Vorsicht! Spoiler im Artikel

Game of Thrones: Das passierte in Folge 4 der 6. Staffel

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Kaum zu glauben: Game of Thrones wird in der sechsten Staffel besser und besser. Unser Westeros-Reporter Christian Schernthaner ist ins Feuer der vierten Folge getaucht. *Mit Spoiler*

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Immer deutlicher sehen wir, wo unsere Figuren auf dem Schachbrett stehen. Das Spiel um den eisernen Thron spitzt sich zu. Die großartige, vierte Folge der neuen GoT-Staffel „Das Buch des Fremden“ (Regie: Daniel Sackheim, Drehbuch: David Benioff und D. B. Weiss) erhöht die Einsätze. Und wie beim Schach geht die wahre Gefahr von der Königin aus.

**Vorsicht! Ab jetzt enthält der Text Spoiler für Folge 3 der 6. Staffel von Game of Thrones!**

An der Mauer 

Zurecht fragen Jons Freunde, warum er sie gerade jetzt zurücklassen will. Aber ein Hornstoß unterbricht sie (Den alten Göttern sei Dank nur einer): Sansa und ihr Gefolge sind (schneller als ich erwartet habe) eingetroffen. Schwester und (Halb-) Bruder sind wieder vereint, Neckereien und Verwerfungen aus der Kindheit liegen lange zurück. Sansa hat sich eine Umarmung und gute Suppe redlich verdient. Beide Stark-Kinder sind von ihren Torturen gezeichnet, aber während Jon kampfesmüde wirkt, ist Sansa entschlossen: Mit den Wildlingen soll Winterfell zurückerobert werden. Hier sehen wir auch das Thema der Folge: Die Männer sind mit ihren eigenen Wunden beschäftigt, doch die Frauen machen sich zum Kampf bereit. Melisandre ist noch immer ganz ihrem neuen Auserwählten ergeben, Davos (und ich) sind da noch etwas skeptisch. Brienne bekommt einen kurzen, aber starken Moment in der Festung der Nachtwache: Sie hat weder Davos, noch die rote Priesterin, vergessen. Sie vergisst und vergibt Renleys magischen Meuchelmord nicht. Und sie bestätigt, dass sie Stannis` Leben ein Ende gesetzt hat (was wir nicht direkt gesehen haben).

Grünes Tal 

Staffelpremiere für Petyr Baelish und Robin. Ich habe den Ränkeschmied ehrlich vermisst. Wie er die Situation mit dem störrischen Lord im Griff hat, zeigt warum er so guter Spieler im Spiel der Throne ist. Robin hängt nicht mehr an der Brust seiner Mutter, aber seine hmmm Herzensbildung ist nach wie vor mangelhaft. GoT hat keinen Mangel an psychopathischen Kindern – vielleicht sollten sie alle eine Selbsthilfegruppe gründen. Aber der liebe Onkel Petyr scheint ihn gut im Griff zu haben: Die Krieger des Tals machen sich bereit im Norden mitzumischen.

Meereen 

Tyrion versucht noch immer Diplomatie nach Meereen zu bringen. Ein Balanceakt für den politischen Seiltänzer. Auf der einen Seite Sklavenhalter und auf der andren die befreiten Sklaven. Tyrion bietet eine „Sklaverei-Übergangsfrist“ von sieben Jahren an und gräbt damit den Söhnen der Harpyie das Wasser ab. Missandei und Grauer Wurm ziehen zähneknirschend mit. Frieden schließt man immerhin mit seinen Feinden, nicht mit seinen Freunden. Man kann es den GoT-Machern nicht hoch genug anrechnen, dass diplomatische Verhandlungen genauso spannend sind wie die Schlachten. Wer weiß…vielleicht geht es in den Hinterzimmern der UNO auch so zu. Vielleicht ebenfalls mit Kurtisanen als Gast-Geschenke, aber sicher mit weniger Drachen.

Vaes Dothrak 

Armer, alter Jorah. Tödlich erkrankt und auf die Rettung seiner Königin konzentriert, kann er sich vom Liebhaber seiner Chefin frotzeln lassen. (Und Daario entdeckt seine Krankheit.) Aber die Zwei machen kein schlechtes Duo. Nur an der Schauspielerei müssen sie noch arbeiten. Die Dothraki-Krieger nehmen ihnen ihre „Wir sind nur einfache Weinhändler“-Performance nicht ab. Beim folgenden Handgemenge erweist es sich als Vorteil, dass man Söldnern nicht trauen kann. So ein schönes Messer ist eine gute Investition – Tabu hin oder her. Daenerys gewinnt eine Verbündete im Witwenrat und uns ist klar: Die Mutter der Drachen denkt noch nicht an die Rente oder an Flucht.

