Verleihung heute in Los Angeles

Oscars 2017: Die Favoriten und Prognosen

+
Die diesjährigen Oscars 2017 werden so spannend wie nie zuvor.

Los Angeles - Heute werden in Los Angeles zum 89. Mal die Oscars verliehen. Hier erfahren Sie alles über die diesjährigen Favoriten, alle Nominierungen und unsere Prognosen.

So heiß diskutiert wie in diesem Jahr waren die Oscars sehr selten. Umso mehr noch, seit der romantische Musicalfilm „La La Land“ mit 14 Nominierungen eine Rekordzahl vorlegt, die bislang nur die Filme „Alles über Eva“ und „Titanic“ erreichten. Die voran gegangenen Vorboten „Golden Globes“ und „SAG-Awards“ lieferten auch keine eindeutigen Ergebnisse.

Die Oscars 2017 bei uns im Live-Ticker

Wir haben uns deswegen an eine umfangreiche Oscar-Vorstellung gewagt, um Sie für die heutige Sonntagnacht (26. auf 27. Februar 2017) perfekt einzustimmen. Ab 23:20 Uhr geht es los mit der Oscar-Vorbereitung auf ProSieben, die Live-Übertragung läuft dann ab 02:30 Uhr aus dem Dolby Theatre. 

Oscars 2017: Kategorie „Bester Film“ - Nominierungen und Favoriten

Arrival

Produktion: Shawn Levy, Dan Levine, Aaron Ryder und David Linde

Im faszinierenden Science-Fiction-Film „Arrival“ versuchen Linguistik-Experten herauszufinden, ob die auf der Erde gelandeten Außerirdischen friedlich oder bedrohlich sind. Nominiert insgesamt für acht Oscars.

Fences

Produktion: Scott Rudin, Denzel Washington und Todd Black

Im Pittsburgh der 1950er Jahre kämpft ein Afroamerikaner und ehemaliger Baseball-Spieler in „Fences“ gegen Rassismus und andere Härten seines Alltags. Nominiert für vier Oscars.

Hacksaw Ridge - Die Entscheidung

Produktion: Bill Mechanic und David Permut

Der Kriegsfilm „Hacksaw Ridge“ dreht sich um den realen pazifistischen Kriegshelden Desmond T. Doss, der im zweiten Weltkrieg ohne eine Waffe zu benutzen 75 Kameraden aus der Todeszone in Okinawa rettete. Nominiert für sechs Oscars.

Hell or High Water

Produktion: Carla Hacken und Julie Yorn

Zwei Brüder rauben aus Sorge um die eigene Farm in „Hell or High Water“ Banken in Texas aus. Ein Texas Ranger, der Jagd auf sie macht, löst ein unerbittliches Katz- und Maus-Spiel um Geld und Gerechtigkeit aus. Nominiert für vier Oscars.

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

Produktion: Donna Gigliotti, Peter Chernin, Jenno Topping, Pharrell Williams und Theodore Melfi

Hidden Figures“ ist die wahre Geschichte um drei unglaublich intelligente Frauen (Katherine Johson, Dorothy Vaughn und Mary Jackson), die als Afro-Amerikanerinnen bei der NASA arbeiten und trotz Rassengrenzen ihre Träume verwirklichten. Nominiert für drei Oscars.

La La Land

Produktion: Fred Berger, Jordan Horowitz und Marc Platt

Zwei hoffnungslose Träumer versuchen bei „La La Land“ in Los Angeles endlich erfolgreich zu werden. Dass Ruhm nicht nur Liebende zusammenbringen, sondern sie auch trennen kann, zeigt diese Hommage an das alte Hollywood. Nominiert für 14 Oscars.

Lion

Produktion: Emile Sherman, Iain Canning und Angie Fielder

Als Müllsammler am Bahnhof, geht der kleine Saroo in einem Zug verloren und landet in „Lion“ am anderen Ende Indiens in einem Waisenhaus. Von liebevollen Eltern in Australien adoptiert und großgezogen, stellt sich Saroo als Erwachsener die Frage nach seiner Herkunft und versucht, seine Familie zu finden. Nominiert für sechs Oscars.

Manchester by the Sea

Produktion: Matt Damon, Kimberly Steward, Chris Moore, Lauren Beck und Kevin J. Walsh

Im bildgewaltigen Drama „Manchester by the Sea“ bekommt Lee Chandler den Vormund für seinen Teenager-Neffen und muss zurück in seine ehemalige Stadt ziehen. Dort reißen die Wunden der Vergangenheit auf und konfrontieren den zurückgezogenen Einzelgänger mit der Frage, ob er der neuen Herausforderung überhaupt gewachsen ist. Nominiert für sechs Oscars.

Moonlight

Produktion: Adele Romanski, Dede Gardner und Jeremy Kleiner

Eine zeitlose Geschichte um einen Afroamerikaner mit kaputter Kindheit inmitten des Lärms und der Drogenkriege der 80er Jahre in Miami ist „Moonlight“. Hinter dem Schutzschild aus Muskeln und Kriminalität verschleiert Chiron seine Homosexualität - bis er seinen ersten Liebhaber wieder trifft. Nominiert für acht Oscars.

Prognose: Bei den Oscars 2017 ist das Rennen um den besten Film des Jahres besonders knapp. Ein wenig abseits der möglichen Gewinner stehen „Fences“, „Hell or High Water“, „Hacksaw Ridge“, „Hidden Figures“ und „Lion“, weil die fünf Filme zwar ausgezeichnet waren, aber die Leistung für einen Oscar 2017 trotzdem nicht ausreicht.

Im Mittelfeld sehen wir „Arrival“, der zwar lange nachwirkte, aber als Science-Fiction-Film für einen Oscar eher schlechte Karten hat. Zuletzt wurde „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“, was als Fantasy-Film tendenziell in die Richtung geht, im Jahr 2004 mit einem Oscar für den besten Film ausgezeichnet.

Platz drei belegt für uns „Manchester by the Sea“. Der Film hat alles richtig gemacht, aber es gibt einfach zwei noch bessere Alternativen. Und ab diesem Zeitpunkt ist es pure Spekulation, wie die Mitglieder des Oscar-Komitees abstimmen werden, denn sowohl „Moonlight“, als auch „La La Land“ stehen auf der Pole-Position für den Oscar 2017. Vom Gefühl her tippt die Redaktion auf „Moonlight“.

Es wird in diesem Jahr zu einem Stechen zwischen Damien Chazelle (links) und Barry Jenkins (rechts) kommen.

Oscars 2017: Kategorie „Beste Regie“ - Nominierungen und Favoriten

Damien Chazelle

La La Land

Chazelle ist ein US-amerikanischer Drehbuchautor und Filmregisseur. Mit seinem oscarprämierten Debütfilm „Whiplash“, in dem ein junger Schlagzeuger bis zum blutigen Exzess spielt, katapultierte er sich in die A-Liga. Mit „La La Land“ liefert Chazelle jetzt eine beschwingte Musical-Romanze wie in den Goldenen Zeiten von Fred Astaire. Bisher erhielt der Film mehr als 140 Auszeichnungen und erreichte mit 14 Oscar-Nominierungen eine Rekordanzahl.

