Verona eine mordende Gräfin im Rollstuhl?

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Filmszene mit Verona Pooth aus "Rosenheim Cops"

Amerang - Was haben Django Asül, Christian Tramitz, Franz Xaver Kroetz und Verona Pooth gemeinsam?  Sie standen (oder stehen) unter Mordverdacht - in der ZDF-Serie "Rosenheim-Cops".

Der Krimi-Dauerbrenner, seit 2002 fester Bestandteil des Dienstagabend-Programms, ist weiter ein Quotenrenner. Nun ist das erste kleine Jubiläum fällig: Derzeit wird bereits die zehnte Staffel gedreht.

Verona Pooth bei den Drehabeiten zu "Rosenheim Cops"

Als Episoden-Star heute Nachmittag in Amerang dabei: Werbe-Ikone Verona Pooth ("Da werden Sie geholfen!") als Gräfin im Rollstuhl.

Schon seit neun Jahren ermitteln die "Rosenheim-Cops" zur besten Sendezeit im Fernsehen - und ein Ende der Erfolgsserie ist nicht in Sicht. Darüber freuen sich nicht nur das ZDF und die Münchner Bavaria Film GmbH, die im Auftrag des Senders produziert, sondern auch Rosenheim und Umgebung. Denn der Krimi setzt die Reize der Stadt und die Schönheit der Landschaft effektvoll in Szene. So wird jede Folge zu einem bundesweiten Werbespot, der Touristen in die Region bringt.

Vier Millionen sahen "Mordsfantasien"

Bei der Episode "Mordsfantasien" schauten vor einer Woche wieder vier Millionen "Cop-Fans" zu. Eine bemerkenswerte Zahl, schließlich handelte es sich bei "Mordsfantasien" - der 107. von bisher 187 ausgestrahlten Folgen - nur um eine Wiederholung. Hintergrund: Das ZDF hatte den quotenschwachen Dreiteiler "Windstärke 9" abgesetzt und stattdessen alte "Cops"-Folgen aus der siebten Staffel gesendet.

Ab September geht es mit neuen Episoden weiter. Gedreht wird die zehnte Staffel derzeit in und um Rosenheim - unter anderem mit Verona Pooth, die vielen eher unter ihrem Geburtsnamen Verona Feldbusch ein Begriff ist. Noch wird die Ex-"Miss Germany" im Internet-Lexikon Wikipedia als Entertainerin und Unternehmerin geführt, aber das soll sich nun ändern. Die Rolle bei den "Rosenheim-Cops" soll der Schauspielerkarriere der gebürtigen Bolivianerin auf die Sprünge helfen.

Verona Pooth - Werbe-Ikone und Party-Star

"Wir versuchen immer, unseren Zuschauern zum Start einer Staffel etwas Besonderes zu bieten", sagt Alexander Ollig, Produzent bei der Bavaria Film, zum Engagement Pooths. "Ich spiele eine Gräfin, die nach einem Reitunfall an den Rollstuhl gefesselt ist und unter Mordverdacht gerät", verriet die 42-Jährige gestern während einer Drehpause in Amerang. "Uns allen - auch Verona Pooth - war dabei wichtig, dass es eine Rolle ist, die man nicht von ihr erwartet, in der man sie als Schauspielerin von einer anderen Seite kennen lernen wird", ergänzte Produzent Ollig.

In der Folge "Die kalte Gräfin" wird die herrische Gräfin Elenor von Falkenberg erstochen. Doch weder ihr Butler Arthur (Wilfried Klaus), der sie tot aufgefunden hat, noch die Schwester des Opfers, Lucia von Falkenberg (Pooth), sind über die grausame Tat sonderlich erschüttert. Sie alle stehen ganz oben auf der Liste der Tatverdächtigen der Fernseh-Kommissare Korbinian Hofer und Sven Hansen, erneut gespielt von Joseph Hannesschläger und Igor Jevtic.

Der Urbayer und der Frauenschwarm

"Verona kommt sehr gut vorbereitet ans Set. Sie ist ein Profi und genau so arbeitet sie mit den Schauspieler-Kollegen zusammen", lobte bereits Joseph Hannesschläger (47). Der Münchner ist der Mann der ersten Stunde im Team der "Rosenheim-Cops". Seit 2002 verkörpert er den Kriminalhauptkommissar Korbinian Hofer, ein tief in seiner Heimat verwurzelter Urbayer und schweigsamer Grübler, der nebenbei einen Bauernhof betreibt und die Fälle am liebsten aus dem Bauchgefühl heraus oder auf dem Traktor löst.

Seine Partner wechselten, doch stets war es ein elegant gekleideter Frauenschwarm, der von jenseits des Weißwurstäquators nach Rosenheim kam - als Kontrastfigur zu Hofer, die für Spannung und Reibereien sorgt.

Auf Ulrich Satori (dargestellt von Markus Böker) folgten erst Christian Lind (Tom Mikulla) und dann Sven Hansen (Igor Jevtic). Ab und zu wird Hofer vom Münchner Kriminaler Florian Prantl (Andreas Giebel, bekannt aus "Funkstreife Isar 12") vertreten. Von Beginn an dabei ist auch Max Müller in der Rolle des Polizeiobermeisters Michael Mohr.

Seit 2001 wird die Krimi-Serie ausschließlich in Südbayern gedreht - vor allem in Rosenheim, München, im Chiemgau und im Fünfseenland südwestlich Münchens.

"Großkopferte" und "Zuagroaste"

Rosenheim und der Chiemgau als Freizeitparadies, Milchviehstandort und Kultur-Hochburg, wo es Geld und Neid, "Großkopferte" und "Zuagroaste", Luxusvillen und Traumhotels im Überfluss gibt - gern wird bei den "Rosenheim Cops" mit diesen oberbayerischen Themen und Klischees gespielt, wie schon die Episodentitel verraten. Folgen wie "Das Geheimnis vom Chiemsee", "Die sündige Sennerin", "Mord in Kolbermoor", "Die Zocker von Rosenheim", "Der Preußenschreck", "Die letzte Weißwurst", "Tod eines Lüftlmalers" oder "Kuhgebrüll als Alibi" sorgten für hohe Einschaltquoten und ließen Skeptiker, die den Fernsehkommissaren eine kurze Karriere vorausgesagt hatten, rasch verstummen.

Ludwig Simeth/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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