„Nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“

Asteroid rast nur knapp an der Erde vorbei - Spekulationen um Rückkehr

Er hatte einen Durchmesser von bis zu 49 Metern und gerade deswegen waren Weltraumforscher alarmiert: Der Asteroid „2011 ES4“ raste am 1. September nur knapp an der Erde vorbei - näher als der Mond.

  • Am 1. September zischte der Asteroid „2011 ES4“ an der Erde vorbei.
  • Er kam unserem Planeten dabei näher als der Mond.
  • Die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt erlaubten sich deshalb sogar einen Witz.

Update vom 2. September 2020: Ein mehrfamilienhausgroßer Asteroid ist am Dienstag an der Erde vorbeigerast. Wer das Spektakel um 18.12 Uhr (MESZ) sehen wollte, durfte allerdings nicht zu viel erwarten: Der Asteroid mit dem Namen „2011 ES4“ war zu lichtschwach, um ihn mit bloßem Auge sehen zu können. Er soll einen geschätzten Durchmesser von 22 bis 49 Metern gehabt haben und wird den sogenannten Apollo-Asteroiden zugerechnet. Ähnliche Erdvorbeiflüge kleiner Himmelskörper fänden recht häufig statt - in diesem Jahr seien es schon rund 60 gewesen, hieß es vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Der Asteroid „2011 ES4“ dürfte noch oft an der Erde vorbeiziehen: Im Jahr 2055 soll er dem DLR zufolge wieder näher kommen und in knapp zehnfacher Mondentfernung an der Erde vorbeisausen.


Asteroid nur knapp an der Erde vorbeigerast - näher als der Mond

Meldung vom 12. August 2020:

München - Im Juli war Komet „Neowise" in aller Munde. Der Schweifstern war weltweit zu bestaunen, wobei auch das eine oder andere kuriose Foto vom Naturspektakel entstand.

Mittlerweile ist er verblasst. Während Interessierte etwa 6.800 Jahre auf die nächste Gelegenheit warten müssen, „Neowise“ wieder zu sehen, bleiben andere Weltraum-Phänomene in diesem Sommer nicht aus.

Weltraum-Phänomene 2020: Auf Komet „Neowise“ folgen Perseiden - dann kommt ein Asteroid ganz nahe

In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Beim jährlich auftretenden Meteorstrom sind bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu beobachten. Für viele Astro-Fans ein Pflicht-Highlight im Sommer.

Nun steht das nächste All-Spektakel an: Asteroid „2011 ES4" passiert am 1. September die Erde. Dabei kommt der Himmelkörper dem Erdball auffällig nahe. Indes haben Forscher eine verblüffende Entdeckung gemacht. Ein Planet leuchtet grün. Bislang kannte man das nur von der Erde.

Asteroid „2011 ES4“ rast knapp an Erde vorbei: „Nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“

„Am 1. September bitte nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“, witzelt da sogar das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Wieder einmal sause ein Mini-Asteroid ziemlich knapp an unserer Erde vorbei. Das Spektakel ereignet sich um 18.12 Uhr (MESZ). Der Asteroid ist jedoch sehr lichtschwach und mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Mit einem Teleskop ist der  Asteroid mit dem Namen „2011 ES4“ beim Vorbeiflug als Strichspur zu erkennen, wenn der Himmel nicht bedeckt ist.

„2011 ES4“ kommt unserem Planeten sogar näher als der Mond. Er nähert sich etwa auf 130.000 Kilometer. Das ist etwa ein Drittel der Distanz zwischen Erde und ihrem bekannten kosmischen Begleiter.

Asteroid kommt Erde näher als der Mond: Größe kann nur geschätzt werden - Gefahr besteht nicht

Grund zur Besorgnis besteht nicht. Der Durchmesser der Asteroiden wird auf 22 bis 49 Meter geschätzt. Da erst wenige Messungen stattgefunden haben, könne man die genaue Größe nicht bestimmen, erläutert DLR-Forscher Manfred Gaida der Deutschen Presse-Agentur. Der Asteroid wurde, wie schon sein Name verrät, 2011 entdeckt. Seit dem beobachten Wissenschaftler seinen Flug. Gerade kleine Objekte sind nach Ansicht von Experten gefährlich. Ein Asteroid von seiner Größe könnte, falls er auf die Erde trifft, einen mächtigen Schaden beim Einschlag anrichten. Eine Kollision von „2011 ES4“ mit der Erde käme demnach dem Tscheljabinsk-Ereignis gleich. Am 15. Februar 2013 war ein rund 19 Meter großer Meteor 30 Kilometer über der russischen Stadt Tscheljabinsk in der Atmosphäre zerbrochen. Die Druckwelle führte zu Gebäudeschäden, 500 Menschen wurden unter anderem durch zerberstende Glasscheiben verletzt.

„2011 ES4“ dürfte noch oft an der Erde vorbeiziehen: Im Jahr 2055 soll er dem DLR zufolge wieder näher kommen und in knapp zehnfacher Mondentfernung an der Erde vorbeisausen.

Derlei „Nahbewegungen“, wie sie nun wieder einmal geschieht, seien ein bekanntes Phänomen. Durchschnittlich passieren jährlich 2,4 Asteroiden innerhalb der Mondumlaufbahn.

Die Kollision eines Asteroiden mit der Erde ist in diesem Jahr derweil auch noch denkbar. „VP1 2018" rauscht auf unsere blaue Kugel zu und könnte sie am 2. November treffen. Er ist allerdings sehr klein, weshalb die Chancen sehr gering sind, dass er nicht einfach in der Atmosphäre verglüht.

Rubriklistenbild: © -/ESA/P.Carril/dpa

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