„Aufdringliche, schamlose Propaganda“

„Die Schöne und das Biest“ zu schwul? Russland will Disney-Film verbieten

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Dan Stevens und Emma Watson bei der Filmpremiere von "Beauty and the Beast".

Moskau - In wenigen Tagen startet die langersehnte Realverfilmung von Disneys „Die Schöne und das Biest“ in den Deutschen Kinos. Ein russischer Politiker will den Filmstart in seinem Land allerdings verhindern.

Er ist einer der beliebtesten und erfolgreichsten Disney-Trickfilme der Historie: „Die Schöne und das Biest“. Nach seinem Erscheinen im Jahr 1991 erhielt der Film zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Oscar 1992 für die beste Filmmusik.

Nun kommt die Realverfilmung des beliebten Märchens in die Kinos, mit Emma Watson als Belle und Dan Stevens als Biest in den Hauptrollen. Lange haben die Fans auf diesen Moment gewartet. Wenn es allerdings nach dem russischen Politiker Vitaly Milonov ginge, sollten russische Fans den Streifen nie zu Gesicht bekommen, wie zuerst die britische Zeitung theguardian berichtete.

Grund dafür ist eine Aussage des Regisseurs Bill Conden gegenüber dem Attitude-Magazin, in dem er verlauten ließ, dass „Die Schöne und das Biest“ den ersten schwulen Disney-Charakter überhaupt darstelle. Nämlich in Form von LeFou, dem Gehilfen von Bösewicht Gaston. Conden, der aus seiner eigenen Homosexualität nie ein Geheimnis gemacht hat, sagte dazu: „LeFou ist jemand, dem gerade erst klar wird, dass er diese Gefühle hat.“ Deshalb werde es auch ein eher harmloser aber dennoch „exklusiver schwuler Moment in einem Disney-Film“ sein, so Conden.

Milonov: Gefährdung von Kindern durch "homosexuelle Propaganda"

Milonov bezeichnete den Film daraufhin als eine „aufdringliche, schamlose Propaganda von Sünde und pervertierten Sexualpraktiken". In Russland ist Homosexualität verpönt. Seit 2013 ist ein Gesetz gegen "homosexuelle Propaganda" in Kraft, das dem Schutz von Minderjährigen dienen soll und von Menschenrechtsorganisationen kritisiert wird. Milonov war für die Formulierung des Gesetzes mitverantwortlich.

Doch nicht nur in Russland sorgte Condens Aussage für einen Aufschrei. Laut dem amerikanischen Magazin Entertainment Weekly verkündete nun auch ein Kino im US-Staat Alabama, den Film nicht zeigen zu wollen. Der unglaubliche Grund: Homosexualität sei  laut Bibel nicht gestattet und das Kino wolle sich nicht gegen die Aussagen der Bibel stellen.

Komisch, dass die Homosexualität eines Disney-Charakters so hohe Wellen schlägt. Denn die Tatsache, dass es sich hier um die Liebesgeschichte eines überdimensionalen Büffels mit einem jungen Mädchen handelt, scheint für die Kritiker dagegen wohl völlig normal zu sein.

Die homophob anmutenden Aktionen, die seit Condens Aussage Wellen schlagen, sorgen allerdings nur für noch größere Publicity des Films. Wahre Fans werden sich von derartigen Vorkommnissen sicher nicht abschrecken lassen. In den sozialen Medien wurde Condens Aussage vielerorts begrüßt. Trotz der Prüderie einiger Weniger, wird der Erfolg des neuen Disney-Streifens also sicher nicht ausbleiben.

Nackt-Kritik für Belle-Darstellerin Emma Watson

Auch Belle-Darstellerin Emma Watson hatte im Vorfeld der Premiere für Diskussionen gesorgt. Die 26-jährige Frauenrechts-Aktivistin ließ sich freizügig für das Cover der Vanity Fair fotografieren. Vielen Kritikern gefiel das gar nicht, da es ihrer Meinung nach nicht in das Bild einer Frauenrechtlerin passe, sich so freizügig der (Männer)Welt zu präsentieren. Emma Watson allerdings ist der Meinung, dass es eben genau um das Recht ginge, als Frau entscheiden zu können, was man tun und zeigen wolle und was nicht und wetterte in einemBBC-Interview: „Was haben meine T****n damit zu tun?“ Eine berechtigte Frage...

kah

Zurück zur Übersicht: TV & Kino

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser