Starts bei den Privaten

Vier neue Serien auf RTL und Sat.1 am Donnerstag

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Die Schauspieler Bert Tischendorf und Inez Björg David posieren bei der Preview der neuen RTL-Serie "Doc meets Dorf" am 07.08.2013 in Berlin

Berlin - Tage gibt's: Manchmal passiert im Fernsehen nichts, Wiederholungen gähnen dem Publikum entgegen, und dann wieder das pralle Programm - wie zum Beispiel an diesem Donnerstag mit vier neuen Serien.

RTL und Sat.1 sind die stärksten Privatsender Deutschlands. Diese Parameter haben sich trotz ständig leicht rückläufiger Marktanteile seit den 90er Jahren nicht verändert. Im Grunde hat jeder dieser beiden Kanäle sich sein Nest gemacht. Man kennt seine Schwächen und Stärken, geht dem ärgsten Konkurrenten aus dem Weg und stellt seine Programme zusammen, ohne der anderen Krähe gleich beide Augen wegzuhacken.

Aber nun erlebt das deutsche TV-Publikum einen Rückfall in die Steinzeit des Privatfernsehens: An diesem Donnerstag startet RTL gleich drei neue Serien hintereinander, Sat.1 legt auch mit einer neuen los, die ab 21.15 Uhr parallel zu zwei der RTL-Neuproduktionen läuft. Serien haben, im Privatfernsehen produziert, eh schon einen schweren Stand, weil sie schon lange nicht auf breite Resonanz wie einst „Der Bergdoktor“ oder „Ein Schloß am Wörthersee“ treffen.

Was passiert jetzt genau? RTL zeigt um 20.15 Uhr zunächst eine Brutto-Stunde lang die Serie „Doc Meets Dorf“ mit Inez Bjørg David als Ärztin, die nach einem Karriere-Crash in einem brandenburgischen Kaff landet. So weit so gut. Um 21.15 Uhr läuft die Comedyserie „Christine. Perfekt war gestern“ mit Diana Amft („Doctor's Diary“) an. Es geht um eine Single-Mutter, die ihr Leben umkrempeln muss. Danach um 21.45 Uhr heißt es acht Wochen lang „Sekretärinnen - Überleben von 9 bis 5“.

Sat.1 setzt gegen „Christine. Perfekt war gestern“ und „Sekretärinnen - Überleben von 9 bis 5“ ab 21.15 Uhr die neue Action-Krimiserie „Crossing Lines“ - eine internationale Koproduktion mit einem Budget von 30 Millionen Dollar, an dessen Finanzierung der Münchner Privatsender nicht unmaßgeblich beteiligt ist. In den USA lief die Serie mit nicht sehr berauschenden Quoten an. Sollte auch in Deutschland die Tendenz nach unten gehen, würde die Entwicklung ein schlechtes Licht auf die geplante Fortsetzung werfen.

Aber damit nicht genug: Auch ProSieben mischt am Donnerstag noch kräftig mit, denn der Sat.1-Schwestersender startet um 20.15 Uhr die fünfteilige Trashshow-Reihe „Reality Queens“, die bis 22.30 Uhr läuft. Zwölf als prominent angekündigte Zeitgenossinnen, von denen Nackt-Model Micaela Schäfer schon die bekannteste ist, werden sich in Tansania auf Safari begeben und dort die Wege unschuldiger Einheimischer wie Schlangen, Löwen und Zebras kreuzen. Auch mit dieser Bissattacke aus der eigenen Familie muss Sat.1 leben.

Für die beteiligten Sender ist die Kollision der Serien nicht besonders schlimm - sagen sie. „Dass zum Seasonstart neue Programme gleichzeitig laufen, ist nicht zu vermeiden und gehört zum Geschäft“, sagte RTL-Fictionchefin Barbara Thielen auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. „Außerdem handelt es sich in diesem Fall um komplett unterschiedliche Programmfarben.“ Aber mussten unbedingt gleich drei neue Serien hintereinander starten? „Die drei Serien funktionieren so gut zusammen, dass man sie am Stück schauen möchte“, so Thielen. Ein „richtiger Mädelsabend“ sei es.

Sat.1 will sich offiziell zu der Kontraprogrammierung nicht äußern. Sender-Insider verweisen aber darauf, dass Sat.1 als erster den Starttermin am 22. August im Auge gehabt habe, dann erst sei RTL auf die Idee gekommen, denselben Tag als Massenstart anzupeilen. Außerdem laufe schon seit langem erfolgreich internationales Krimiprogramm am Donnerstag auf Sat.1 und zeitgleich eine deutsche Serie bei RTL - Publikum sei genug da.

Weitere Aspekte könnten einen guten Serienstart verhindern. Denn in einigen Bundesländern - zum Beispiel im bevölkerungsreichsten, in Nordrhein-Westfalen, und Bayern - sind noch Schulferien. Der absoluten Zuschauerzahl sind schon allein deswegen Grenzen gesetzt. Und die öffentlich-rechtliche Konkurrenz muss auch noch geknackt werden: Die ARD sendet eine Wiederholung der „Mordkommission Istanbul“ und das ZDF den Show-Dauerbrenner „Rette die Million!“

dpa

 

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