Mel Gibson

Hacksaw Ridge - Die Entscheidung

Lange Zeit galt Schauspieler, Filmregisseur und Produzent Mel Gibson als rotes Tuch in der Branche. Als „Mad Mel“ machte er mit Alkoholsucht, antisemitischen Pöbeleien oder heftigen Streitigkeiten mit Exfreundinnen Schlagzeilen. Durch seinen in Australien gedrehten Kriegsfilm „Hacksaw Ridge“ aber schafft es Mel Gibson jetzt, sich aus der Asche seiner Vergangenheit zu erheben und ein beeindruckendes Kriegs-Epos zu drehen.

Barry Jenkins

Moonlight

Der in Miami geborene Regisseur und Drehbuchautor katapultiert sich mit seinem zweiten Spielfilm „Moonlight“ nach ganz oben. Seit der Vorstellung dieses Film beim „Toronto International Film Festival“ sahnte „Moonlight“ Nominierungen der Golden Globes und des Directors Guild of America Award ab und gilt als insgeheimer Favorit der diesjährigen Oscars.

Kenneth Lonergan

Manchester by the Sea

Nach zwei Oscar-Nominierungen für die Filme „You can count on me“ und „Gangs of New York“ wird der US-amerikanische Drehbuchautor und Filmregisseur mit dem Drama „Manchester by the Sea“ bei den Oscars 2017 gleich für zwei Goldjungen nominiert - Beste Regie und bestes Originaldrehbuch.

Denis Villeneuve

Arrival

Nach dem Oscar-nominierten Drogenkrieg-Film „Sicario“ verfilmt Villeneuve den Science-Fiction-Film „Arrival“ nach einer Kurzgeschichte von Ted Chiang, „Story of you life“(1998). Bei den Internationalen Festspielen von Venedig feierte Arrival seine Premiere und brachte eine weltweite Einnahme von 191 Millionen US-Dollar ein.

Prognose: Auch wenn Denis Villeneuve und Kenneth Lonergan mit vielschichtigen, bildgewaltigen und äußerst feinsinnigen Geschichten einen Oscar verdient hätten, wird die Auszeichnung bei den Oscars 2017 an Damien Chazelle gehen. Bei der Verleihung der Golden Globe Awards 2017 gewann der Film Preise in allen sieben nominierten Kategorien, was ihn auch in Wettbüros zum klaren Favoriten für die beste Regiearbeit markiert.

Ein weiterer möglicher Kandidat wäre noch Barry Jenkins für „Moonlight“, weil die Oscar-Academy gerne auch mal unorthodoxe Entscheidungen trifft, um das Publikum zu überraschen, wie im Jahr 2016. Letztes Jahr wurde „Mad Max“ zwar mit sechs Auszeichnungen geehrt, der beste Film sowie das Originaldrehbuch gingen dann aber an den Journalistenfilm „Spotlight“.

Bekommt Casey Affleck in diesem Jahr den Oscar als bester Hauptdarsteller?

Oscars 2017: Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ - Nominierungen und Favoriten

Casey Affleck

Manchester by the Sea

Nach einer Oscar-Nominierung für „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“, verkörpert er im Drama Lee Chandler, der die Verantwortung für seinen pubertierenden Neffen übernehmen soll und daran wächst. Traurig!

Andrew Garfield

Hacksaw Ridge - Die Entscheidung

Garfields Darstellung des Sanitätssoldats Desmond T. Doss als pazifistischer Kriegsheld unter der Regie von Mel Gibson hat vorab viele Kritiker überzeugt und beschert dem 33-Jährigen seine erste Oscar-Nominierung. Hoffnungsvoll!

Ryan Gosling

La La Land

Als charismatischer Jazz-Pianist hat Goslings‘ Charakter Sebastian mit Inspiration, Leidenschaft zur Musik und Liebe zu seiner Seelenpartnerin Mia zu kämpfen. Er singt, spielt hervorragend Klavier, tanzt und hätte sich diesen Oscar bei den ganzen Fähigkeiten definitiv „erarbeitet“. Beeindruckend!

Viggo Mortensen

Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück

Seit seiner Rolle als „Aragorn“ in „Der Herr der Ringe“ kennt und liebt die Welt Viggo Mortensen, der hier für seine charakterstarke Rolle eines überzeugten Aussteigers und Familienoberhaupts in „Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück“ nominiert wurde. Als Vater von sechs Kindern versucht er darin, seine Familie nach dem Selbstmord seiner Frau durch ein rigoroses körperliches und geistiges Training so gut wie möglich auf die „Gefahren des Lebens“ vorzubereiten. Das ist Mortensens zweite Oscar-Nominierung. Hypnotisch!

Denzel Washington

Fences

Als beängstigend eindringlicher Ex-Baseballspieler verkörpert der zweifache Oscar-Preisträger den Afroamerikaner Troy Maxson während der 1950er Jahre in Pittsburgh. Denzel Washington hat bei „Fences“ auch die Regie übernommen. Gefährlich!

Anmerkung: Irgendwie scheint die Academy Jake Gyllenhaal dauernd außen vor zu lassen. Im letzten Jahr wurden seine Leistungen in „Everest“, „Southpaw“ und „Nightcrawler“ übersehen und auch 2017 hat er trotz einer prägnanten Darstellung in „Nocturnal Animals“ keine Nominierung erhalten. Schade.

Prognose: Bei den Oscars 2017 sind fünf wirklich starke Künstler vertreten. Ein bisschen Verwunderung erzeugte die Nominierung von Viggo Mortensen, dessen Film „Captain Fantastic - Einmal Wildnis und zurück“ nicht ganz auf der üblichen Agenda der Oscar-Academy steht. Wir wünschen den Oscar in diesem Jahr - trotz „La-La“-Hype - Charakterdarsteller Casey Affleck, der mit seiner brillanten Darstellung in „Manchester by the Sea“ in die Liga der Giganten aufsteigt. 

Emma Stone steht bei den Oscars 2017 für die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin hoch im Kurs.

Oscars 2017: Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ - Nominierungen und Favoriten

Isabelle Huppert

Elle

Die französische Film- und Theater-Schauspielerin krönt ihre 46 Jahre andauernde Film-Karriere jetzt mit ihrer ersten Oscar-Nominierung. In „Elle“ spielt sie eine erfolgreiche Chefin einer Videospielfirma, deren Leben sich schlagartig ändert, als sie in ihrer Wohnung von Unbekannten vergewaltigt wird. Psychotisch!

Ruth Negga

Loving

Seit der Auszeichnung als „Shooting Star für Irland“ bei der Berlinale 2006 wird die 35-jährige äthiopisch-irische Schauspielerin für ihre Rollen verehrt. Die oftmals am Theater spielende Negga beeindruckt in „Loving“ als Mildred Loving, die 1967 tatsächlich einen Rechtsstreit vor dem obersten Bundesgericht gewann, welches vorherige Gesetze gegen Mischehen außer Kraft setzte. In Deutschland hat Universal Pictures den Filmstart aus unbekannten Gründen abgesagt.

