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Julianne Moores Oscar-Rolle

Unser Kinofilm der Woche: "Still Alice"

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Das Kinodrama „Still Alice - Mein Leben ohne gestern“ erzählt, wie Alzheimer eine ganze Familie erschüttert. Hauptdarstellerin Julianne Moore hat für diese Rolle völlig zu Recht einen Oscar bekommen.

Bei Alice Howland (Julianne Moore) dreht sich vieles im Leben um Wörter. An der Columbia Universität lehrt sie als Professorin für Linguistik und ist eine angesehene Wissenschaftlerin und Mutter dreier erwachsener Kinder. In ihrer Freizeit spielt sie auf ihrem Handy Wörter-Suchspiele mit ihren Freunden. Als ihr während eines Vortrages Begriffe nicht mehr einfallen, ahnt sie, dass etwas nicht stimmt. Ihr Mann beruhigt sie, so sei das eben, wenn man älter werde, das gehe schließlich jedem so. Als Alice jedoch nach einer Jogging-Runde den Heimweg nicht mehr findet, sucht sie einen Arzt auf – und erhält eine erschreckende Diagnose. Alice leidet unter frühem Alzheimer, was selten vorkommt und bei ihr erblich bedingt ist. Auch ihre Kinder könnten von der Krankheit betroffen sein.

Die Regisseure Richard Glatzer und Wash Westmoreland erzählen im Familiendrama „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ einfühlsam und bedacht die Geschichte einer Patientin. Dass ihnen die Umsetzung des gleichnamigen Romans so gut gelingt, liegt an authentischen Dialogen, gut ausgearbeiteten Figuren und an der durchweg passenden Besetzung. Allen voran kann Julianne Moore, die erkrankte Professorin so eindrucksvoll verkörpert, dass der Zuschauer gezwungen ist, mit ihr mitzufühlen – so liebenswert und sympathisch ist ihr Charakter, so schmerzlich die Tatsache, dass ihre Wesenszüge nach und nach verblassen. Völlig zu Recht erhielt sie für diese Leistung vor zwei Wochen den Oscar in der Kategorie „Beste weibliche Hauptdarstellerin“. Ehemann John, überzeugend gespielt von Alec Baldwin, gelingt der Spagat zwischen Pfleger und Workaholic nur bedingt; ein Problem nah an der Realität, absolut nachvollziehbar.

Wer dank „Twilight“ nicht allzu viel von Kristen Stewarts Schauspieltalent hält, kann in diesem Film vom Gegenteil überzeugt werden. Zwar konnte Stewart schon in „On The Road – Unterwegs“ (2012) beweisen, dass sie mehr ausmacht als ein immergleicher Gesichtsausdruck – in „Still Alice“ spielt sie nun aber ihre anspruchsvollste Rolle und zeigt endlich, was sie wirklich drauf hat. Lydia, die sich als Schauspielerin versucht und zum Missfallen ihrer Mutter wenig von einer akademischen Laufbahn hält, wird von Stewart exzellent verkörpert.

Gerade die Mutter-Tochter-Beziehung zwischen Alice und Lydia geht dabei unter die Haut, sorgt für tragische Momente und kurze Augenblicke des Schmunzelns. Ein Film über eine Krankheit, die den Menschen einzunehmen scheint und kaum noch etwas von ihm übrig lässt – aber auch ein Film, der trotz allem Realismus die Hoffnung nie aufgibt.

von Julia Haller

„Still Alice – Mein Leben ohne gestern“

mit Julianne Moore

Regie: Richard Glatzer und Wash Westmoreland

Laufzeit: 99 Minuten

Rubriklistenbild: © Jojo Whilden/polyband/dpa

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