Vorsicht! Spoiler im Artikel

Was ist dein Plan, Game of Thrones?

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Ist es nur das Luftholen vor dem großen Finale oder hat Game of Thrones ohne direkte Buch-Vorlage mehr Probleme als wir geahnt haben? Die achte Folge war eine holprige Angelegenheit. Unser Westeros- Korrespondent Christian Schernthaner macht sich Sorgen. *Mit Spoiler*

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So kurz vor dem Finale hätte ich mehr erwartet. Hast ist einfach kein guter Ratgeber bei der Serienplanung. Ich will nicht zu viel jammern: eine etwas enttäuschende Folge von Game of Thrones ist immer noch gute TV-Unterhaltung. Die achte Folge „Niemand“ (Drehbuch: David Benioff und D. B. Weiss, Regie: Mark Mylod) bietet ein paar schöne Momente, aber wir (zugegeben etwas verwöhnte) Fans sind Besseres gewohnt. 

Wie schon in der letzten Folge erhöht sich das Schnitt-Tempo, wir springen mehr herum. Das bringt mehr Abwechslung, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass eigentlich nicht viel passiert. Und was passiert ist oft vorhersehbar. Die tollen Momente der Folge nähren sich von der Chemie der Schauspieler und die, in vielen Folgen aufgesammelten, Gefühle für die Charaktere. Ein gutes Beispiel ist Aryas Reise.

**Vorsicht! Ab jetzt enthält der Text Spoiler für Folge 7 der 6. Staffel von Game of Thrones!**

Braavos 

Die verschonte Schauspielerin steigert mit Hilfe von Aryas Drehbuch-Tipps nochmal ihre Performance und kann sich bei der Stark-Tochter mit praktischer Notversorgung bedanken. Wir wissen aber leider, dass Arya nicht nach Pentos reisen wird, auch der Tod ihrer Retterin ist nicht überraschend. Die Verfolgungsjagd durch die Gassen der Stadt ist hervorragend gefilmt. Aber leider wissen wir schon, dass Arya ihre ehemalige Kollegin besiegen kann und dann bekommen wir den entscheidenden Kampf nicht mal zu sehen. Das Problem liegt in meinen Augen aber tiefer: Was hat Aryas Reise gebracht? Wie hat sie sich entwickelt? Arya ist eine meiner Lieblingsfiguren, aber ihre Zeit in Braavos scheint mir vertan. Sie hat ein paar neue Fähigkeiten gelernt, aber sonst blieb vieles beim Alten. Das Arya Arya bleibt und keine gesichtslose Mörderin wird, stand schon fest, genauso, dass sie früher oder später nach Westeros zurückkehrt. Vielleicht ist mir die Bedeutung verborgen geblieben, aber wir haben jedes Jahr nur zehn Folgen. Unsere Zeit mit den Charakteren ist knapp…und Aryas hätte meiner Meinung nach besser genutzt werden können. Ich brauche keine krampfhaft überraschenden Wendungen, aber so vorhersehbar habe ich mir Aryas Weg nicht erwartet.

Folge 8 "Niemand" begeistert Fans von Game of Thrones 

Flusslande

Alle lachen, bis jemand den Kopf verliert. Der Bluthund bringt Action und trockene Kommentare – sicher einer der Höhepunkte der Folge. Gut, dass die toten Freunde des Bluthundes eine Art von Gerechtigkeit erfahren. (Was der friedliebende Septon von Axt und Galgen halten würde, sei dahingestellt.) Das Zusammenspiel zwischen Beric Dondarrion und Sandor Clegane ist fabelhaft. Ein tödliches Duell sollte einer produktiven Zusammenarbeit wirklich nicht im Wege stehen. Sollte der Hund bei der Bruderschaft ohne Banner bleiben (und gar in den Norden reisen) stehen uns interessante Zeiten bevor.

