Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern", sagte Wieler mit Blick auf die nächsten Wochen. Er wähle hier eine "sehr klare Sprache", räumte der RKI-Chef ein. "Aber ich kann nach 21 Monaten es auch schlichtweg nicht mehr ertragen, dass es vielleicht nicht erkannt wird, was ich unter anderem sage und auch viele andere Kolleginnen und Kollegen."

RKI-Präsident Lothar Wieler fand dramatische Worte zur Corona-Situation in Deutschland.

Corona-Eskalation: RKI-Chef fordert weniger Rücksicht für Ungeimpfte - „Clubs und Bars sind Corona-Hotspots“

Wieler machte deutlich, dass die derzeitige Entwicklung mit rasant steigenden Corona-Zahlen absehbar gewesen sei. "Es war klar, dass wir mit der Impfquote, die wir haben, so hohe Inzidenzen haben werden." Er betonte mehrmals die Notwendigkeit, die Impfquote zu erhöhen. Zugleich plädierte Wieler für weniger Rücksicht gegenüber Ungeimpften.

"Wir dürfen denen, die sich nicht impfen lassen, nicht mehr die Chance geben, der Impfung zu entgehen", etwa durchs Freitesten, sagte er. "Ich bin der Ansicht, wir sollten mehr Rücksicht nehmen auf die Vernünftigen. Wie können den Nichtgeimpften nicht immer die Chance geben, dass sie mit Testung genau so ein Leben haben wie die Geimpften."

Außerdem habe die Bevölkerung zu viele Kontakte, sagte Wieler, "weil ja kontaktbeschränkende Maßnahmen nicht mehr stattfinden". Dabei hätten diese zu Beginn der Pandemie sehr gut gewirkt. Clubs und Bars bezeichnete Wieler als Corona-Hotspots und schlug drastische Maßnahmen vor. "Aus meiner Sicht müssen die geschlossen werden." (bb mit Material von dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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