Plagiatsvorwürfe gegen "Dr. Hope"-Autorenteam

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Heike Makatsch spielt die Hauptrolle in "Dr. Hope".

München - Die Plagiatsvorwürfe gegen Jungautorin Helene Hegemann sind noch in aller Munde, da droht womöglich ein neuer Urheberrechtsskandal.

Beim Drehbuch zum Fernseh-Zweiteiler "Dr. Hope - Eine Frau gibt nicht auf" mit Heike Makatsch in der Hauptrolle, den das ZDF im März zeigt, hat das Autorenteam möglicherweise abgeschrieben. Die im oberbayerischen Pöcking lebende Historikerin Marita Krauss wirft dem Münchner Drehbuchautor Torsten Dewi und seiner Co-Autorin Katrin Tempel vor, sich ordentlich an ihrer Biografie über Hope Bridges Adams Lehmann bedient zu haben, wie sie dem "Münchner Merkur" (Donnerstagsausgabe) sagte.

Krauss, die den Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte an der Uni Augsburg innehat, hat eine grundlegende Forschungsarbeit über die erste Ärztin in Deutschland und Vorreiterin der Frauenemanzipation geschrieben - auf Basis einer schwierigen Quellenlage. Dewi und Tempel wirft sie vor, vor allem ihre Schlussfolgerungen kopiert zu haben. "Die beiden Autoren haben sogar meine Tippfehler abgeschrieben", sagte sie der Zeitung. "Es wurde alles ungeprüft übernommen." Vieles im Film sei zudem "extrem verfälschend" dargestellt, so Krauss über die fünf Millionen Euro teure, gebührenfinanzierte Produktion.

Das ZDF zeigt den Zweiteiler am 22. und 24. März jeweils um 20.15 Uhr, Arte sendet ihn am 19. März um 20.15 und 21.45 Uhr. Krauss fordert eine angemessene Abgeltung sowie die Nennung ihres Namens im Abspann. Dewi reagierte gereizt auf das Thema und wollte sich nicht weiter dazu äußern. Hauptdarstellerin Makatsch teilte mit, sie habe zur Vorbereitung der Rolle das Buch von Krauss und eines von der Ärztin selbst gelesen.

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