Tatort-Kritik: Absaufende "Königskinder"

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„Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb“, heißt es in einer deutschen Ballade. Am Ende sind beide tot, abgesoffen in dem reißenden Fluss, der sie trennte. Der Bremer ARD-„Tatort: Königskinder“ machte seinem Namen wenig Ehre.

Der reißende Fluss mündete nach wenigen Minuten in ein seichtes Handlungsbächlein und versiegte schließlich ganz. Die Jagd nach dem Mörder der kalten Geschäftsfrau Sonja Mesenburg (Christine Kutschera)? Ein Witz. Da befinden sich zwei Personen in einem Raum, eine ist das Opfer. Die Suche nach dem Täter erübrigt sich.

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Während sich der „Fall“ für den Zuschauer also nach fünf Minuten erledigt hatte, kümmerte sich Autor und Regisseur Thorsten Näter vornehmlich um seine Hauptdarsteller, die er gnadenlos durchproblematisierte. Oliver Mommsen kam als Kommissar Stedefreund aus dem Trauern um das Opfer (eine Verflossene) gar nicht mehr heraus, und Postel schwebte mit morphiumhaltigem, liebestrunkenem Blick durch die Szenerie. Ihr sonstiger Ernst war nach einem Sturz auf den Hinterkopf wie weggeblasen – man kennt das!

Zwar ist der Versuch, die Fernsehkommissare mit einem Privatleben auszustatten, absolut zeitgemäß. Wenn dadurch aber, wie in diesem Fall, die Krimi-Handlung baden geht, taugen auch die höchsten Gefühlswallungen nicht zur Rettung des Ganzen.

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