Natalie Portman

Jackie: Die First Lady

Die scheinbar nicht alternde israelisch-US-amerikanische Schauspielerin gewann bereits für ihre Rolle in „Black Swan“ den Oscar 2011. In „Jackie: Die First Lady“ verkörpert sie die ikonische Präsidentengattin und ehemalige First Lady Jackie Kennedy in einem Zeitraum zwischen dem tödlichen Anschlag auf ihren Mann und ihrem Auszug aus dem Weißen Haus. Eindringlich!

Emma Stone

La La Land

Emma Stone hat sich nach und nach von der eher grauen Maus in romantischen Komödien („Einfach zu haben“) zu einer ernst zu nehmenden Hollywood-Beauty mit charakterstarken Rollen gewandelt. So auch in „La La Land“, in der sie die angehende Schauspielerin Mia verkörpert, die unbedingt ihren Traum verwirklichen möchte. Magisch!

Meryl Streep 

Florence Foster Jenkins

Mit 20 Oscar-Nominierungen und drei Oscars ist die amerikanische Schauspielerin eine der gefragtesten und in der Branche erfolgreichsten Filmdarstellerinnen weltweit. In „Florence Foster Jenkins“ mimt Mary Louise Streep (wie sie ursprünglich heißt) die Amateursängerin Florence Foster Jenkins in den Kriegsjahren, die, obwohl sie wirklich nicht singen kann, immer an ihrer Hoffnung festhält. Ermutigend!

Anmerkung: Und wieder steht Meryl Streep auf dieser Liste, als hätte sie, egal bei welcher Rolle, eine Nominierung abonniert. Kein Zweifel, sie ist eine der besten Schauspielerinnen des Jahrhunderts, aber wir ärgern uns, dass Amy Adams keinen Platz in dieser Kategorie hat, die sowohl in „Nocturnal Animals“ als auch in „Arrival“ unermesslich großartige Leistungen erbrachte.

Prognose: Bei den Oscars 2017 wird es ein Rennen zwischen drei Schauspielerinnen werden: Ruth Negga, weil ihre Darstellung als Frau in einer Mischehe bei „Loving“ lange Schatten wirft. Natalie Portman, weil „Jackie“ durch sie auf noch höhere Ebenen gehoben wurde und Emma Stone, weil sie als federleichte Mia in „La La Land“ einen Funken Hoffnung auf die Leinwand zauberte. Letzten Endes tippen wir auf Emma Stone.  

Oscars 2017: Kategorie „Bester Nebendarsteller“ - Nominierungen und Favoriten

Mahershala Ali

Moonlight

Der leider etwas unterschätze Mahershala Ali darf endlich in einem Oscar-prämierten Werk glänzen. Sonst kennt man den US-amerikanischen Schauspieler eher aus Serienformaten wie „CSI“, „House of Cards“ oder „Crossing Jordan“. In „Moonlight“ verkörpert Ali einen kubanischen Einwanderer und Drogenhändler und wird zurecht als potenzieller Sieger in dieser Kategorie gehandelt.

Jeff Bridges

Hell or High Water

Mit seinem durchdringenden Akzent und der autoritären Haltung war Jeff Bridges eine gute Wahl als Texas Ranger in „Hell or High Water“, der im Film zwei Bankräuber verfolgt. Nach seiner Oscar-prämierten Rolle in „Crazy Heart“ 2010, ist das insgesamt seine siebte Nominierung.

Lucas Hedges

Manchester by the Sea

Der erst 20-Jährige Lucas Hedges spielte als Newcomer in der Branche bereits in hochkarätigen Produktionen wie „The Zero Theorem“, „Grand Budapest Hotel“ oder „Lady Bird“ mit. Durch seine Darstellung eines Vollwaisen in „Manchester by the Sea“ wird so mancher Regisseur auf den New Yorker aufmerksam werden.

Dev Patel

Lion

Die Verkörperung der Titelrolle in dem Spielfilm „Slumdog Millionaire“ machte Dev Patel berühmt. Seitdem spielte er sich mit tiefgründigen Geschichten wie in „Die Poesie des Unendlichen“ Stück für Stück als ernst zunehmender Schauspieler nach oben. In „Lion“ verkörpert der 26-jährige Brite ein indisches Waisenkind, das von wohlhabenden Australiern groß gezogen wurde und sich jetzt als Erwachsener auf die Suche nach seinen Wurzeln begibt.  

Michael Shannon

Nocturnal Animals

In dem aufreizend ästhetischen Psycho-Thriller „Nocturnal Animals“ verkörpert der in Kentucky geborene Michael Shannon einen an Lungenkrebs erkrankten Ermittler, der nach Mord und Vergewaltigung zweier Frauen vor nichts zurückschreckt, um die Täter zu kriegen. Das ist seine zweite Oscar-Nominierung.

Prognose: Eine sehr breit gefächerte Nominierung. Jeff Bridges (67), Lucas Hedges (20) und Michael Shannon (42) teilen die Alterssparten ordentlich auf. Wer gewinnen sollte, wäre eindeutig Michael Shannon für „Nocturnal Animals“, tatsächlich aber wird wohl Mahershala Ali das Rennen um den Oscar 2017 in diesem Jahr für sich entscheiden.

Ebenfalls für sehr viele Oscars nominiert: Der Mathematikerinnen-Film „Hidden Figures“

Oscars 2017: Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ - Nominierungen und Favoriten

Viola Davis

Fences

Für Viola David läuft es seit ihrem Durchbruch im mehrfach Oscar-nominierten Rassismus-Drama „The Help“ bestens. Die 51-jährige Schauspielerin spielte seitdem in neun Filmen und der Serie „How to get away with Murder“ mit, für die sie als erste afroamerikanische Schauspielerin mit einem Emmy ausgezeichnet wurde. An der Seite von Denzel Washington überstrahlt sie den Hauptdarsteller mit der Verkörperung seiner Ehefrau.

Naomie Harris

Moonlight

Die aus „James Bond“ bekannte Eve Moneypenny, Naomi Harris, spielt in „Moonlight“ die drogensüchtige Mutter des Hauptcharakters. Regisseur Barry Jenkins ließ viele charakterliche Nuancen seiner eigenen Mutter in die Rolle einfließen. 

Nicole Kidman

Lion

Ein weitaus bekannteres Gesicht auf dieser Liste ist Nicole Kidman. Nach einer Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin 2003 für „The Hours“ und zwei weiteren Nominierungen, spielt Kidman in dem Drama die Mutter des adoptierten indischen Waisenkindes Saroo.

Octavia Spencer

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

Als smarte und unnachahmlich selbstbewusste Afro-Amerikanerin verkörpert Octavia Spencer in „Hidden Figures“ die Mathematikerin Dorothy Vaughn, die als Mitarbeiterin bei der NASA große Beiträge zur Raumfahrttechnik während der Zeit des „Wettlaufs ins All“ leistete. Nach ihrer Auszeichnung als beste Nebendarstellerin in „The Help“ 2012, ist das Spencers zweite Nominierung.

Michelle Williams

Manchester by the Sea

Die bereits zum vierten Mal Oscar-nominierte Michelle Williams verkörpert in dem Drama „Manchester by the Sea“ die ehemalige Frau des Hauptcharakters, Lee Chandler, den sie nach seiner Rückkehr in das einstige Heimatdorf wieder trifft.

