Brecht-Tochter und Schauspielerin Hanne Hiob tot

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Hanne Hiob ist gestorben.

Berlin/München- Die Schauspielerin und Bertolt Brechts älteste Tochter Hanne Hiob ist tot. Sie starb am Dienstagabend in München im Alter von 86 Jahren, teilte der Leiter des Brecht-Archivs in Berlin, Erdmut Wizisla, mit.

Er bestätigte damit einen Bericht des RBB-Kulturradios. Hiob errang vor allem als Interpretin von Brecht-Rollen große und auch internationale Anerkennung. Bekannt wurde sie auch mit dem "Anachronistischen Zug" nach Brechts gleichnamigem Gedicht, mit dem seine Tochter seit den 70er Jahren durch Deutschland zog. Eine kritische Darstellung über den CSU-Politiker und Kanzlerkandidaten Franz Josef Strauß führte dabei zu einer längeren gerichtlichen Auseinandersetzung.

Brecht hatte sich von seiner ersten Frau, der Sängerin Marianne Zoff, getrennt, als seine Tochter zwei Jahre alt war. 1928 heiratete ihre Mutter, bei der sie aufwuchs, in zweiter Ehe den Schauspieler Theo Lingen (1903-1978). In den 50er Jahren spielte Hiob am Theater am Kurfürstendamm in Berlin, später auch in Hamburg, Zürich und München. Unter anderem übernahm sie 1959 die Titelrolle in der von Gustaf Gründgens inszenierten Hamburger Uraufführung von Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe", die sie 1968 auch am (Ost-) Berliner Ensemble verkörperte. 1

976 zog sich Hiob vom Theater weitgehend zurück und widmete sich immer mehr ihrem gesellschaftspolitischen Engagement. 1990 gab sie unter dem Titel "Briefe an Marianne Zoff und Hanne Hiob" Briefe ihres Vaters heraus. 1998 lief der Kinofilm "100 Jahre Brecht" an, bei dem Hiob zusammen mit Ottokar Runze Regie führte und sich selbst spielte. 2005 wurde Hiob mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet.

dpa

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