Todesstoß für Mainzelmännchen?

SPD-Experte will ARD und ZDF Werbung streichen

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Mainzelmännchen in Gefahr? Der SPD-Medienpolitiker Marc Jan Eumann will Werbung bei ARD und ZDF verbannen.

Berlin  - Was wird aus den Mainzelmännchen, wenn das Realität wird? Der SPD-Medienpolitiker Marc Jan Eumann will angesichts möglicher Rundfunkgebühren-Überschüsse ARD  und ZDF  werbefrei machen.

„Sollten sich Vorinformation über erhebliche Mehreinnahmen bei den Rundfunkbeiträgen bestätigen“, dann spreche er sich neben einer Beitragssenkung für einen schrittweisen Ausstieg aus der Werbung bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten aus, sagte der nordrhein-westfälische Medienstaatssekretär und Vorsitzende der SPD-Medienkommission der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstag). Der Anfang solle beim Fernsehen gemacht werden.

Auch der ARD-Verantwortliche für das neue Rundfunkbeitragsmodell rät dazu, mögliche Mehreinnahmen vor allem zum Ausgleich von Mehrbelastungen zu verwenden. „Sollte es zu Mehreinnahmen kommen, lässt sich natürlich eine Wunschliste aufmachen“, sagte SWR-Justiziar Hermann Eicher der Nachrichtenagentur dpa. In Betracht kämen etwa: „Beitragssenkung, Werbefreiheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks oder - und das hätte meine Priorität - die Mehreinnahmen werden vor allem dazu verwendet, Mehrbelastungen von Unternehmen, Kommunen und Kirchen durch Gesetzeskorrekturen wieder auszugleichen. Klar ist nur: Man kann das Geld nur einmal ausgeben.“ Eicher ist einer der Architekten der Beitragsreform.

Der SWR-Justiziar zog eine positive Bilanz der Umstellung auf das neue Modell vor knapp einem Jahr. Mit Blick auf Klagen betonte er, die Zahl habe zu Zeiten der Rundfunkgebühr um das Drei- bis Vierfache höher gelegen als jetzt. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, und Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU), halten eine Senkung des Rundfunkbeitrags für möglich. Tillich sprach von bis zu 1 Euro pro Monat. Derzeit zahlt ein Haushalt 17,98 Euro im Monat - die Höhe änderte sich mit der Umstellung von der gerätebezogenen Gebühr nicht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa aus Länderkreisen könnte dies frühestens zum 1. Januar 2015 greifen.

dpa

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