Prognose: Mit drei afro-amerikanischen Frauen (Viola Davis, Naomie Harris und Octavia Spencer) hat sich die Academy die Vorwürfe, ausschließlich „Weiße“ würden bei den Oscars nominiert, deutlich zu Herzen genommen. Und auch wenn sowohl Harris als auch Spencer faszinierende Charaktere verkörpern durften, war in diesem Jahr keine Darstellung so eindringlich wie die von Schauspielerin Viola Davis, die wir als klare Siegerin in dieser Kategorie sehen.

„Moonlight" könnte neben „La La Land“ der große Überraschungssieger bei den Oscars 2017 werden. 

Oscars 2017: Kategorie „Bestes adaptiertes Drehbuch“ - Nominierungen und Favoriten

Luke Davies

Lion

Der australische Romanautor verfasste das Drehbuch zu „Lion“ nach dem autobiografischen Roman „A Long Way Home“ von Saroo Brierley. Das ist seine erste Oscar-Nominierung.

Eric Heisserer

Arrival

Bisher eher in der Horrorschiene arbeitend (u.a. Drehbücher für „Final Destination 5“, „Lights Out“ und die Neuauflage von „Nightmare on Elm Street“), gelang ihm mit dem Drehbuch zu „Arrival“ jetzt der ganz große Coup. Das ist Heisserers erste Oscar-Nominierung.

Barry Jenkins (Drehbuch), Tarell Alvin McCraney (Story)

Moonlight

In einem eher ärmeren Viertel Miamis groß geworden, floss viel von Jenkins‘ eigener Umgebung in „Moonlight“ ein. Der Film basiert auf dem Theaterstück „In Moonlight Black Boys Look Blue“ von Tarell Alvin McCraney und behandelt in drei Kapiteln die Lebensgeschichte des homosexuellen Straßenrebellen Chiron und wie er innerhalb des Drogenkrieges der 80er Jahre aufwächst. Mit der Nominierung als bester Regisseur ist das bereits jetzt ein doppelter Triumph für Barry Jenkins.

Allison Schroeder und Theodore Melfi

Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen

Nach einem Sachbuch von Margot Lee Shetterly schrieb Allison Schroeder zusammen mit Theodore Melfi das Drehbuch zu „Hidden Figures“, dass die Geschichte dreier afroamerikanischer Mathematikerinnen erzählt, die führend am Mercury- und Apollo-Programm der NASA beteiligt waren. Schroeder arbeitete selbst vier Jahre bei der NASA, genauso wie ihre Großeltern in den 1960er und 1970er Jahren. Sie konnte also ihr ganzes Fachwissen einfließen lassen. 

August Wilson (postum)

Fences

Bereits am 2.10.2005 verstarb der zweifache Pulitzer-Preisträger August Wilson in Seattle an Leberkrebs. Wilson gilt als bedeutendster afroamerikanischer Dramatiker und erhielt einen seinen Pulitzer bereits 1987 für „Fences“. Weil Denzel Washington jetzt sein Werk verfilmte, erhielt Wilson postum eine Oscar-Nominierung als Drehbuchautor.

Prognose: Überirdisch im wahrsten Sinne des Wortes. Obwohl der Film ein Science-Fiction mit eher „klassischer“ Handlung ist (Aliens kommen auf die Erde und keiner weiß, was passiert), hat es „Arrival“ geschafft, sich durch Dialoge, seine unterschwellige Spannung und ruhige Atmosphäre ganz von oberflächlichen Alien-Klischees zu befreien und wird dadurch nach Meinung der Redaktion zum Meilenstein.

Oscars 2017: Kategorie „Bestes Originaldrehbuch“ - Nominierungen und Favoriten

Damien Chazelle

La La Land

Einst wollte der Franzose Jazz-Schlagzeuger werden, ließ aber zum Glück sein Rhythmusgefühl in die Filme und Drehbücher einfließen, die er heute schreibt. Nach dem Jazzfilm „Whiplash“ liefert Chazelle mit „La La Land“ auch ein Jazz-verliebtes Spektakel, dass für ihn selbst ein Herzensprojekt war und dessen Drehbuch er bereits vier Jahre vor Verfilmung verfasste.

Giorgos Lanthimos und Efthymis Filippou

The Lobster

Der griechische Filmschauspieler, Filmproduzent, Film- und Theaterregisseur entwarf das Drehbuch zu „The Lobster“ in Zusammenarbeit mit Efthymis Filippou. Der Film handelt von einer dystopischen Geschichte, in der Singles 45 Tage Zeit bekommen, sich einen Partner oder eine Partnerin zu suchen, ansonsten werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt. Die Geschichte wurde bereits 2015 mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

Kenneth Lonergan

Manchester by the Sea

Das Originaldrehbuch zu „Manchester by the Sea“ verfasste Lonergan 2016. Effektvolle, leise Dialoge, spannungsgeladene Momente und eine herzzerreißende Geschichte zeichnen „Manchester by the Sea“ aus. Der Strudel aus Liebe, zarten Gefühlen, Humor und Tragik machen diese Geschichte zu etwas ganz Besonderem.

Mike Mills

20th Century Women

Der amerikanische Regisseur war bisher eher durch Musikvideos für Künstler wie Moby, Yoko Ono und Air bekannt. Das Drehbuch von „20th Century Women“ über fünf unterschiedliche Frauen Ende der 70er Jahre, welches mit Annette Benning, Elle Fanning, Greta Gerwig und Billy Crudup prominent besetzt ist, bringt dem Tausendsassa seine erste Oscar-Nominierung ein.

Taylor Sheridan

Hell or High Water

Schon Sheridans‘ Schauspieldebüt hatte etwas mit Texas Rangern zu tun. Da bleibt der Gedanke nicht weit, nach „Sicario“ mit „Hell or High Water“ wieder zurück zu den Ursprüngen zu kommen. Das Drehbuch zum Film, in das Taylor Sheridan klassische Western-Motive in eine Geschichte aus der wirtschaftspolitischen Gegenwart einschleust, brachte ihm neben der Oscar- auch eine Golden Globe Nominierung ein.

Prognose: Auch hier gibt es einen „Soll-Kandidaten“ und einen „Wird-Kandidaten“. „Soll“ ist in bei den Oscars der ungewöhnliche „The Lobster“, gewinnen wird aber auch hier wohl „La La Land“. 

Das Drama „Lion" könnte in diesem Jahr den Oscar für die beste Kamera gewinnen.

Oscars 2017: Kategorie „Beste Kamera“ - Nominierungen und Favoriten

Greig Fraser

Lion

Der australische Kameramann wagte sich mit „Lion“ an schnelle Schnitte, aufwendige Landschafts-Kamerafahrten in Indien und intensive Nahaufnahmen und wird damit zurecht als heißer Kandidat auf einen Oscar gehandelt.

James Laxton

Moonlight

Eine besonders detailgetreue Zusammenarbeit mit dem Regisseur zeichnete James Laxton in „Moonlight“ aus. Bereits vor Drehbeginn wurde ermittelt, wie weit die Kontraste minimiert werden können, ohne dass die Details und die Farbtiefe an Bedeutung verlieren. Jedes der drei Kapitel im Film erhielt spezielle Farbpaletten, damit sich die Kapitel farblich voneinander unterscheiden. Sternchen für gewissenhafte Arbeit!

Rodrigo Prieto

Silence

Der mexikanisch-amerikanische und „Haus-und-Hof“-Kameramann von Alejandro González Iñárritu, setzt in „Silence“ zwei Jesuiten effektvoll vor die Linse, die nach Japan reisen, um ihren ehemaligen Mentor ausfindig zu machen. 

Linus Sandgren

La La Land

Der Schwede war bereits Kameramann für „American Hustle“, „Madame Mallory und der Duft von Curry“ und „Joy - Alles außer gewöhnlich“. Für „La La Land“ gab es einiges zu tun, wurde der Film nämlich an mehr als 60 Original-Schauplätzen in Los Angeles gedreht, unter anderem im „Griffith Observatory“ und an der historischen Standseilbahn „Angels Flight“. 

Bradford Young

Arrival

Young war seit 2004 an mehr als 50 Produktionen beteiligt, unter anderem an „Selma“, „Bauernopfer“ und „A most violent year“. Mit „Arrival“ ist das seine erste Oscar-Nominierung.

Prognose: Für die beste Kamera sehen wir bei den Oscars 2017 Greig Fraser für „Lion“ oder Linus Sandgren für „La La Land“ prämiert.

„Passengers“ wetteifert mit vier anderen Filmen um einen Oscar für das beste Szenenbild. 

Oscars 2017: Kategorie „Bestes Szenenbild“ - Nominierungen und Favoriten

Patrice Vermette und Paul Hotte

Arrival

Der Szenenbildner Vermette hat in knapp 500 Fernsehwerbefilmen und mehr als 40 Musikvideos mitgewirkt. Nach der Nominierung für „Young Victoria“ 2009 ist das seine zweite Nominierung. Paul Hotte ist seit Mitte der 1980er Jahre für kanadische oder US-Filme als Filmausstatter tätig. Das ist seine erste Nominierung

Jess Gonchor und Nancy Haigh

Hail, Caesar!

Nancy Haigh wirkte bereits an einem Großteil der Filme der Coen-Brüder mit, Jess Gonchor ist als US-amerikanischer Szenenbildner und Produktionsdesigner ebenfalls bei „True Grit“ dabei gewesen. Für Gonchor und Haigh ist „Hail, Caesar!“ jeweils die zweite Nominierung für einen Oscar. 

David Wasco und Sandy Reynolds-Wasco

La La Land

Viel gibt es nicht mehr zu sagen über „La La Land“. Ein Film der Rekorde ist er auf jeden Fall. David Wasco und Sandy Reynolds-Wasco kennen sich seit ihrer gemeinsamen Arbeit bei „Pulp Fiction“ und setzten auch „La La Land“ gekonnt in Szene.

Guy Hendrix Dyas und Gene Serdena

Passengers

Mit einer ersten Oscar-Nominierung für „Inception“ ist der Szenenbildner kein Unbekannter. Gene Serdena legt mit über 50 Beteiligungen an Film- und Fernsehproduktionen noch einen drauf und verpasst „Passengers“ den professionellen Rahmen, welchen der Film wirklich verdient.

Stuart Craig und Anna Pinnock

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Seit dem ersten „Harry Potter“-Teil ist Stuart Craig Chef-Designer sämtlicher Potterverfilmungen. Da war es klar, dass er bei der Geschichte um „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wieder mit von der Partie sein musste. An seiner Seite ist mit Anna Pinnock eine fünffach Oscar-nominierte und einmal prämierte, britische Szenenbildnerin.

Prognose: Eine Kategorie, in der auch mal jemand abgesehen von „La La Land“ ausgezeichnet werden könnte. In der engeren Wahl stehen für uns „Hail, Caesar!“ und „Passengers“, die beide absolut abwechslungsreiche, vielseitige Szenenbilder lieferten.

Schicke Schnitte und adrette Anzüge: „Allied“ ist in der Kategorie „Bestes Kostümdesign“ nominiert.

Oscars 2017: Kategorie „Bestes Kostümdesign“ - Nominierungen und Favoriten

Colleen Atwood

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Colleen Atwood teilt sich auf dem internationalen Thron der Kostümdesigner ihren Platz mit Joanna Johnston. Bereits dreifach prämiert und neunfach nominiert ist Atwood in diesem Jahr für die zauberhafte Ausstattung des Harry-Potter-Spin-Offs verantwortlich.

Consolata Boyle

Florence Foster Jenkins

Die irische Kostümdesignerin war bereits für die Kostüme für „Die Queen“ verantwortlich. Nach „Die Eiserne Lady“ entwarf sie jetzt erneut die Garderobe für Meryl Streep - dieses Mal im Stil der Kriegsjahre.

Madeline Fontaine

Jackie: Die First Lady

Die Kostümbildnerin mag historische Stoffe. Neben „Jackie“ entwarf sie auch die Kleider für „Mathilde - Eine große Liebe“ und „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Die Arbeit für die Kostüme der ehemaligen First Lady mussten nahezu perfekt ausgeführt werden, da die Ikone bis heute ein Fashion-Mythos umgibt.

Joanna Johnston

Allied - Vertraute Fremde

Ebenfalls eine Spezialistin in Sachen historischer Akkuratesse ist Joanna Johnston bei „Allied - Vertraute Fremde“. Die Britin arbeitete sich bereits von „Lincoln“ über „Operation Walküre“ zeitlich zu den ebenfalls im zweiten Weltkrieg spielenden Kostümen vor und produzierte elegante Schnitte und adrette Militärkleidung mit einem Hauch Glamour (siehe Szenenausschnitt).

Mary Zophres

La La Land

Bunte Farben, nostalgische Schnitte und eng anliegende Anzüge - das ist Mary Zophres‘ Interpretation für „La La Land“. Die Kostümbildnerin arbeitet bereits seit der 1980er Jahre für den Film und erhielt jetzt ihre zweite Oscar-Nominierung.

Prognose: Auch hier wird es ein knappes Rennen bei den Oscars 2017 geben. Eine Nase weiter vorne dürfte aber Joanna Johnston für „Allied“ haben. Die Schnitte waren noch einen Tick kreativer als bei Colleen Atwood und Mary Zophres, auch wenn diese beiden die begehrte Trophäe ebenso gut bekommen könnten. 

Oscars 2017: Kategorie „Beste Filmmusik“ - Nominierungen und Favoriten

Nicholas Britell

Moonlight

Der US-amerikanische Filmkomponist mischt in „Moonlight“ klassische Instrumente wie Klavier oder Oboe mit sogenannter „Chopped-and-Screwed“-Musik. Als Remix-Technik des Hip-Hop werden dabei Lieder bewusst langsamer gespielt und Teile eines Liedes immer mehrfach wiederholt. Diese Art hebt sich sehr von den anderen Nominierten ab.

Justin Hurwitz

La La Land

Nicht zum ersten Mal arbeitet Hurwitz mit Regisseur Damien Chazelle zusammen. Bereits bei dessen Filmdebüt „Guy and Madeline on a Park Bench" setze Chazelle Hurwitz ein, genau wie bei dem Jazzfilm „Whiplash". Vom Stil her orientieren sich die beiden nicht nur am Jazz, sondern auch an klassischen Hollywood-Musicals, die eine besondere Musik-Mischung ergeben.

