Vorsicht! Spoiler im Artikel

Game of Thrones drückt unser Herz

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Große Geheimnisse, Witz und tiefe Trauer in einer Folge! Game of Thrones nimmt uns mit auf eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle. Unser Westeros-Korrespondent Christian Schernthaner leistet Trauerarbeit. *Mit Spoiler*

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Wie viele beeindruckende Szenen kann man in eine Folge packen? Jede Menge – und wir haben erst die Halbzeit der neuen GoT-Staffel erreicht. Eindrucksvoll zeigt sich auch, was es bedeutet, dass nun die Serien-Macher George R. R. Martins Bücher überholt haben. Die fünfte Folge „Das Tor“ (Regie: Jack Bender (Lost-Veteran), Drehbuch: David Benioff und D. B. Weiss) bringt uns Drama, Action und Tränen.

**Vorsicht! Ab jetzt enthält der Text Spoiler für Folge 5 der 6. Staffel von Game of Thrones!**

An der Mauer

Sansa plant die Rückeroberung ihres Heims. Aber wirklich von Bedeutung ist ihre Konfrontation mit Kleinfinger (der flott durch die Gegend reist). Mit Brienne im Rücken, aber vor allem durch ihre Erfahrungen gewachsen, befreit sie sich endgültig aus ihrer Opferrolle. Petyr Baelish hat sie benutzt wie eine Spielfigur und von einem Monster zum anderen geschoben. Aber Sansa hat dazu gelernt und ist nicht an ihrer Tortur zerbrochen. Eine großartige Szene für Sophie Turner. Was es für strategische Auswirkungen hat, dass sie Kleinfingers Truppen zurückweist, wird sich zeigen. Sie kann auf jeden Fall auf die Männer ihres Onkels zurückgreifen. Ich verstehe auch ihre Zurückhaltung Jon und ihren Verbündeten gegenüber – aber so wie ich GoT kenne, wird das wohl noch eine Rolle spielen…genauso wie die Truppen aus dem grünen Tal.

Braavos

Arya (oder ein Mädchen, ihre Freunde dürfen sie Niemand nennen) bekommt eine Mission. Was folgt ist ein tragisch-lustiger Besuch im Theater. Ein Shakespeare aus Westeros oder Essos hat aus der ersten Staffel eine Farce gezaubert. Und wir sitzen mit Arya in der ersten Reihe. Die Drehbuchautoren gehen auf die Meta-Ebene – aber auf beeindruckende Art und Weise, ihr Augenzwinkern wird nie aufdringlich. Wir sehen wie der dumme Bühnen-Ned hingerichtet wird und das Publikum johlt. Aber wir sehen auch seine Tochter die zum zweiten Mal diese Szene mitanschauen muss. Hinter jeder Tragödie aus der Geschichte (oder der aktuellen Welt-Politik) stehen persönliche Schicksale und viel menschliches Leid…eine unangenehme Tatsache, an die uns die Drehbuchautoren erinnern.

Ob aus Arya eine wahre Dienerin des Todes wird, wird sich zeigen. Der Tod kommt zu guten, wie schlechten Menschen (wer weiß das besser, als wir GoT-Fans). Aber irgendwie hoffe ich, dass sich Arya eine Spur von Menschlichkeit bewahren kann.

Unter dem Wehrbaum

Bran reist tiefer in die Vergangenheit und ist bei einem geschichtsträchtigen Moment dabei: In einem brutalen Ritual erschaffen die Kinder des Waldes – verzweifelt verstrickt in einem Abwehrkampf gegen die Menschen-Flut – den ersten weißen Wanderer. Wow. So ist es also, wenn man auch als Buch-Leser nicht weiß was daherkommt. Jons Rückkehr hat (fast) jeder erahnt, aber nun greift die Serie voll in die Mythologie der Welt. Die Serienschöpfer arbeiten mit Martins Segen – wir sehen also (vermutlich) offizielle GoT-Geschichte.

Folge 5 "Das Tor" begeistert Fans

Eiserne Inseln

Asha verfolgt eine gute Wahlkampf-Strategie, sie weiß was ihre Piraten hören wollen. Und mit Theon auf ihrer Seite könnte sie fast die Vorurteile gegen Frauen am Ruder (vermutlich sowas wie „Frauen können nicht ordentlich ankern“) abbauen. Aber leider hat das Patriachat einen tollen Vertreter: Ihr Onkel ist innenpolitisch stolz auf seinen Brudermord. In der Außenpolitik will er die Drachenkönigin mit einer Flotte gewinnen und gemeinsam über Westeros herfallen. Das überzeugt die Wähler. Wenigstens können die Graufreund-Geschwister fliehen, während Euron als König von Gnaden des ertrunkenen Gottes getauft wird.

