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Blut im Schnee: So war Folge 1 der 6. Staffel Game of Thrones

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Millionen Fans haben darauf gewartet: Endlich geht die TV-Saga von Game of Thrones weiter. Unser Nerd vom Dienst, Christian Schernthaner, hat sich vom Staffel-Auftakt verzaubern lassen. **Mit Spoiler-Warnungen**

Blut und Intrige, Tod und Magie: Mit der sechsten Staffel setzt Game of Thrones den globalen Siegeszug weiter. Ich kann – zuerst ohne Spoiler – alle Fans beruhigen: Auch in der neuen Staffel warten gute Drehbücher und großartige, schauspielerische Leistungen auf die Game of Thrones-Liebhaber (Blutvergießen und atemberaubende Landschaften fehlen auch nicht). Die Serienschöpfer D. B. Weiss und David Benioff scheinen auch ohne konkrete Vorlage von Autor George R. R. Martin die Welt von Westeros im Griff zu haben. Als Buchleser, der jetzt zum ersten Mal auch nicht weiß wo die Reise hingeht, freue ich mich auf das neue Kapitel des Liedes von Eis und Feuer. Die neue Staffel beginnt mit der ersten Folge „Die rote Frau“ (Regie: Jeremy Podeswa) fast gemächlich und etwas nachdenklich – kein Wunder, nachdem was alles letztes Jahr passiert ist. Aber langsam ist nicht langweilig. Im Gegenteil: Große Dinge werfen ihren Schatten voraus und nicht alles ist so, wie es zu sein scheint.

Ab nach Westeros: Hier wird "Game of Thrones" gedreht

**Vorsicht! Ab jetzt enthält der Text Spoiler für Folge 1 der 6. Staffel von Game of Thrones!**

Die Mauer

Jedes Jahr bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich endlich wieder die Titelmelodie von Game of Thrones höre. Und dann das klagende Heulen in der finstren Nacht! Jon Schnee liegt tot im eigenen Blut. Ob das wirklich das Ende seines Weges ist, wage ich zu bezweifeln. Wozu gibt es denn eine rote Priesterin? (und wie viele, vor allem weibliche, Fans meinen: Kit Harington ist einfach zu hübsch zum Sterben.) Für den Anfang müssen aber Ser Davos (Liam Cunningham) und Jons letzte Freunde (inklusive Wolf) sich verbarrikadieren. Ser Allisar Thorne (Gegenspieler mit Tiefgang: Owen Teale), nach dem Coup vorerst mal Kommandant der Nachtwache, steht vor der Tür. Ich verstehe Allisars Motive, aber trotzdem möchte ich ihn durchschütteln und ihm klarmachen, dass der wahre Feind hinter der Mauer wartet.

Winterfell 

Auch hier begegnet uns eine Leiche – aber Boltons sadistischer Sprössling (Iwan Rheon) bekommt von mir kein Mitgefühl für den Tod seiner hmmmm Gefährtin? Lebensabschnitts-und Folterpartnerin? Da ist die Flucht von Sansa und Theon (großartig: Sophie Turner und Alfie Allen) spannender: Beide sind schwer gezeichnet von ihrer Zeit in den Händen des Hauses Bolton. Gerade die Entwicklung von Sansa ist meiner Meinung nach beeindruckend: Die Stickereien und Küchlein aus besseren Tagen sind lange vergessen, Sansa wächst weiter mit ihren Herausforderungen. Und dann der erste Hoffnungsschimmer: Brienne (Gwendoline Christie) und der treue Podrick (Daniel Portman) retten die beiden Flüchtlinge vor Ramsay`s Bluthunden. Als Fan von Game of Thrones ist man mit Optimismus vorsichtig, aber auf jeden Fall hat Sansa endlich wieder jemanden, der ihr den Rücken freihält.

Königsmund 

Auch in der Hauptstadt ist die Stimmung von Tod geprägt: Jaime (etwas hölzern: Nikolaj Coster-Waldau) bringt seine tote Tochter zurück zu seiner Schwester und Geliebten. Cersei, noch kurzgeschoren von ihrem Bußgang, scheint nach all dem Leid wieder ihrem Bruder näher zu kommen. Die Drehbuch-Autoren und Schauspielerin Lena Headey verstehen es wirklich uns in den Bann der Figur zu ziehen. Mitgefühl für ein intrigantes Monster mit Inzest-Neigung? Game of Thrones macht es möglich! Ich kann die Rache der Lennister-Geschwister kaum erwarten. 

Königin Margaery schmachtet derweil noch im Kerker, die religiösen Fanatiker haben sicher etwas Interessantes mit ihr vor. Natalie Dormer ist keine schlechte Schauspielerin, aber in der Kategorie „Adelsdamen in Not“ kann sie Lena Headey oder Sophie Turner nicht das Wasser reichen.