Mica Levi

Jackie: Die First Lady

Laut, intensiv und ziemlich beherrschend, untermalt Mica Levi die einstige First Lady Jackie Kennedy musikalisch. Für die auch in einer Indie-Band-spielende Levi ist es die erste Nominierung.

Thomas Newman

Passengers

Der an der Yale-Universität in Musik graduierte Newman ist der Academy bereits sehr bekannt. Schon 13 Nominierungen erhielt der Filmmusik-Komponist und mit „Passengers" setzt er auf sphärische Weltall-Klänge und eher leiser gehaltene Klavier-Symphonien.

Dustin O‘Halloran und Hauschka (eigentlich: Volker Bertelmann)

Lion

Der Deutsche Hauschka (bürgerlicher Name: Volker Bertelmann) könnte in diesem Jahr zusammen mit Freund und Kollege Dustin O'Halloran für „Lion" den großen Coup landen. Jeder übernahm jeweils eine Hälfte des Films, um die Stadien des Reifens des Hauptfigur zu verdeutlichen.

Prognose: Das wird auch eine Kategorie sein, in der es sich zwischen „Moonlight“, „La La Land“ und „Lion“ entschieden wird. Finden wir sehr schade, denn gerade die Musik zu „Passengers“ ist außergewöhnlich. Letzten Endes tippen wir hier aber relativ sicher auf „La La Land“. 

Oscars 2017: Kategorie „Bester Filmsong“ - Nominierungen und Favoriten

„Audition (The Fools Who Dream)“ aus La La Land

Musik: Justin Hurwitz, Text: Benj Pasek und Justin Paul

Gefühlvoll, intensiv und erst ab der zweiten Zeile mit Musik untermalt, schafft Emma Stone in diesem Lied eine Hommage an all die Träumer und singt sich damit mitten in das Herz. Justin Hurwitz war es wichtig, mit La La Land eine Geschichte zu erzählen, die magisch, aber nicht zu oberflächlich klingt.

„Can’t Stop the Feeling!“ aus Trolls

Musik und Text: Justin Timberlake, Max Martin und Karl Johan Schuster

Laut, plakativ und eingängig vermittelt der Song von Justin Timberlake aus „Trolls“ eine fröhliche Atmosphäre, die gerade im deutschen Radio rauf und runter läuft. Für Timberlake ist das die erste Nominierung für einen Oscar, mit der er sich nach einer längeren musikalischen Schaffenspause zurück ins Business singt.

„City of Stars“ aus La La Land

Musik: Justin Hurwitz, Text: Benj Pasek und Justin Paul

Und wieder Justin Hurwitz, der in dieser Kategorie brilliert. Mit „City of Stars" entwickelte er zusammen mit seinem langjährigen Freund Damien Chazelle eine intensive Grundmelodie, die sie auf ihr gesamtes Musical je nach Situation anpassten.

„The Empty Chair“ aus Jim: The James Foley Story

Musik und Text: J. Ralph und Sting

Eine gefühlvolle Stimme von Sting mit einem Klavier zusammengelegt, ergibt in diesem Fall den intensiven Titelsong der US-amerikanischen Dokumentation „The James Foley Story“ über den Fotojournalisten Jim Foley, der in Syrien entführt und zwei Jahre später vom IS exekutiert wurde.

„How Far I’ll Go“ aus Vaiana – Das Paradies hat einen Haken

Musik und Text: Lin-Manuel Miranda

Aloha, tosende Streicher mit ein wenig Flöte und eine kräftige Solostimme, schafft für den Animationsfilm „Vaiana" einen fröhlichen, fernweh-erzeugenden Titelsong, der Spaß macht und motiviert.

Prognose: „La La Land“ und zwar egal, für welchen Titel. Wir persönlich tippen auf „Audition“, weil gerade die Geschichte um Mias‘ Tante nicht mehr loslässt. 

Oscars 2017: Kategorie „Bestes Make-Up und beste Frisuren“ - Nominierungen und Favoriten

Eva von Bahr und Love Larson

Ein Mann namens Ove

Das schwedische Filmdrama „Ein Mann namens Ove“ handelt von einem griesgrämigen Witwer, der eigentlich nur noch sterben möchte. Mit dieser Nominierung bekommt Schweden zum zweiten Mal in Folge Aussichten auf den Oscar.

Joel Harlow und Richard Alonzo

Star Trek Beyond

Bereits 2010 erhielt Joel Harlow für die Arbeit am ersten Star-Trek-Film den Oscar. Als Spezialist für Science-Fiction wie bei „A.I." oder „Der Grinch" lieferte Harlow zusammen mit Richard Alonzo die kreativen Masken für „Star Trek Beyond“.

Alessandro Bertolazzi, Giorgio Gregorini und Christopher Nelson

Suicide Squad

Den Anti-Helden musste Leben eingehaucht werden - und wie stark das hier in „Suicide Squad“ umgesetzt wurde! Von dem ikonischen Charakter des Joker, über Harley Quinn, Deadshot, Enchantress, El Diablo oder auch der Killer Croc war die Frisuren- und Make-Up-Abteilung bei diesem Film dauer-beschäftigt. Jeder Charakter entspricht absolut seinem Comic-Vorbild. Das Zusammenspiel mit dieser Menge an unterschiedlichen Figuren war kein leichtes Stück Arbeit.

Prognose: Das beste Make-Up wird bei den Oscars 2017 ein Rennen zwischen den beiden Science-Fiction-Filmen werden, den „Suicide Squad“ für sich entscheiden dürfte. Wenn auch von Kritikern zerlegt, ist gerade die Ausstaffierung der unterschiedlichsten Comic-Charaktere sehr gut umgesetzt.

Oscars 2017: Kategorie „Bester Schnitt“ - Nominierungen und Favoriten

Tom Cross

La La Land

Der Filmeditor war Damien Chazelle bereits bei „Whiplash“ eine große Unterstützung und wurde für diese Produktion auch wieder ins Team geholt. Für „Whiplash“ gewann Cross 2014 auch den Oscar für den besten Schnitt.

John Gilbert

Hacksaw Ridge - Die Entscheidung

Der bekannte Filmeditor, Filmproduzent und Drehbuchautor, wurde mit der Geschichte um Kriegssantitäter Desmond T. Doss zum zweiten Mal seit „Der Herr der Ringe“ für den besten Schnitt nominiert.

Jake Roberts

Hell or High Water

Roberts war bereits an mehr als 20 verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen beteiligt. Das ist seine erste Nominierung für einen Oscar.

Nat Sanders und Joi McMillon

Moonlight

Die beiden Filmeditoren sind zum ersten Mal für einen Oscar nominiert. Für Joi McMillon ist es eine besonders Prestige-trächtige Nominierung, weil sie die erste Afroamerikanerin ist, die bisher in dieser Kategorie nominiert wurde.

Joe Walker

Arrival

Bereits 2014 für den Oscar bei „12 Years a Slave" nominiert, steht Joe Walker jetzt wieder für „Arrival" auf der Liste der Academy.

