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Polizeiruf 110: Der Traum vom Aufstieg

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Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau

Rostock - Schon an der Figur des Anton Pöschel (Andreas Guenther), der hier undercover im Gefängnis ermitteln muss, zeigt sich der Unterschied zu anderen Fernsehkommissaren.

Dieser Typ passt irgendwie in den Knast, ohne sich verkleiden zu müssen – und auch seine Kollegen sind manchmal verdammt nah dran an der Grenze, die Gut von Böse trennt. Nein, das ist kein Kaffeekränzchen, das Regisseur Christian von Castelberg im neuesten Rostocker „Polizeiruf 110“ (ARD) präsentiert. Hier wird nicht posiert oder gegockelt, hier gibt’s keine bürgerliche Mitte. Hier geht’s permanent ums nackte Überleben, ob bei den Ganoven oder bei der Polizei.

Eckhard Theophil hat mit „Einer trage des anderen Last“ ein Milieu gezeichnet, das durch und durch authentisch wirkt. Seine Geschichte über skrupellose Räuber, die sich nach Jahren bis aufs Blut bekriegen, ist auch die Geschichte eines Traums vom Aufstieg aus dem Elend – und zwar um jeden Preis. Es ist ein Abgrund von Abhängigkeiten, der sich dem Zuschauer hier öffnet, eine Welt, in der der (körperlich) Stärkere am Ende stets den Sieg davonzutragen scheint. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Wahl der Schauspieler. Unverbrauchte Gesichter, wie direkt aus der Unterwelt heraus gecastet, schaffen eine Atmosphäre, in der jederzeit jede Wendung möglich ist.

Zu dieser vielschichtigen Story, die en passant das Elend vieler Prostituierter und den erbarmungslosen Alltag im Gefängnis abbildet, passen die Kommissare. Nach dem Schuss auf seine Kollegin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) gleich am Anfang rückt Alexander Bukow ins Zentrum des Geschehens. Charly Hübner zeichnet diesen Ermittler mit Vergangenheit ungemein glaubwürdig in seinem Dilemma zwischen der Verpflichtung, streng nach Vorschrift zu handeln, und dem Drang, Gewalt mit Gewalt zu vergelten.

Gäbe es doch mehr solche erdigen Krimis, geschrieben, gespielt und gefilmt jenseits aller Konventionen!

Rudolf Ogiermann

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