Königsmund

Cersei will Gewalt und der Frankenberg hilft gerne. Was für eine Kreatur! Lancel und seine Mannen brauchen wohl neben mehr Gottvertrauen auch neue Unterwäsche. Doch der hohe Spatz ist Cersei wieder einen Schritt voraus: Tommen, nun anscheinend eine hilflose Marionette, verbietet Urteile durch Kampf. Cersei und Loras müssen sich einem religiösen Tribunal stellen. Ich hoffe, Cersei hat noch einen Trick auf Lager…der untote Berg wird als Anwalt für Kirchenrecht wohl keine große Hilfe sein.

Schnellwasser

Bronn teilt seinen reichen Erfahrungsschatz an unfairen Tricks mit Podrick, während Jaime und Brienne sich beraten. Wie unterhaltsam und gleichzeitig intensiv diese Szene ist, zeigt was Game of Thrones alles kann. Aber die Beziehung zwischen der ungewöhnlichen Ritterin und dem vielleicht doch nicht ehrlosen Königsmörder ist lange gewachsen, wir kennen sie. Genauso wie wir Bronn und Podrick kennen. Der Schwarzfisch und Lord Edmure können da leider nicht mithalten. Wie der gnadenlose Romantiker Jaime den gefangenen Edmure zur Kapitulationen bringt, ist eindrucksvoll, aber seine Szene mit Brienne ist viel stärker. Wir wissen was auf dem Spiel steht, wir kennen ihren Weg. Wir wissen, dass das Schwert zwischen ihnen Eidwahrer heißt und wie schwer Ehre und Pflicht wiegen können. Der Schwarzfisch verdient unseren Dank, weil er Podrick und Brienne den Weg in die Freiheit und (vermutlich) zurück zu Sansa zeigt. Aber wie soll uns sein Tod berühren, wenn wir ihn kaum kennen. Ganz zu schweigen davon, dass wir das Ende des sturen Tully nicht miterleben. Was sollen diese (ich nehme mal an) glorreichen Kämpfe, die wir nur nacherzählt bekommen?

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Mereen 

Varys und Tyrion trennen sich (gerade als die religiöse Propaganda zu Wirken beginnt). Varys` Mission in Westeros ist strategisch sicher sinnvoll, aber ich werde dieses clevere Duo vermissen. Tyrion als Party-Nachhilfelehrer für Grauer Wurm und Missandei ist durchaus unterhaltsam, aber Zwerg und Eunuch tragen ihre verbalen Duelle auf gleicher Augenhöhe aus. Der Angriff der Sklavenhalter, der über Mereen und die humorige Weinverkostung hereinbricht, ist eindrucksvoll, wenn auch kurz (ein Vorgeschmack auf Folge Neun?). Das Auftauchen der Drachenkönigin ist aber nicht dramatisch, sondern vorhersehbar. Wer könnte mit einer großen Kreatur auf der Spitze einer großen Pyramide landen genau zum Zeitpunkt als die Not am Größten ist? Was für ein Zufall! Mir ist klar, dass die Autoren in kurzer Zeit, viele Handlungsfäden weiterspinnen müssen…solche durchschaubaren Manöver sollten aber nicht im Werkzeugkasten der ausgezeichneten GoT-Autoren liegen.

Fragen für die Maester: 

  • Was liegt bloß im Westen von Westeros? 
  • Welches Gerücht beschäftigt Cersei und Qyburn? 
  • Wie wird man beim Sterben besser? 
  • Sind Mohn-Produkte in Westeros genauso gefährlich wie bei uns? 
  • Welche Typberatung führt zum Kauf eines gelben Mantels? 
  • Wer reist schneller: Brienne oder Kleinfinger? 
  • Wann wird sich endlich Huhn an den Lagerfeuern der Flusslande durchsetzen? 
  • Kann Podrick nicht einfach ein Praktikum bei Bronn machen?

Christian Schernthaner

Du hast Lust, uns deine Meinung zu den einzelnen Folgen mitzuteilen? Dann schicke einfach eine Mail an Martina.Hunger@ovb24.de.

Quelle: rosenheim24.de

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