Dorne 

Im Wüstenreich beginnt das Blutvergießen: Die Sandschlangen ermorden schnell ihren kränklichen Herrscher und seinen Erben (Wieder der Kopf! Die Martell-Männer müssen mehr Helme tragen!). Die Zeit der schwachen Männer ist vorbei, die Ära der starken Frauen soll anbrechen. Dorne war im letzten Jahr der schwächste Teil der Geschichte, hoffentlich führt der Putsch zu etwas Spannenden. (Ich habe den Eindruck, dass man den Sandschlangen unterschiedliche Waffen in die Hand gedrückt hat, damit man sie besser auseinanderhalten kann. Tiefer ausgeleuchtete Charaktere wären wohl die interessantere Wahl.)

Meereen 

Ohne ihre Königin haben es Tyrion und Varys nicht leicht. Meereen ist noch im Schockzustand und dann brennen auch noch alle Schiffe im Hafen (ein Problem - nicht nur für den Meereener Wirtschaftsverband). Auch wenn hier nicht viel passiert: Das dynamische Duo Tyrion und Varys (Peter Dinklage und Conleth Hill) hat so viel Humor (Ein Scheibchen Baby gefällig?) und Chemie – ich würde mir eine Serie nur mit den Beiden anschauen…auch wenn sie nur spazieren und plaudern.

Daenerys (so lala: Emilia Clarke) ist dagegen in einer vertrauten Situation: Wieder in Händen der Dothraki. Grausame Ironie, dass die große Befreierin selbst wieder eine Sklavin ist (und die zweite Königin in Ketten). Der vom Tod gezeichnete Ser Jorah (Iain Glen) ist ihr zwar auf den Fersen, Khal Moro (Joe Naufahu) scheint sie aber auf das Altenteil für Khal-Witwen schieben zu wollen. Wo sind die Drachen, wenn man sie braucht?

Braavos

Arya lebt mit den Konsequenzen ihrer blutigen Rache: sie muss sich als blinde Bettlerin durchschlagen und bekommt täglich Prügel….oder eher Kampftraining (Mir ist da sofort der blinde Superheld Daredevil eingefallen). Maisie Williams ist sicher eine der besten Entdeckungen der Serie, ich bin gespannt, wie Aryas Ausbildung (zum Rache-Engel?) weitergeht.

Zurück zur Mauer 

Am Ende der Folge sehen wir Ser Davos um mehr Zeit ringen und Edd will sich Hilfe bei den Wildlingen holen. Und dann der große Auftritt von Melisandre (genauso schön, wie mysteriös: Carice van Houten): Wir sehen das wahre Antlitz der roten Priesterin. Ohne Magie, ohne Blendwerk. Eine alte Vettel, halb kahl und vom Alter ausgemergelt. Was sagt uns die Schluss-Szene? Vielleicht, dass wir uns endgültig von unseren Illusionen verabschieden und uns der hässlichen Realität stellen müssen

Fragen für die Maester: 

  • Nochmal: Wo sind die Drachen? Wenn ich Freunden, die GoT nicht kennen, von der Serie erzähle, betone ich immer die tollen Schauspieler und die politische Intrige. Aber ehrlich gesagt, ohne Drachen fehlt mir was. 
  • Hat Areo Hotah in der dornischen Leibwächter-Schule gepennt? 
  • Gegen wen soll der untote Berg zuerst kämpfen? 
  • Hat Tommen noch seine Katze? 
  • Glaubt Ihr, dass Jon Schnee tot auf dem Tisch liegen bleiben wird? 
  • Wann werden wir wohl Samwell wieder zu sehen bekommen? 
  • Was machen die anderen, noch lebenden, Stark-Kinder? 
  • Ist es ein schlechtes Zeichen, wenn man seine Arbeitskollegen den verschiedenen Familien von Westeros zuordnet? 
  • Sex oder eine Stadt erobern – Was ist besser? 
  • Hammel oder Baby? 
  • Hodor? Hodor?

Christian Schernthaner

Auch unsere Userin und Game of Thrones-Fan Tanja schildert uns ihren Eindruck von Folge 1

"Ich habe jetzt neun Monate auf diesen Moment gewartet. Leider bin ich sehr enttäuscht. Die Folge hat kaum etwas Neues gezeigt. Am Anfang hatte ich Tränen in den Augen. Das Geheule von Jons Schattenwolf Ghost hat mir in der Seele weh getan. Eigentlich hatte ich gedacht, dass Melisandre Jon wieder zurück holt. Ich hatte erwartet, dass Bran dabei ist und eventuell eine Rückblicksszene gezeigt wird ;-). Aber so kenne ich leider Game of Thrones."

Von Tanja "Snow", Administratorin der Facebookgruppe "Game of Thrones Deutschland"

Erleben Sie die 6. Staffel Game of Thrones bei Sky!

Du hast auch Lust uns deine Meinung zu den einzelnen Folgen zu schicken? Dann schicke einfach eine Mail an Martina.Hunger@ovb24.de.

Quelle: rosenheim24.de

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