Amanda Knox will ihr Studium fortsetzen

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Amanda Knox auf dem Weg ins Gefängnis - für 26 Jahre.

Perugia - Die in Italien wegen Mordes zu 26 Jahren Haft verurteilte Amerikanerin Amanda Knox will ihr Studium fortsetzen.

Sie habe in Bezug auf ihr Zukunft sowohl Angst als auch Hoffnung, sagte die 22-Jährige am Sonntag acht Tagen nach der Urteilsverkündung. “Es gibt vieles, was ich nicht verstehe, aber ich muss es akzeptieren, auch wenn es mir nicht fair erscheint“, sagte sie in ihrer neun Quadratmeter großen Zelle in einem Gefängnis bei Perugia. “Ich warte und hoffe.“ Nach der Bekanntgabe des Urteils habe sie sich schrecklich gefühlt, sagte Knox bei einem Besuch von zwei italienischen Abgeordneten und Gefängnisvertretern, die von Reportern der Nachrichtenagenturen AP und ANSA begleitet wurden. “Die Wachen haben mir geholfen.“

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Obwohl sie Angst habe, vertraue sie nun auf ihre Familie, die sie zur Ruhe mahne. Zudem steht sie nach eigenen Angaben in Kontakt mit ihren Professoren. “Ich vermisse den Unterricht.“ Sie versuche herauszufinden, wie sie eine Fortsetzung des Studiums ermöglichen könne. Knox darf Briefe schreiben, hat im Gefängnis Capanne jedoch keinen Zugang zu E-Mails. Ihre Zelle teilt sie Anwälten zufolge mit einer 53-Jährigen Amerikanerin, die wegen eines Drogendelikts vier Jahre Haft absitzen muss. In der Zelle gibt es eine Dusche und eine Toilette. Journalisten durften bei dem Besuch am Sonntag keine Fragen zu dem zurückliegenden Prozess stellen. Knox war wegen Mordes und sexueller Nötigung ihrer britischen Mitbewohnerin zu 26 Jahre Haft verurteilt worden. Trotz strittiger Beweislage und Unschuldsbekundungen der Angeklagten erklärten die Geschworenen Knox und ihren früheren Freund Raffaele Sollecito für schuldig, die Britin Meredith Kercher vor zwei Jahren grausam getötet zu haben.

Sollecito muss ein 25 jährige Haftstrafe absitzen. Knox' Familie und die Anwälte Sollecitos haben angekündigt, das Urteil anzufechten. Das 21-Jährige Opfer wurde am 2. November 2007 mit aufgeschnittener Kehle aufgefunden. Ein dritter Verdächtiger, ein Mann aus der Elfenbeinküste, wurde bereits 2008 schuldig gesprochen und zu 30 Jahren Haft verurteilt. Er hatte vor Gericht ebenfalls seine Unschuld beteuert.

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