Nach letzten Plätzen 2015 und 2016

Fünf Kandidaten, zwei Lieder: Der Modus beim ESC-Vorentscheid 2016

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Am 13. Mai steigt in Kiew der Eurovision Song Contest 2017.

München - Wer vertritt Deutschland in diesem Jahr beim Eurovision Song Contest? Die Frage ist fast ebenso spannend wie die, ob uns in Kiew erneut ein Debakel bevorsteht.

Hat schon jemand von Axel Feige gehört? Von Felicia Lu Kürbiß, Helene Nissen, Yosefin Buohler oder Isabella "Levina" Lueen? Vermutlich kennt neben Familie und Freunden kaum jemand die Namen dieser jungen Sänger. Mit dem deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) soll sich das ändern - am Donnerstag wird sich entscheiden, wer von diesen fünf Deutschland im Mai beim ESC-Finale in Kiew vertritt.

Für Freunde von Häme bot auch das Vorspiel zum in Köln stattfindenden diesjährigen Vorentscheid Nahrung. Nach dem Verzicht von Gewinner Andreas Kümmert 2015 und dem Rauswurf von Xavier Naidoo als eigentlich gesetzter Starter für den ESC 2016 gibt es in diesem Jahr wieder einen kleinen Skandal. Der für den Vorentscheid gesetzte Sänger Wilhelm "Sadi" Richter schmiss hin, weil er Ärger mit der Justiz hat.

Viel Pessimismus in der ESC-Fangemeinde

Sind nun aller schlechten Dinge drei? In den beiden Vorjahren landete Deutschland nach dem Chaos im Vorfeld im Finale auf peinlichen letzten Plätzen. In der deutschen ESC-Fangemeinde ist in den Beiträgen im Internet viel Pessimismus zu spüren. Die verbliebenen optimistischen Fans nähren ihre Zuversicht aus dem geänderten Modus des Vorentscheids. Der federführende Norddeutsche Rundfunk wählte ein Castingformat, das sich an die Show "Unser Star für Oslo" anlehnt.

Aus dieser war Lena Meyer-Landrut als Siegerin hervor gegangen - die ESC-Gewinnerin von 2010 ist nun als Jurorin an der Seite von Tim Bendzko und Florian Silbereisen wieder mit dabei. Indirekt mischt auch Stefan Raab wieder mit, seine Firma gehört zu den Produzenten des Vorentscheids. Auch das befeuert die Optimisten, hatte Raab seine Hände im Spiel, gab es beim weltweit am meisten beachteten Musikwettbewerb immer ein gutes deutsches Abschneiden.

Fünf Kandidaten aus 2000 Bewerbern

2000 Bewerber meldeten sich ursprünglich, Experten filterten daraus die fünf Kandidaten für Donnerstagabend. Bei der Liedauswahl lief die Vorauswahl noch rigoroser - es gibt nur zwei als deutscher Beitrag in Frage kommende Lieder.

"Perfect Life" heißt das von einem US-Songwritertrio geschriebene eine Lied. Der zweite Song "Wildfire" stammt ebenfalls aus der Feder eines Produzententrios, das seine Wurzeln in Norwegen, Schottland und den USA hat. Dass Deutschland nach Roger Ciceros "Frauen regier'n die Welt" nach zehn Jahren wieder mit einem deutschsprachigen Lied antreten könnte, ist nicht vorgesehen.

Erst fliegen die Kandidaten, dann die Lieder

Über vier Runden geht die live im Ersten ausgestrahlte Show. Das Prozedere der Auswahl wirkt etwas kompliziert: In den ersten drei Runden verabschieden sich nach und nach die Kandidaten, ab der dritten Runde könnte auch schon eines der Lieder rausfliegen.

Für die finale vierte Runde gibt es laut ARD drei mögliche Konstellationen: Entweder steht der deutsche Starter schon fest, dann singt dieser zwei Songs, von denen das Publikum das Startlied auswählt. Oder zwei Kandidaten singen zwei verschiedene Songs. Oder zwei Kandidaten singen denselben Song.

Am Ende der dreistündigen Show wird dann feststehen, wer am 13. Mai in Kiew für Deutschland singen darf und welcher bisher noch unbekannter Künstler dann auf eine Karriere wie Lena Meyer-Landrut zu hoffen beginnen darf. ARD-Programmdirektor Volker Herres erklärte im Vorfeld schon: "'Unser Song 2017' hat alle Zutaten, damit Deutschland eine Chance auf eine Top-Ten-Platzierung beim ESC erhält". Von einem Platz unter den besten zehn träumten die ARD-Verantwortlichen allerdings auch in den beiden vergangenen Jahren - mit dem bekannten peinlichen Ausgang.

afp

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