Prognose: „Moonlight“ zeigt mit seiner Arbeit im Schnitt deutlich, wie sehr ein Film noch zusätzlich aufgewertet werden kann, deswegen denken wir, dass das Drama in dieser Kategorie als Sieger hervorgeht.

Oscars 2017: Kategorie „Bester Ton“ - Nominierungen und Favoriten

Andy Nelson, Ai-Ling Lee und Steve A. Morrow

La La Land

Die drei Spezialisten des Tons (Andy Nelson gewann einen Oscar für „Les Miserables") mischten „La La Land" zu einem furiosen Musical-Feuerwerk, dass bereits Einnahmen von über 113 Millionen US-Dollar einspielte.

Kevin O’Connell, Andy Wright, Robert Mackenzie und Peter Grace

Hacksaw Ridge – Die Entscheidung

Mel Gibson holte sich vier ebenfalls sehr talentierte Tontechniker. Allen voran steht Kevon O'Connell, der den Rekord für die meisten Oscar-Nominierungen hält, ohne jemals gewonnen zu haben (es sind 21 Stück seit 1983).

David Parker, Christopher Scarabosio und Stuart Wilson

Rogue One: A Star Wars Story

Diese drei Männer bringen für die ikonische Saga „Star Wars" ein großes Maß an Kompetenz mit. Insgesamt haben die drei bereits zwei Oscars erhalten und diverse Nominierungen. Genau der richtige Rahmen, um an einer derart populären Reihe wie „Rogue One" mitzuwirken.

Greg P. Russell, Gary Summers, Jeffrey J. Haboush und Mac Ruth

13 Hours: The Secret Soldiers of Benghazi

Im Actionfilm dreht sich alles um den islamistischen Angriff auf das US-Konsulat in Benghazi. Trotz dieses heiklen Themas hat die Gruppe der vier Tontechniker alles getan, um im passenden Rahmen zu vertonen.

Bernard Gariépy Strobl und Claude La Haye

Arrival

Wieder zwei vielfach nominierte Techniker, die sowohl in Film- und Fernsehen bewiesen haben, dass sie zurecht für „Arrival" nominiert wurden.

Prognose: Der Ton wird bei den Oscars 2017 an „La La Land“ gehen. Die Redaktion ist sich bewusst, dass der Ton grandios ist und durchaus starke Konkurrenten hätte. Mit ihren 14 Nominierungen werden sie auch einiges an Masse generieren und diese Kategorie wird schlichtweg dazu gehören.

Oscars 2017: Kategorie „Bester Tonschnitt“ - Nominierungen und Favoriten

Sylvain Bellemare

Arrival

Der kanadische Tontechniker ist zum ersten Mal für einen Oscar nominiert.

Ai-Ling Lee und Mildred Iatrou Morgan

La La Land

Bisher immer geballte Action: Ai-Ling Lee schnitt bereits für „Stirb Langsam", „Terminator" und „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit", seine Kollegin Mildred Iatrou Morgan kommt mit „Space Cowboys", „Planet der Affen: Prevolution" und „Wolverine: Weg des Kriegers" aus der gleichen Branche. Dass sie auch romantischer können, zeigen sie hier.

Robert Mackenzie und Andy Wright

Hacksaw Ridge – Die Entscheidung

Die beiden australischen Tonmeister sind zum ersten Mal nominiert und freuen sich über einen ersten großen Durchbruch in ihrer Branche.

Alan Robert Murray und Bub Asman

Sully

Bereits zweimal prämiert wurde Murray für einen Oscar, Bub Asman wurde mehrere Male für einen Goldjungen nominiert und einmal für „American Sniper" ausgezeichnet. Da ist der Schritt, wieder einen Helden zu vertonen und die tatsächlich passierte Notlandung auf dem Hudson River in „Sully“ zu schneiden, nur wenig davon entfernt.

Wylie Stateman und Renée Tondelli

Deepwater Horizon

Die Arbeit der untergehenden Bohrinsel „Deepwater Horizon“ ist sicherlich keine leichte Aufgabe gewesen. Stateman und Tondelli haben sie aber mit Bravour gemeistert.

Prognose: Bei Tonschnitt wird es schlichtweg das Gleiche sein wie bei Ton. Diese Kategorie geht an „La La Land“.

Aufwändige visuelle Effekte bietet unter anderem „Rogue One: A Star Wars Story".

Oscars 2017: Kategorie „Beste visuellen Effekte“

Mit „Doctor Stange“ und „Rogue One“ stehen bei den Oscars 2017 zwei hochkarätige Blockbuster auf der Liste der Academy. „Deepwater Horizon“ als abbrennende Bohrinsel und der wilde Dschungel in „The Junge Book“ markieren eher außergewöhnliche Lebensräume und „Kubo“ als Animationsfilm brachte bisher rund 70 Millionen US-Dollar ein.

Craig Hammack, Jason Snell, Jason Billington und Burt Dalton

Deepwater Horizon

Stéphane Ceretti, Richard Bluff, Vincent Cirelli und Paul Corbould

Doctor Strange

Robert Legato, Adam Valdez, Andrew R. Jones und Dan Lemmon

The Jungle Book

Steve Emerson, Oliver Jones, Brian McLean und Brad Schiff

Kubo – Der tapfere Samurai

John Knoll, Mohen Leo, Hal T. Hickel und Neil Corbould

Rogue One: A Star Wars Story

Prognose: Das wird ein erbittertes Rennen zwischen „Rogue One“ und „Doctor Strange“ werden. Weil mit einer derart verschachtelten Geschichte kaum jemand zurecht käme und der Film an den Meilenstein „Inception“ erinnert, tippe wir bei den Oscars 2017 auf „Doctor Strange“.

Der nominierte Animationsfilm „Vaiana“ erzeugt Fernweh.

Oscars 2017: Kategorie „Bester Animationsfilm“ - Nominierungen und Favoriten

Bei den Oscars 2017 gehen drei sehr beliebte Produktionen mit „Kubo", „Vaiana“ und „Zoomania“ ins Rennen um den Oscar. Die anderen beiden, „Mein Leben als Zucchini“ und „Die rote Schildkröte“ sind zwar zwei etwas unbekannte, aber wunderschöne Produktionen, die eine Nominierung in diesem Jahr verdient haben.

Kubo – Der tapfere Samurai

Travis Knight und Arianne Sutner

Mein Leben als Zucchini

Claude Barras und Max Karli

Die rote Schildkröte

Michael Dudok de Wit und Toshio Suzuki

Vaiana – Das Paradies hat einen Haken

John Musker, Ron Clements und Osnat Shurer

Zoomania

Byron Howard, Rich Moore und Clark Spencer

Prognose: Sprechende Tiere, unterschwellige Vorurteile und eine Bande Verbrecher, die es zu schnappen gilt - der Animations-Hit „Zoomania“ bringt in diesem Jahr das ganze Paket mit und wird deswegen wohl den Oscar 2017 bekommen.

Oscars 2017: Kategorie „Bester animierter Kurzfilm“ - Nominierungen und Favoriten

Blind Vaysha

Theodore Ushev

Der Kurzfilm handelt von einem Mädchen, dass zwar zwei Augen hat, aber eines ausschließlich in die Vergangenheit, dass andere nur in die Zukunft sieht und stellt aktiv eine Frage an den Zuschauer, für welches Auge sie sich entscheiden würden.  

