Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Film-Review

„Diese sche*ß Disney-Filme“ - Mit einem Film wie „Fresh“ hätte ich auf Disney+ nie gerechnet

Links ist der Märchenprinz aus dem Disney-Klassiker Dornröschen zu sehen und rechts Bösewicht Steve aus „Fresh“.
+
Düstere Aussichten.

Einen Disney-kritischen Film erwartet man nicht unbedingt auf Disney+, oder?

Hast du früher auch zu viel Disney geguckt? Die Leute dort sind verantwortlich für die schönsten und kreativsten Geschichten meiner Kindheit. Ich weiß nicht, wie oft ich mir Dornröschen oder Mulan angeschaut habe und noch heute sehe ich mir diese Filmklassiker tatsächlich gerne an. Als ich gestern so durch die Streamingplattform Disney+ gescrollt habe, ist mir der Film Fresh ins Auge gesprungen. Ohne mir wirklich durchzulesen, worum es geht, habe ich angefangen, den Film zu schauen und meine Emotionen haben währenddessen eine komplette Achterbahnfahrt durchgemacht. Denn Fresh ist wirklich nicht das, was man erwartet. Wirklich nicht ...

Falls du jetzt Bock auf den Film bekommen hast, kannst du ihn dir seit dem 15.04.2022 direkt auf Disney+ ansehen! Für alle anderen gilt ab hier Spoiler-Alarm!

Disney + über das aktuelle Dating-Leben einer Single-Frau

Protagonistin Noa (Daisy Edgar-Jones) ist eine in New York lebende Endzwanzigerin, die bis dato kein wirklich einfaches Leben hatte. Keine klassische Disney-Prinzessin also. Ihr Vater ist tot und mit ihrer Mutter hat sie keinen Kontakt. Auch so wirkt sie etwas verloren in der Welt und weiß nicht so recht, wohin mit sich. Einziger Lichtblick: Ihre beste Freundin Mollie (Jojo T. Gibbs), die ihr stets zur Seite steht. Der Film beginnt mit einem Date und zwar mit einem so richtig miesen. Stell dir einen Kerl vor, der dich schon von Anfang an darum bittet, Bargeld mitzunehmen. Ein städtischer Hipster-Typ, der versucht, besonders schlau, reflektiert und kreativ rüberzukommen und anhand von Noa feststellt, dass „die Frauen in der Generation unserer Eltern sich mehr um ihr Äußeres gekümmert haben“. Nachdem sie die Rechnung teilen und das Lokal verlassen, denkt er tatsächlich trotzdem, dass direkt etwas mehr laufen könnte. Noa verzichtet und kassiert statt erwachsenem Verständnis noch eine Beleidigung als „Schl*mpe“. Es wird also klar: Das Dating-Leben läuft bei Noa auch nicht ganz rund. Diese Phase kenne ich. Du wahrscheinlich auch.

Der neue Anti-Prinz von Disney+ heißt „Steve“

Noa ist verzweifelt und lässt sich beim Sport von ihrer Freundin Mollie aufbauen. Ihrer Meinung nach liegt diese Traurigkeit über das Alleinsein nur an der „Art und Weise, wie wir aufgewachsen sind, mit diesen sche*ß Disney Filmen“ und an dem Bild von Glück und Erfüllung, welches diese uns vermittelt haben. „Fi*k dich, Arielle!“ ist Noas Antwort darauf. Doch dann die große Wendung à la romantische Komödie. Noa trifft (nicht online) im Supermarkt auf den attraktiven Arzt Steve (Sebastian Stan) und kommt mit ihm am Gemüsestand ins Gespräch.

Noa und Steve.


Er macht ein paar unbeholfene Witze und bekommt sie dazu, ihm ihre Nummer zu geben. Ihrer besten Freundin berichtet sie daraufhin, dass sie davon überzeugt war, dass „man Leute nicht mehr im realen Leben kennenlernt“. Umso schöner, dass sie und Steve sich doch gefunden haben. Die beiden treffen sich, verstehen sich blendend und scheinen sich ineinander zu verlieben. Eine typische Lovestory. Prinzessin trifft auf Prinz, der sie aus ihrer tristen Situation befreit. Der Höhepunkt soll ein gemeinsames Wochenende sein. Voller Hoffnung sagt Noa natürlich zu.

