Oster-Tatort: Klug gedacht, wenig raffiniert gemacht

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Willkommen am Kölner Hauptbahnhof: Die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, l.) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, r) holen ihre Kollegen Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) ab.

Leipzig/Köln - Zwei Städte, zwei Ermittlerteams: Was beim Oster-Doppel-Tatort so vielversprechend beginnt, verflüchtigt sich schnell zu einem vorhersehbaren Krimi-Ende. Lesen Sie hier die Kritik!

Es fing alles so spannend, so durchdacht an. Doch am Ende des zweiteiligen Oster-„Tatorts“ gingen Drehbuchautor Jürgen Werner offenbar die Ideen aus. Anders ist es nicht zu erklären, warum Hauptkommissarin Eva Saalfeld mal wieder von einem Täter bedroht wurde und mal wieder von ihrem Kollegen Andreas Keppler (Martin Wuttke) gerettet werden musste. Oder steht das in Simone Thomallas Vertrag?

Dabei wirkte das Experiment anfangs wirklich gelungen, die Geschichte rund um die ausgerissenen Mädchen mit Hilfe zweier Ermittlerteams, zweier Städten und zweier Teile, die auch unabhängig voneinander existieren können, zu erzählen. Gut, die Straßenstrich-Szenen in Leipzig erinnerten eher an die jüngste „Germany’s next Topmodel“-Folge, aber das darum zusammengestrickte Aufeinandertreffen der Kommissaren-Paare war klug konzipiert. Und dann brachte nicht nur der Kölner Lonesome Cowboy Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) seine Macken und Probleme mit nach Leipzig, sondern sprach auch noch prompt beim „Einzug“ die Soli-Debatte an. Herrlich!

Aber dann folgte der zweite Teil in Köln, und mit ihm verflüchtigte sich das Erfrischende und das Fingerspitzengefühl. Die Geschichte wurde lahm, vorhersagbar gar. Die Eifersüchteleien wegen der neuen Kommissar-Paarung Saalfeld-Schenk (Dietmar Bär) wurden obligatorisch, genauso wie die überdeutlichen Zeichnungen der Gutmenschen und Fieslinge. Nur bei Lotte Flack (als Anna Römer) schimmerte durch, dass sie mehr sein kann als das klassische blonde Püppchen-Opfer – würde man ihr diese Klischee-Sprengung nur gestatten.

Mehr Raffinesse und weniger klassischer Krimi-Schluss also wären schön gewesen. Doch es besteht Hoffnung, denn das war ja nicht der erste Zusammenschluss zweier Ermittlerteams.

Alle Tatort-Teams ab Herbst 2012

Angelika Mayr

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