Königsmund 

Königin Margaery schmachtet im Kerker, aber auch sie ist stärker als ihr Bruder. Zuerst muss sie aber dem hohen Spatzen lauschen. Der barfüßige Schuhmacher wird sicher mal als Parabel in die heiligen Texte eingehen. (Wenn am Ende noch jemand von den Sieben übrig ist und nicht alle vor den Feuer- oder Eisgöttern knien). Der hohe Spatz weiß wie man manipuliert, aber seine persönliche Geschichte (alles eitel, alles hohl) reicht nicht aus um Margaery in die Knie zu zwingen. Ihr Bruder hat aber offensichtlich nicht ihr Durchhaltevermögen. Loras, einst ein klassisches Sommer-Kind, ist nur mehr ein Schatten seines früheren Selbst. 

Cersei versucht ihren Sohn vor seinen Beratern zu schützen und ihn in ihre eigene Richtung zu lenken. (Ich liebe das Sound-Design der Serie: großartig, wie die Amtskette klimpert, als sich der Großmaester davonschleichen muss.) Cersei hat natürlich Recht: Der hohe Spatz hat keinen Respekt vor dem Adel (warum auch, fragen wir uns als Adelskenner), und rüttelt an den Säulen der gesellschaftlichen Ordnung. Diese gemeinsame Bedrohung (und der anstehende Bußgang der jungen Königin) bringen Olenna, Kevan, Cersei und Jaime auf eine Seite. (Egal wie wir uns verachten, die da unten kommen nicht nach oben.) Die Truppen der Tyrells sollen die Fanatiker zur Raison bringen, während Stadtwache und Lennister-Krieger in die andere Richtung schauen. Viele werden sterben. Besser sie, als wir, meint die alte Dornen-Königin. Das wäre auch ein gutes Familienmotto für praktisch jedes Haus in Westeros.

Eiserne Inseln 

Theon kommt nach Hause zu seiner Schwester - bekommt aber weder eine Umarmung, noch Suppe. Asha erkennt, dass sie einem gebrochenen Mann gegenübersteht, einem geprügelten Hund ohne Herr. Auch hier greift die Schwester nach der Macht. Hoffentlich sehen wir bald, was ihr lieber Onkel dazu zu sagen hat.

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Winterfell 

Ich hätte gerne das Apfel-Messer in Ramsays Hals gesehen. Aber leider kam es anders: Osha ist eine Überlebenskünstlerin, doch der junge Lord Bolton ist ein anderes Kaliber. Rickons Nanny liegt bald tot am Boden – im Vergleich zu seinen anderen Opfern wenigstens ein schnelles Ende. Ruhe in Frieden, Osha. Hat Rickon jetzt noch Freunde in Winterfell?

Folge 4 „Das Buch des Fremden“ fesselt Fans

Zurück zur Mauer 

Der sympathische Droh-Brief von Ramsay verfehlt seine Wirkung: Sansa ist nicht eingeschüchtert, auch Rickon als Geisel schreckt sie nicht ab. Jon neigt wieder zum Zögern, aber Sansa will nach Winterfell. Die Wildlinge dürften erkennen, dass die Boltons auch für sie ein Problem sind. Und dann sind da noch die alten Familien des Nordens. Wenn auch noch die Truppen von Kleinfinger dazukommen, könnte Winterfell bald eine heiß umkämpfte Burg werden.

Zurück nach Vaes Dothrak 

Der krönende Abschluss der Folge: Daenerys Auftritt vor den Kahls. Sie hat vollkommen Recht: kleine Männer stehen vor ihr. Getrieben von Gier, aus auf Sex oder Gold. Ihre Vergewaltigungs-Drohungen sind nicht bedrohlich, sondern armselig. Daenerys ist durch das Feuer gegangen (wie viele der GoT-Frauen) und dadurch härter geworden. Schwäche, vielleicht auch Gnade, wurden herausgebrannt. Übrig bleibt Eisen. Aus der Exil-Prinzessin, die man an einen Pferde-Lord verschachert hat, wurde die Mutter der Drachen. Und sie braucht keine Drachen um mit Feuer zu herrschen. Die Türen sind versperrt, die Kahls mit ihr gefangen, die Kohlebecken bald am Boden. Der Tempel wird zum Scheiterhaufen und zum zweiten Mal kommt sie unverbrannt aus dem Inferno: Nackt, aber nicht verletzlich. Sondern stark wie eine Königin. Einfach zum Niederknien.

Fragen für die Maester: 

  • Wie großartig war die letzte Szene? 
  • Wird sich Brienne einen Wildlings-Mann schnappen und kräftige Kinder kriegen? 
  • Wer hat weniger Emotionen: Kleinfinger oder der Greifvogel? 
  • Wie nützlich ist eine riesige Armee mit berittenen Kriegern? 
  • Wie furchtbar wird es werden, wenn Lord Kevan mit seinem religiösen Sohn wiedervereint wird? 
  • Wird die Folge automatisch gut, wenn Dorne nicht vorkommt? 
  • Wann erfährt Davos vom Schicksal der kleinen Sharin? 
  • Wer freut sich noch auf einen Riesen vor den Toren Winterfells?

Christian Schernthaner

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Quelle: rosenheim24.de

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