„Wetten, dass...?” wird fortgesetzt

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Hannover – ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut hat angekündigt, die Show „Wetten, dass...?” auch nach dem schweren Unfall vom Samstag weitergehen zu lassen.

Allerdings müsse der Sicherheitsstandard erhöht werden, sagte Bellut dem Rundfunksender NDR 1 Niedersachsen. Das ZDF werde alles tun, damit ein solches Unglück nicht noch einmal vorkomme. Eine hundertprozentige Sicherheit könne es bei solchen Sendungen aber nie geben, betonte Bellut. Wettkandidat Samuel Koch hatte am Samstagabend in der Live-Sendung versucht, mit Sprungfedern unter den Füßen über ein fahrendes Auto zu springen und war dabei schwer gestürzt. Der 23-jährige Student aus Hannover zog sich schwere Halswirbel-Verletzungen zu und zeigt nach Angaben der Ärzte Lähmungserscheinungen. Er liegt seit einer Operation im künstlichen Koma.

Schwerer Unfall verursacht Abbruch von "Wetten, dass..?"

Der medienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Martin Dörner, forderte derweil ein neues Konzept der Sendung. Bestimmte Risikowetten sollten in Zukunft nicht mehr stattfinden, sagte er in den "Ruhr Nachrichten". Die Grünen-Medienpolitikerin Tabea Rößner warnte vor einem gefährlichen Buhlen um Fernsehzuschauer. Sie appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Fernsehmacher, im Kampf um bessere Quoten das Maß nicht zu verlieren.

Stuntman: Wette war nicht zu riskant

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War die Wette zu riskant, die der Kandidat bei "Wetten, dass..?" gewagt hat? Ein erfahrener Stuntman meint: Nein. René Lay, Geschäftsführer beim Bundesverband deutscher Stuntleute, erzählt auch von seinen eigenen Erfahrungen bei "Wetten, dass..?".

War die Wette, bei der sich der Kandidat schwer verletzt hat, zu schwierig?

"Es war eine sehr hohe Leistung, die der junge Mann da absolvieren wollte. Zwar nicht zu schwierig, aber eine Verkettung vieler Umstände. Es war nicht unmöglich, was er da vorhatte."

Würden Sie selbst diesen Stunt genauso machen? 

"Ich habe sowas selbst noch nicht gemacht. Wir würden es vermutlich auch anders lösen, wir würden den Kollegen an Seile hängen, damit wir nicht so ein großes Risiko eingehen müssen."

Sie waren selbst mal Kandidat bei "Wetten, dass...?". Wie hoch ist der Druck hinter den Kulissen?

"Vor zwei Jahren haben wir mal einen Feuerstunt gemacht. Die Kollegen von "Wetten, dass..?" waren sehr verantwortlich und sehr skeptisch. Sie haben gefragt, können wir das in einer Livesendung machen, funktioniert das, schafft Ihr das, können wir dieses Risiko eingehen? (...) Ich war sehr erstaunt, wie verantwortlich die Kollegen damit umgegangen sind und wie wenig sie auf Sensation aus sind. Im Gegenteil: Es soll die Leute unterhalten, aber es soll auf keinen Fall eine Gefahr für irgendjemanden sein."

Kann man als 23-Jähriger die Situation schon richtig einschätzen oder hat sich Samuel Koch vielleicht überschätzt?

"Man kann durchaus als 23-Jähriger soweit sein, so einen Stunt auszuführen. Der Kandidat hat sich sehr gut vorbereitet, er hatte gute Protektoren, er hatte einen Helm auf. Er war sich bewusst, was alles passieren kann. Unfalle passieren immer wieder. (...) Das ist etwas, das man immer in Kauf nehmen muss."

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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