Oberpfälzer in Not

Bei Lawinengefahr: Tourist verliert auf 1.600 Meter erst Weg, dann Handynetz - elf Retter unterwegs

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Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden machten sich auf die Suche nach einem erschöpften Schneeschuhgänger. 
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Allein und bei großer Lawinengefahr machte sich ein Schneeschuhgänger aus der Oberpfalz in den Berchtesgadener Alpen auf den Weg. Dann geriet der 56-Jährige in Not. 

  • Ein Schneeschuhgeher aus Bayern brach allein zu einer Tour am Jenner auf.
  • Der 56-Jährige machte sich bei großer Lawinengefahr auf den Weg.
  • Schließlich musste der völlig erschöpfte Mann einen Notruf absetzen.

Schönau am Königssee - Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden haben am ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) am Jenner in den Berchtesgadener Alpen einen erschöpftenSchneeschuhgänger (56) aus der Oberpfalz gerettet. Wie die Bergwacht mitteilt, fand der Einsatz bei großer Lawinengefahr und widrigen Wetterverhältnissen statt. 

Bei Lawinengefahr: Schneeschuhgänger aus Bayern bricht allein zu Tour auf 

Der Oberpfälzer wollte laut der Bergwacht eigentlich alleine zum Stahlhaus am Torrener Joch aufsteigen und setzte kurz nach 18.30 Uhr nur rund einen Kilometer von seinem Ziel entfernt einen Notruf ab, da er im etwa einen Meter tiefen Neuschnee am Ende seiner Kräfte war. Er glaubte, bei der sehr schlechten Sicht auch die Aufstiegsspur verloren zu haben.

Bei widrigen Bedingungen und großer Lawinengefahr suchten die Einsatzkräfte nach dem Schneeschuhgänger.

Alle elf Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden rückten wegen der großen Lawinengefahr mit kompletter Notfallausrüstung samt Lawinenrucksack aus und beurteilten im Gelände immer wieder das konkrete Risiko. Eine Gruppe fuhr so weit wie möglich mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) über die Aufstiegsroute an und ging dann zu Fuß mit Tourenskiern weiter. Die zweite Gruppe wurde vom Personal der Jennerbahn vom Mitterkaser-Joch aus mit dem Pistenwiesel in Richtung des vermuteten Einsatzraums transportiert. Zunächst wussten die  Retter nicht genau, wo sich der Mann befindet - er hatte zeitweise kein Handynetz mehr, sein Handy-Akku war schließlich in der Kälte zusammengebrochen.  

Schneeschuhgänger aus Bayern in Not - Rettungskräfte im Einsatz

Die Retter fanden dann die Spuren im Schnee und trafen in rund 1600 Metern Höhe am Hafnerkaser an den Königsbergalmen auf den 56-Jährigen. Sie wärmten den Frierenden in einem mobilen Wärme-Zelt auf und schafften es, dass er trotz des zunächst eher schlechten Zustands aus eigener Kraft bis zum ATV gehen konnte. 

Die Bergwacht fuhr den Mann ins Tal in die Bergrettungswache. Zwei Einsatzkräfte standen am Mitterkaser mit Akja und Rettungssack für einen möglichen liegenden Abtransport des Patienten bereit. Insgesamt waren elf Einsatzkräfte bis 23 Uhr gefordert. 

Weiterer Einsatz der Bergwacht: Aufwendige Rettung am Watzmann

Rund zwei Stunden später musste die Bergwacht Ramsau dann zu einem aufwendigen Einsatz am Watzmann ausrücken: Drei Münchner brachten sich dort bei Schneetreiben in Lebensgefahr. Als die Retter sie fanden, mussten sie allerdings erst einmal diskutieren. 

In Teilen der Alpen herrscht aktuell „erhebliche“ Lawinengefahr. Skifahrer sollten sehr vorsichtig sein - vor allem abseits der Pisten. In Südtirol löste sich eine Lawine und tötete eine Frau und ein siebenjähriges Mädchen

nema

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