Airbus-Absturz: Ermittler fordern Konsequenzen

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Beim Absturz eines Airbus A330-200 am Pfingstmontag, kamen 228 Menschen ums Leben.

Paris - Der rätselhafte Absturz eines Airbusses über dem Atlantik mit 228 Menschen an Bord hat eklatante Schwächen in der Flugsicherheit aufgedeckt.

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Ein halbes Jahr nach dem Unglück fordern die französischen Ermittler als Konsequenz neue Zulassungskriterien für Langstreckenjets, bessere Flugdaten-Sicherung und Studien zur Wolkenbildung in großer Flughöhe. Um den Absturz doch noch aufzuklären, soll im Februar 2010 die Suche nach dem Wrack des A330 im Mittelatlantik wieder aufgenommen werden. Das teilte das französische Amt für Unfallanalyse BEA am Donnerstag in Paris mit.

Der Airbus war auf dem Nachtflug von Rio nach Paris in einem Unwetter abgestürzt. Automatische Wartungsmeldungen zeigen, dass zuvor der Autopilot, der Geschwindigkeitsregler und andere Systeme ausgefallen waren. “Praktisch alle Meldungen hängen mit den Fehlern der Geschwindigkeitsmessung zusammen“, erklärt das BEA. Die Ermittler nehmen daher die Pitot-Tempomesser in den Fokus. Sie betonen jedoch, es sei “immer noch nicht möglich, die Ursachen und Umstände des Unglücks zu verstehen“. Der Ausfall der Pitot-Sonden sei “eines der Elemente einer Reihe von Ereignissen“, die zum Unglück geführt hätten. Es könne den Absturz “jedoch alleine nicht erklären“.

Bilder: Air-France-Flug 447 wird vermisst

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Zur Klärung des Unglücks müssten die Flugschreiber ausgewertet oder zumindest das Wrack untersucht werden, meint das BEA. Doch beide ruhen auf dem zerklüfteten Meeresgrund. Deshalb soll eine neue Suche beginnen. Es war schwer, das Gebiet abzugrenzen, weil das Flugzeug wegen Pannen bei der Kommunikation der Flugüberwachung Brasiliens und Senegals sieben Stunden lang nicht vermisst wurde. “Insgesamt wurden über 1000 Wrackteile und die Leichen von 50 Personen gefunden“, schreibt das BEA in seinem Zwischenbericht.

“Die Untersuchung der Trümmerteile zeigt, dass das Flugzeug heftig auf die Wasseroberfläche aufgeschlagen ist, mit einer leicht nach vorne hochgezogenen Lage und ohne Neigung.“ Der Jet war dabei noch intakt. Um Licht in den rätselhaften Absturz zu bringen, untersuchte das BEA 13 andere Vorfälle bei fünf Fluggesellschaften, bei denen die Pitot-Sonden einer A330/A340 versagt hatten. Jedes Mal flog die Maschine durch instabile Luftmassen und der Autopilot fiel aus.

Doch in allen Fällen funktionierten die Pitot-Sonden spätestens nach drei Minuten und 20 Sekunden wieder. Die Maschinen blieben stets in ihrem Fluggebiet. “Die Höhenschwankungen ohne Steuerung blieben in einem Intervall von mehr oder weniger tausend Fuß“ (300 Meter), hieß es. Der Pitot-Ausfall wurde meist nicht als schwerwiegend bewertet.

Airbus, Air France und die Aufsichtsbehörden haben zwar auf die Pitot-Probleme reagiert und bestimmte Modelle praktisch aus dem Verkehr gezogen. Dem BEA reicht das aber nicht. Alle zertifizierten Sondentypen waren besser als eigentlich von Amts wegen gefordert. Das BEA stellt daher die Zulassung infrage. Die Tests “scheinen den Flügen in großer Höhe nicht angemessen zu sein“, heißt es. Die “Kriterien der Zertifizierung“ müssten geändert werden. “Die Größe der Eiskristalle in Wolkenmassen“ könne die Sonden stören, sei aber “nicht ausreichend bekannt“. Deshalb müsse die Zusammensetzung der Wolken in großer Höhe genauer erforscht werden.

Als zweite Konsequenz aus dem Absturz fordert das BEA eine bessere Flugdatensicherung. Die Flugschreiber müssten 90 statt 30 Tage lang Ortungssignale senden. Die Flugzeuge müssten zusätzliche Sender für ihre Ortung erhalten. Außerdem sollte geprüft werden, Basisdaten wie Flughöhe, Position und Geschwindigkeit automatisch regelmäßig über Satellit zu übermitteln. Airbus arbeitet an einem solchen Projekt.

dpa

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