Vorsicht! Spoiler im Artikel

Das passierte in Folge 7 der 6. Staffel Game of Thrones

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Ein alter Bekannter taucht wieder auf und die Armeen marschieren. Die siebte Folge der neuen Game of Thrones-Staffel spannt uns weiter auf die Folter. Unser Nerd vom Dienst Christian Schernthaner kann sich ein Leben als Holzfäller in Westeros vorstellen. *Mit Spoiler*

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Folge Nummer Sieben „Der Gebrochene“ (Regie: Mark Mylod, Drehbuch: Bryan Cogman) macht einiges anderes: Zuerst eine tolle Szene vor der Titel-Sequenz, dann springen wir viel schneller und öfter von Ort zu Ort, von Charakter zu Charakter, als bisher. Das gibt der Folge mehr Schwung – genauso wie die Rückkehr eines lange verschollenen Lieblings der Fans.

**Vorsicht! Ab jetzt enthält der Text Spoiler für Folge 7 der 6. Staffel von Game of Thrones!**

Folge Nummer Sieben „Der Gebrochene“ (Regie: Mark Mylod, Drehbuch: Bryan Cogman) macht einiges anderes: Zuerst eine tolle Szene vor der Titel-Sequenz, dann springen wir viel schneller und öfter von Ort zu Ort, von Charakter zu Charakter, als bisher. Das gibt der Folge mehr Schwung – genauso wie die Rückkehr eines lange verschollenen Lieblings der Fans.

In einem idyllischen Tal

Der Bluthund lebt, der Bluthund ist zurück! Sandor Clegane ist einer dieser besonderen Figuren in GoT: Ein Monster, ein Mörder…aber gut geschrieben und besser gespielt, sodass ich nicht anders kann, als auf seiner Seite zu sein. Nachdem Arya ihn einem langsamen Tod überlassen hat, wurde er von einem Septon gerettet und baut nun an einer Kirche. In dieser schönen Szene sehen wir ein friedliches Westeros. Kein Krieg, keine Folter, keine weißen Wanderer. Nur normale Menschen, die gemeinsam was bauen, dabei scherzen und sich auf die Mittagspause freuen (Hmmm Eintopf). 

Aber wir GoT-Fans wissen, dass wir uns nicht lange an glücklichen Szenen erfreuen können. Aber ein Bisschen ist besser als Nichts. Game of Thrones lebt von großartigen Duetten. Der zynische Killer und der pazifistische Septon (charismatisch gespielt vom Deadwood-Veteranen Ian McShane) ergänzen sich wunderbar. Das Auftauchen der „Beschützer“ von der Bruderschaft verheißt nichts Gutes. Pazifismus ist schön und gut (und der einfache Landpfarrer ein glänzender Gegensatz zum hohen Spatz), aber das Spiel der Throne wird gespielt und die einfachen Menschen zahlen den Preis. Ja, Hass und Gewalt sind eine Krankheit, aber was ist die Lösung? Nichtstun und sich niedermetzeln lassen? Tote bekommen kein Mittagessen. Mir gefällt, dass der Bluthund etwas Tiefe bekommt, aber er weiß, wie es in Westeros zugeht, er hat selbst für jede Menge Leichen gesorgt. Am Ende überblickt die unfertige Kirche nur Tote, der Septon baumelt an einem Balken. Der Bluthund greift zur Axt. Seine Zeit als Holzfäller ist vorbei.

Folge 7 „Der Gebrochene“ begeistert Game of Thrones-Fans

Königsmund

Auch Margaery lebt (in gewisser Weise)! Die Gehirnwäsche scheint nicht gegriffen zu haben. Klar, sie studiert heilige Texte und betet in keuschen Kleidern. Und wer bekommt nicht gerne Sex-Tipps von alten, heiligen Männern? Aber mit dem Knistern von Papier ist es klar: Sie spielt eine Rolle und wartet ab. Ihre Großmutter nimmt die geheime Botschaft und ihren Rat an und will abhauen. Vorher darf aber ein kleines Geplänkel mit Cersei nicht fehlen. Olenna hat Recht: Cersei hat verloren. Sie hat den gefährlichen Dschinn der religiösen Fanatiker aus der Flasche gelassen und wurde von ihrer eigenen Idee geschlagen. Was nun? Mir hätte eine wackelige Allianz zwischen Tyrell und Lennister gefallen (Der Feind meines Feindes ist mein Freund). Ich zweifle aber, dass Cersei und Margaery so ein Projekt ohne Olenna.

Schnellwasser 

Jaime und Bronn (auch ein tolles Duo, vielleicht Trio – wenn Brienne dazu stößt) marschieren mit ihrer Armee im schicken Lennister-Rot vor Schnellwasser auf. Die Freys sind genauso verwerflich, wie inkompetent. Ihre leeren Drohungen beeindrucken den Schwarzfisch nicht und Edmure kann verschnaufen. Jaime ist ein fähiger Kommandant und verteilt, wie sein Bruder Tyrion, gute Ohrfeigen zur rechten Zeit. Schwarzfisch scheint aber nicht vom neuen General beeindruckt zu sein, für den Tully-Lord ist der Krieg noch lange nicht vorbei. Diese Belagerung dürfte noch interessant werden.

