Angelinas TV-Rettung aus der Müll-Hölle

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RTL-Moderatorin Tine Wittler (38)

Rosenheim - Der Fall geht zu Herzen und jetzt kennt ihn ganz Deutschland: Montagabend rettete RTL-Moderatorin Tine Wittler die Rosenheimerin Angelina S. aus ihrer Messie-Hölle.

Videos zum Fall:

> RTL in Angelinas Müllhaus (Kurz-Clip)

> Komplette RTL-Folge "Das Müllhaus"

Sie ist so lieb, so sympathisch, so normal, als sie dem RTL-Kamerateam die Tür zur ihrem Haus irgendwo im Landkreis Rosenheim öffnet. 150 Quadratmeter bewohnt Angelina S. (46) alleine. Voll ist es in ihrem Haus trotzdem. Die Steuerfachangestellte ist ein Messie. Seit etwa 20 Jahren hat sie nichts, aber auch gar nichts mehr weggeworfen. In ihren vier Wänden türmen sich vergammelte Lebensmittel, Altpapier, Plastiktaschen, leere Konservendose, Altkleidung, menschliche Haare - kurz alles, was  bei anderen als Müll aussortiert wird. Zwischen den Bergen aus Krimskrams und Unrat gibt es schmale Geh-Wege, auf denen sich Angelina fortbewegt.

"Wegwerfen ist wie einen Menschen verlieren"

Der 46-Jährigen ist bewusst, dass ihre "Sammelwut", wie sie es nennt, nicht in normalen Bahnen verläuft. "Für mich ist wegwerfen wie einen geliebten Menschen verlieren", sagt sie. Mit dem Verlust eines geliebten Menschen fing bei der Steuerfachangestellten das Messie-Syndrom an. Angelinas Mutter starb an Krebs. "Da war ich gerade im sechsten Monat schwanger. Ich hätte meine Mutter so gebraucht", sagt die blonde Frau. Fortan wollte sie nie wieder etwas verlieren.

TV-Info:

EINSATZ IN 4 WÄNDEN - SPEZIAL, montags,  20:15 Uhr, auf RTL

Was Sachen betrifft, konnte Angelina diesen Vorsatz einhalten. Was Menschen und Lebensqualität angeht nicht. Nach und nach verlor sie durch das Sammlen alles, woran ihr etwas gelegen hatte: ihren Ehemann, ihre älteste Tochter, dann die jüngste Tochter Alexandra, ihr komplettes Sozialleben. Was Angelina blieben, waren Einsamkeit und Microwellen-Essen. Tochter Alexandra S. (19): "Irgendwann wurde mir klar, dass es bei uns daheim nicht einfach nur ein bisschen unordentlich ist." Der Teenager versucht, mit der Mutter aufzuräumen - und kapituliert schließlich. Alexandra flüchtet zu ihrer älteren Schwester. Der Kontakt zur Mutter bricht lange ab.

Schließlich - so berichtet es der TV-Sender RTL in seiner Sendung "Einsatz in vier Wänden - Special: Das Müllhaus" - habe sich Angelina S. in ihrer Not bei Tine Wittler beworben. Die Moderatorin (38), bekannt für ihre Wohn- und Deko-Shows, sollte Angelinas Haus wieder wohnlich machen.

Und so rückt Tine samt Entrümplungs-, Kamera- und Dekoteam dann bei Angelina an. Tüchtig wie gewohnt wird Angelinas  "Schimmel-Horror" zur "Wohlfühl-Oase". Währenddessen zieht Angelina zu ihren Bruder Heinz, versöhnt sich mit Tochter Alexandra und macht einen Ausflug zur Kampenwand.  

Angelina S. wirkt am Ende der Show zumindest sichtlich glücklich. Sie hat Hoffnung, wieder ein richtiges Leben zu führen. Wir drücken ihr die Daumen.

Hilfe beim Messie-Syndrom

Wenn Sie ebenfalls am Messie-Syndrom leiden oder Hilfe für einen anderen suchen, dann können Sie sich an die Selbsthilfe-Kontaktstelle der Diakonie Rosenheim wenden:
DIAKONIE, Klepperstr. 18, 83026 Rosenheim
Tel.: 08031/ 23 511 45
Fax: 08031/ 2351141
E-Mail: selbsthilfekontaktstelle@diakonie-rosenheim.de
Internet: www.sekoro.seko-bayern.org

>>> pdf-Download: Broschüre mit aktuellen Kontaktadressen von Selbsthifegruppen in Stadt und Landkreis Rosenheim

ck/rosenheim24.de

Quelle: rosenheim24.de

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