Intendant Bellut:

ZDF soll "nach und nach" jünger werden

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ZDF-Intendant Thomas Bellut

Mainz - Obwohl das Durchschnittsalter des Zweiten derzeit bei 60 Jahren liegt, hält ZDF-Intendant Thomas Bellut seinen Sender trotzdem nicht für eine Art „Oma und Opa-TV“.

Er wies solche Vorwürfe jüngerer Zuschauer in einer Sendung des Digitalkanals ZDFinfo zurück, räumte aber ein: „Wir geben uns schon große Mühe, dass wir zum Beispiel bei der Fiction in der Prime Time (Hauptsendezeit) nach und nach jünger werden“, sagte Bellut am Mittwochabend bei ZDF info, wo Zuschauer auch Fragen stellen konnten. Mit der „heute-Show“ könne das ZDF auch Jüngere im Netz erreichen.

Der Sender wird am 1. April 50 Jahre alt. „Die Highlights sind für mich immer die stillen Stars, zum Beispiel das "heute-journal"“, teilte Bellut am Donnerstag in Mainz mit. Die Verjüngung soll weitergehen. „Das ist noch verdammt viel Arbeit“, sagte Bellut. Das ZDF könne aber nicht nur Sendungen für ganz junge oder alte Zuschauer anbieten. 

Das Zweite will weiter die Fußball-Champions-League zeigen. „Jeder Sender braucht Leuchttürme der Aufmerksamkeit“, sagte Bellut bei ZDFinfo. Die Vertragssumme von 50 Millionen Euro dementierte er nicht, verwies aber darauf, dass er sie vertraglich nicht nennen dürfe.

Bellut wies den Vorschlag von Ex-RTL-Chef Helmut Thoma zurück, die Show „Wetten, dass..?“ einzustellen. Er räumte mit Blick auf Shows beim ZDF aber ein: „Wir brauchen neue Ideen.“ Zugleich lobte er die Co-Moderatorin von Markus Lanz bei „Wetten, dass..?“, Cindy aus Marzahn. „Ich hab' nichts gegen Cindy. Ich finde das eine originelle Variante. Sie ist sehr klug.“ Musikformate des Digitalsenders ZDFkultur, der eingestellt werden soll, würden künftig bei 3sat gezeigt, kündigte er an.

Der Intendant sieht keine Abhängigkeit von der Politik, obwohl politische Vertreter in Kontrollgremien des Senders sitzen. „Ich bin nicht abhängig, sagte Bellut. Mit Blick auf politische Lager sagte er: „Es gibt diese Zuordnung nicht mehr.“ Es gebe einen Versuch politischer Ausgewogenheit. „Das darf aber nicht dazu führen, dass Minderqualifizierte auf Posten kommen, für die sie eigentlich nicht geeignet sind.“

dpa

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