"Zettel einwerfen manchmal schnellste Lösung"

Paketdienste: Insider decken in TV-Doku die Probleme auf

Stuttgart - Besonders zur Weihnachtszeit ärgern die Kunden sich häufig über Defizite in der Paketzustellung. Der "Marktcheck" des SWR deckt die Gründe für die vielen Probleme auf.

Gerade in der Weihnachtszeit sind Paketdienste besonders gefragt und haben eine Menge zu tun. Doch jedes Jahr ärgern sich zehntausende Kunden über beschädigte oder verschollene Päckchen sowie Sendungen, die ewig lange unterwegs sind. Der "Marktcheck" am 6. Dezember um 20.15 Uhr im SWR blickt hinter die Kulissen, deckt die Gründe für die Probleme auf und spricht mit Insidern über die Abläufe im Pakethandel. Einige Details wurden bereits vorab veröffentlicht.

UPS und DPD schneiden am schlechtesten ab

Eine aktuelle Studie des Bundesverbandes Onlinehandel mit 35 Millionen ausgewerteten Versandergebnissen ergab, dass alle Paketzusteller unter den vorweihnachtlichen Problemen zu kämpfen haben - doch es gibt Unterschiede. Die DHL schafft es am häufigsten, ein Paket direkt beim ersten Versuch zuzustellen. Es folgen Hermes und GLS auf Platz zwei. UPS und DPD sind am unzuverlässigsten. Beinahe jedes zehnte Paket (acht Prozent) kommen nicht beim ersten Mal klingeln beim Kunden an.

Mitarbeiter stehen unter Druck

Grund dafür kann unter anderem auch der Druck sein, dem die Paket-Boten ausgesetzt sind. Im Interview mit dem SWR gibt ein Mitarbeiter eines der schlechter abschneidenden Zulieferer zu: "Wir haben pro Paket nur ein paar Minuten Zeit für die Zulieferung, wir kommen jetzt zum Teil einfach nicht mehr hinterher. Da kann es auch mal vorkommen, dass wir nicht lange genug vor der Haustür warten können. Oder noch bei den Nachbarn klingeln. Der schnelle Einwurf des Zustellzettels ist da manchmal die schnellste Lösung."

ver.di prangert Sub-Unternehmer-Prinzip an

Im Interview gibt ein UPS-Bote zu, den Mindestlohn von 8,50 Euro zu erhalten - für acht Stunden. Wie lange er wirklich arbeitet, ist dabei egal. Überstunden werden ihm zufolge nicht bezahlt. "Die Vertragspartner erhalten eine leistungsabhängige Vergütung", lautet hier die Erklärung der UPS. Die Gewerkschaft ver.di ist wütend über solche Geschäftsbedingungen. Sie prangert an, dass bei den Sub-Unternehmen Schutzregelungen und Arbeitsregelungen bewusst außer Kraft gesetzt würden.

Ein lange währendes Thema

Beim "SWR-Marktcheck" schnitt die DHL-Delivery am besten ab, da diese am wenigsten Sub-Unternehmen beschäftigt und die Mitarbeiter nach Tarif-Verträgen bezahlt werden. Dennoch läuft auch hier nicht immer alles reibungslos.

Bereits vor einiger Zeit hatte offenbar ein DHL-Bote auf Reddit Antworten auf unangenehme Fragen zum Thema Paket-Zustellung geben gegeben und damit manchen Misstand aufgedeckt. Daraufhin hatte ein weiterer DHL-Auslieferer gegenüber unserer Onlineredaktion ebenfalls den Druck der Unternehmer auf die Mitarbeiter angeprangert, aber auch zugegeben, dass viele Kollegen, sich von den Arbeitsbedingungen zu schnell demotivieren lassen.

kah

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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