„Fresh“ auf Disney+, wow! Einfach nur wow!

Warnung: Der nächste Teil des Films enthält Gewalt gegen Frauen und Kannibalismus.

Spätestens als Noa und Steve spontan doch nochmal zu Steve müssen, der komischerweise sehr weit außerhalb ohne Empfang lebt, hat es langsam bei mir gedämmert. Steve ist nicht der, für den du ihn vielleicht anfangs hältst. Er ist vieles, aber ganz sicher nicht der Märchenprinz. Und dann passiert es! Noa wird unter Drogen gesetzt und gefangen gehalten. Steve ist nämlich ein Menschenfleisch-Händler und da das Fleisch von jungen Frauen sich am besten verkaufen lässt, hat er gleich mehrere weibliche Opfer in einer Art Luxus-Gefängnis gesteckt.

Es folgen einige sehr makabere Szenen, in denen unser Kannibalen-Prinz gut gelaunt, mit lockerer Tanzmusik untermalt, ein Frauen-Bein zurechtschneidet und die Fleischklumpen sorgfältig verpackt an seine reichen, Menschenfleisch essenden Kunden verschickt. Natürlich versucht unsere Noa zu fliehen. Sie scheitert und zur Strafe entfernt er Teile ihres Gesäßes.

Während Freundin Mollie Verdacht schöpft und sich langsam auf die Suche macht, scheint sich Steve aber irgendwie doch in die danach scheinbar gehorsame Noa zu verlieben. Du darfst nämlich nicht vergessen: Er gehört ja auch zu der von Disney versauten Generation und hofft auf ein Happy Ending mit einer Verbündeten. Noa kann ihn nämlich davon überzeugen, dass sie auch auf den Geschmack gekommen ist und anstatt Tierfleisch lieber Menschenfleisch essen will.

Am Ende schaffen sie und Mollie, die im Laufe ihrer Fahndung auch von Steve gefangen genommen wurde, zu fliehen und diesen und seine Ehefrau zu überwältigen. Die war, wie man wegen eines fehlenden Beins vermuten kann, wahrscheinlich auch eines seiner ehemaligen Opfer, in das er sich verliebt hatte. Trotz Eifersucht steckt sie irgendwie unter einer Decke mit ihm. Leider wurde sie aber nicht genug bespielt, um ihre Rolle so richtig zu verstehen.

Fazit: Was zum Teufel habe ich mir da gerade angeschaut?!

Meinen Disney+-Account habe ich mir eigentlich eingerichtet, um hin und wieder mal in Erinnerungen zu schwelgen und mich der Nostalgie hinzugeben, wenn erwachsen sein mal wieder zu anstrengend wird. Dass ich ausgerechnet hier über einen Ekel-Schocker wie Fresh stolpern würde, hätte ich nicht erwartet.

Wenn du (wie ich) auf Horror-Filme stehst, dann freut es dich vielleicht, dass Disney+ auch dieses Genre zu bedienen scheint. Klar, der Film ist von seiner Struktur her nicht unbedingt originell und bei Weitem nicht der beste seines Genres. Dennoch finde ich es stark, dass man hier deutlich betont, dass eben nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist und man nicht voreilig handeln sollte, wenn man jemanden kennenlernt, nur um eben nicht mehr allein zu sein. Gute, kurzweilige Unterhaltung dank der zynischen Darstellung von Liebe und Gewalt, aber nichts für schwache Nerven.

Wie hat dir dieser Film gefallen? Stehst du eher auf die klassischen Disney-Märchen, oder fandest du diese makabere Gegendarstellung doch ganz cool? Schreib es gerne in die Kommentare. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat und du auf andere Gedanken kommen willst, dann sieh dir doch diese 15 süßen Disney-Sidekicks, die jedem Hauptcharakter die Show stehlen, an.

Kommentare