Afghanistan: Ermittlungen gegen Soldaten eingestellt

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Deutsche Soldaten der schnellen Eingreiftruppe üben für den schweren Feuerkampf. (Symbolbild)

Potsdam - Rund eine Woche nach der Erschießung eines Jugendlichen durch die Bundeswehr in Afghanistan sieht die Staatsanwaltschaft keinen Anlass für ein Ermittlungsverfahren.

Der Sachverhalt werde weiter geprüft, derzeit gebe es aber keine Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam am Montag auf Anfrage.

Der Jugendliche war vor rund einer Woche in der Nähe des deutschen Feldlagers Kundus erschossen worden. Er hatte nach Bundeswehrangaben in einem Kleinlaster gesessen, der trotz Warnschüssen auf eine deutsche Stellung nahe der nordafghanischen Stadt zugerast war. Daraufhin hätten die Soldaten gezielt auf das Fahrzeug geschossen, um es zum Stehen zu bringen. Dabei seien der Jugendliche getötet und zwei weitere Insassen schwer verletzt worden. Das Verteidigungsministerium rechtfertigte die Schüsse mit den Einsatzregeln.

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Deutsche Soldaten sollen drei Zivilisten getötet haben

Die Staatsanwaltschaft Potsdam ist grundsätzlich zuständig, wenn die Bundeswehr einen möglicherweise strafrechtlich relevanten Vorgang im Ausland meldet. Bestätigt sich ein Anfangsverdacht, leitet sie den Fall an die örtlich zuständige Staatsanwaltschaft weiter - je nachdem, woher der beschuldigte Soldat stammt.

dpa

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