Essos

Das Kraken-Segel der Graufreund-Geschwister ist in Essos angekommen (der Brücke und dem Bordell nach vermute ich in Volantis). Asha versucht zum wahren Theon durchzudringen (und noch einen netten Hintern abzubekommen vor der Weiterfahrt). Theon scheint sich ein bisschen zu erholen – aber solche Erfahrungen steckt man(n) nicht so schnell weg. Manchmal habe ich das Gefühle, dass er einfach nun in Asha ein neues Herrchen hat. Auf jeden Fall ist ihr Plan gut: Dem Onkel zuvorkommen und sich auf die Seite der Drachenkönigin schlagen.

Aryas Szene ist ein zweischneidiges Schwert: Ich liebe die kurze, aber explosive Action. Aber was sollen diese Klischees? Oh, eine harmlose alte Frau – was kann schon passieren? Oh, mein Feind ist untergegangen und ich sehe seine Leiche nicht – mein Job ist erledigt, ich kann nach Hause gehen! Sowohl Arya als auch ihr Ex-Kollegin vom Assassinen-Kult sollten schlauer sein. Es tut mir leid, das ist einfach faule Schreibe. GoT dreht sonst Klischees auf den Kopf, sie als narrative Stützen zu sehen ist nicht fein. Arya taumelt danach blutend durch die Straßen von Braavos. Sie hat ein Ticket nach Hause, aber wer kann sie zusammenflicken?

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Im Norden

Jede Besprechung ist besser mit einem Riesen. Mit Wun Wun und Tormund schafft es Jon die Reste der Wildlings-Armee auf seiner Seite zu halten. Aber rosig sieht die Lage nicht aus. Wir kriegen eine kleine Führung durch den Norden und seine Häuser. Vor Allem sehen wir welche Wunden Robbs Amtszeit als König des Nordens hinterlassen hat. Die junge, aber harte Lady Mormont ist ein fähiger Verhandlungspartner. In der Welt von Game of Thrones müssen Kinder oft schnell erwachsen werden, aber selten ist es so amüsant wie in diesem Fall. Sansa appelliert an Loyalität, Jon erinnert an den alten Lord-Kommandanten Mormont und Davos mahnt uns an das große Bild zu denken. Davos spricht mir (wieder mal) aus der Seele: Das kleinliche Gerangel ist unwichtig, es geht um den Krieg der Toten gegen die Lebenden. Das ist der wahre Krieg, das ist unser Krieg. Sowas überzeugt. Von der Bäreninsel bekommen sie nicht viele Männer, aber es ist ein erster Erfolg.

Lord Glauer ist da anderer Meinung. Seine Einwände sind ja auch (zumindest aus seiner Sicht) nicht falsch: Die Wildlinge sind eine Bedrohung, die seit Generationen im Norden gehasst werden, und die Boltons haben ihm gegen die Piraten der eisernen Inseln geholfen – und nicht die Starks. Schwur hin oder her – am Ende zählt wer einem beim Überleben hilft. Diese Ablehnung steht wahrscheinlich für viele, die wir nicht zu Gesicht bekommen. Wir sehen aber, dass die Lage im Lager angespannt ist und wie Sansa zur Feder greift. „Dunkle Schwingen, dunkle Worte“ lautet ein Sprichwort in Westeros, die Brief-Raben bringen selten gute Neuigkeiten. Wir wissen es nicht, aber ahnen: Sansa wird von den Umständen getrieben, knickt ein und schreibt Kleinfinger. Militärisch sicher keine schlechte Idee, aber sie lässt sich auf Kleinfingers Spiel ein. Und Kleinfingers Spielzüge nützen am Ende nur ihm selbst.

Fragen für die Maester: 

  • Wie würde ein Bruderkampf – der Bluthund gegen den untoten Berg – enden? 
  • Hat die Tyrell-Rose eine konkrete Bedeutung außer „Hey, ich bin noch ich“? 
  • Ist „Geduld statt Begehren“ der furchtbarste Beziehungsratschlag aller Zeiten? 
  • Ist Schnellwasser nicht eine tolle Burg? 
  • Werden wir in der 8. Folge wieder eine große Schlacht zu sehen bekommen? 
  • Werden Theon, Varys und Grauer Wurm einen Eunuchen-Club gründen? 
  • Werden wir jemals wieder nach Dorne reisen? 
  • Wird Arya Freunde ihres alten Tanzlehrers besuchen? 
  • Hat der Schwarzfisch noch nie „Der Regen von Castamaer“ gehört?

Christian Schernthaner

Du hast Lust, uns deine Meinung zu den einzelnen Folgen mitzuteilen? Dann schicke einfach eine Mail an Martina.Hunger@ovb24.de.

Quelle: rosenheim24.de

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