Vaes Dothrak

Die noch schifflose Daenerys besuchen wir nur kurz. Sie befiehlt Jorah ein Heilmittel zu finden und sich nicht umzubringen. Meiner Meinung nach insgesamt gute Befehle. Ich hoffe nur, dass unser alter Ritter nicht allein auf die Suche geht. Jorah ist am besten als Teil eines Duos oder einer Gruppe.

Meereen

Tyrion arbeitet an einer PR-Strategie um Meereen auch ohne Königin am Laufen zu halten. Religion scheint da eine gute Idee. (Weiß er, was gerade in Königsmund abgeht?) Kinvara, die rote Hohepriesterin, ist gerne zu Diensten. Mein Herz schlägt für die Skeptiker wie Varys und Davos…umso härter ist es für mich, echte Angst auf dem Gesicht des cleveren Eunuchen zu sehen. Kinvara kennt die Stimme aus dem Feuer, sie weiß um Varys` Trauma. Und er hat dem (noch) nichts entgegen zu setzen.

Zurück unter den Wehrbaum

Bran hat seine Neugierde nicht im Zaum (wer liegt schon gerne gelähmt in einer Höhle rum). Er besucht den eisigen Nachtkönig. Dieser greift nach ihm und so ist ihr Schicksal besiegelt: Der magische Schutz rund um den Wehrbaum und die Wurzel-Höhle ist zerstört. Die weißen Wanderer und ihre untoten Lakaien kommen in Scharen.

Erleben Sie die 6. Staffel Game of Thrones bei Sky!

Was folgt ist wohl eine der gleichzeitig spannendsten und traurigsten Szenen der GoT-Geschichte. (Nein, ich weine nicht, ich habe ääää nur etwas Staub im Auge) Meera versucht Bran, der in magischer Trance steckt, aus den klaustrophobischen Wurzel-Tunnel zu schleppen, während ihr Feinde wie eine Flutwelle unaufhaltsam hereinschwappen. Zuerst opfern sich die Kinder des Waldes, aber Eis und Tod lassen sich auch durch magische Feuerbälle nicht aufhalten. Dann stirbt Schattenwolf Sommer bei der Verteidigung seines Herrchens. Der dreiäugige Rabe ist im Baum gefangen und sein langes Leben wird vom Nachtkönig beendet. Meera erledigt einen Wanderer mit einem Obsidian-Speer, aber nur knapp kommen sie zu Tür am Ende des Tunnels. Sie befiehlt Hodor, das Tor zu halten. (Im Englischen mit „Hold the door!“)

Koste es was es wolle. Ihr Schrei reist zu Bran und mit ihm in die Vergangenheit. Während der sanfte Riese sich gegen die Tür stemmt und Meera und Bran die Flucht ermöglicht, sehen wir wie in der Vergangenheit aus dem Stallburschen Wylis der tumbe Hodor wurde. Kein Pferdetritt oder eine Kampfwunde, nein, Meeras verzweifelter Befehl hallt in seinem Geist wieder, von der Vergangenheit bis zur Gegenwart und wieder zurück. Diese mentale Belastung ist zu viel für Wylis und er kollabiert als Bursche in Winterfell, in der Gegenwart zerreißen ihn die Kreaturen der weißen Wanderer. Hodors Ende ist besonders rührend, weil uns seine Geschichte eine neue Seite gezeigt hat. Der running gag war lustig (Wie geht es dir? Hodor. Was willst du zum Abendessen? Hodor. Wer soll den eisernen Thron besteigen? Hodor!), aber Hodors Tod ist genauso traurig wie sein Leben: Er hatte nie eine Wahl, er hat sich nicht geopfert, er war stets der Spielball von Kräften, die er nicht verstehen konnte. Sein ganzes Leben lief auf diesen Moment hinaus und nichts kann daran was ändern. Hold the door! Hodor.

Fragen für die Maester:

  • War die Theater-Truppe nicht großartig?
  • Sind jetzt alle, die mehr männliche Nacktszenen wollten, zufrieden?
  • Wann kommen Schattenwölfe auf die rote Liste der bedrohten Arten?
  • Was ist schwerer zu heilen: Genitalwarzen oder Grauschuppen?
  • Werden Brienne und Tormund zueinander finden?
  • Ist eine Watsche für einen falschen Joffrey fast genauso befriedigend wie für den echten?
  • Welche Zeitreise-Gesetze passen zu GoT: Doctor Who, Star Trek oder Zurück in die Zukunft?
Christian Schernthaner

Du hast Lust, uns deine Meinung zu den einzelnen Folgen mitzuteilen? Dann schicke einfach eine Mail an Martina.Hunger@ovb24.de.

Quelle: rosenheim24.de

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