Borrowed Time

Andrew Coats und Lou Hamou-Lhadj

Das siebenminütige Westerndrama handelt von einem alten Sheriff, der eine vergangene Tragödie wieder aufarbeitet und entscheiden muss, ob er mit seinen Konsequenzen so weiterleben möchte oder nicht. Der Film erhielt im Vorfeld sehr viele Preise.  

Pear Cider and Cigarettes

Robert Valley und Cara Speller

Die Geschichte handelt von Robert, der einen alten Schulkameraden aus einem Militär-Krankenhaus von China nach Kanada retten muss. 

Pearl

Patrick Osborne

Sara und ihr Vater begeben sich gemeinsam auf einen Road-Trip. Während der Reise lernen beide, was es heißt, erwachsen zu werden. 

Piper

Alan Barillaro und Marc Sondheimer

Der Vorfilm zu „Findet Dorie“ steht ebenfalls auf der Oscar-Liste. Dabei geht es um einen kleinen Vogel, der am Strand seine Angst vor großen Wellen überwindet. 

Prognose: Der diesjährige Gewinner wird aus dem Hause Pixar kommen. Da „Borrowed Time“ im Vorfeld schon so viele Preise absahnte, könnte es gut möglich sein, dass die rührende Geschichte um den alten Sheriff einen Oscar erhält. Ebenso „Piper“, der das deutsche Millionenpublikum vor „Findet Dorie“ begeisterte. 

Oscars 2017: Kategorie „Bester Kurzfilm“ - Nominierungen und Favoriten

Ennemis Intérieurs

Sélim Azzazi

Der Kurzfilm handelt von einem Interview in einer Polizei-Station. Das Gespräch stellt sich als Verhör aus, bei dem ein französischer Algerier beschuldigt wird, die Identitäten von möglichen Terroristen geheim zu halten.

La Femme et le TGV

Timo von Gunten und Giacun Caduff

In dem französischen Kurzfilm geht eine einsame Frau die Bindung zu einem TGV-Passagier ein. 

Silent Nights

Aske Bang und Kim Magnusson

Der dänische Kurzfilm handelt von einer Freiwilligen einer Notunterkunftsstelle, die sich in einen Flüchtling verliebt.  

Sing

Kristof Deák und Anna Udvardy

Ein kleines Mädchen steht im Fokus dieser ungarischen Kurzgeschichte, die 1991 in eine neue Grundschule kommt und Mitglied eines ausgezeichneten Chores wird.  

Timecode

Juanjo Giménez

Der bei den Festspielen in Cannes vorgestellte Film dreht sich um die beiden Sicherheitsangestellten eines Hauses, Luna und Diego, die in ihren unterschiedlichen Schichten die seltsamsten Dinge auf der Überwachungskamera sehen. 

Prognose: Entweder „Timecode“ oder „Ennemis Intérieurs“ wird in dieser Kategorie bei den Oscars 2017 als Sieger hervorgehen. Letzterer hat gute Chancen, weil die Thematik dieser Interviews potenzieller Informanten aktuelle Brisanz hat. 

Oscars 2017: Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ - Nominierungen und Favoriten

13th

Ava DuVernay, Spencer Averick und Howard Barish

Der Regisseur von „Selma“ befasst sich in der Produktion „13th“ mit der Aktualität, dass Sklaverei immer noch ein Thema in Amerika ist. Im System ist Strafarbeit erlaubt und Rassismus an der Tagesordnung. DuVernay beleuchtet diese These auch in ihrer historischen Entwicklung und redet mit Politikern, Häftlingen und Historikern.

I Am Not Your Negro

Raoul Peck, Rémi Grellety und Hébert Peck

Auch der zweite nominierte Film „I Am Not Your Negro“ behandelt den Rassismus in der modernen Gesellschaft und greift auf eigene Erinnerungen des verstorbenen Schriftstellers James Baldwin zurück, der ein unfertiges Manuskript zu dieser kontroversen Thematik hinterließ.

Life, Animated

Roger Ross Williams und Julie Goldman

Der Hauptcharakter Owen leidet im teilweise animierten Dokumentarfilm „Life, Animated“ unter Autismus. Nach und nach finden die Eltern heraus, dass die bunten Filme von Disney als gemeinsamer Kommunikationsweg zwischen Eltern und Kind verwendet werden können. Im Film wird Owens Werdegang von einem Jungen zu einem unabhängigen Erwachsenen mit Hilfe der Magie der Filme dargestellt.

O.J.: Made in America

Ezra Edelman und Caroline Waterlow

In der Dokumentation wird O.J. Simpsons Leben dargestellt und der Mordfall genauer betrachtet, in den er verwickelt war. Mit Anerkennungen durch das „Tribeca Film Festival“, das „Sundance Festival“ und die „Official Selection Hotdocs“ hat der Dokumentarfilm bereits im Vorfeld für Begeisterung gesorgt. 

Seefeuer

Gianfranco Rosi und Donatella Palermo

Das Herzstück der diesjährigen Berlinale bildete „Seefeuer“ über die Insel Lampedusa, wohin seit Jahren afrikanische Geflüchtete über das Meer kommen - lebend wie tot gerettet. Parallel werden in der Dokumentation die Geschichten der Geflüchteten, wie auch die der Einwohner der italienischen Insel erzählt.

Prognose: Bei den Oscars 2017 wird es bei „Bester Dokumentarfilm“ besonders schwierig. Sehr gute Chancen haben bei den Oscars 2017 wohl beide Filme, die Rassismus in Amerika behandeln („13th“ und „I Am Not Your Negro). Besonders berührt hat uns aber die Situation in Lampedusa („Seefeuer“) und der Disney-liebende Owen („Life, Animated“). Sehr schwierig in diesem Jahr. Wir tippen spontan auf „13th“.

Oscars 2017: Kategorie „Bester Dokumentar-Kurzfilm“

4.1 Miles

Daphne Matziaraki

Der Kurzfilm handelt von einem Küstenwachen-Angestellten auf einer griechischen Insel, der plötzlich tausende von Flüchtlingen zu retten hat.

Extremis

Dan Krauss

Dan Krauss zeigt in diesem Film den harten Arbeitsalltag auf einer Intensivstation und die schweren Entscheidungen, mit denen Ärzte, Patienten und Angehörige am Ende eines Lebens zu tun haben.

Joe‘s Violin

Kahane Cooperman und Raphaela Neihausen

Die Geschichte dreht sich um einen 91-jährigen Holocaust-Überlebenden , der seine nach dem Krieg gekaufte Violine verschenkt. Damit verändert er das Leben einer 12-Jährigen und seins für immer. 

Watani: My Homeland

Marcel Mettelsiefen und Stephen Ellis

Die emotionale Kurzgeschichte folgt einer Familie, die vor dem syrischen Bürgerkrieg flieht und einen Neustart in Deutschland wagen möchte. 

The White Helmets

Orlando von Einsiedel und Joanna Natasegara

Täglich versucht eine Gruppe freiwilliger Arbeiter, Menschen aus den Trümmern des syrischen Bürgerkrieges zu retten. Die Dokumentation begleitet die Gruppe während ihrer täglichen Einsätze.

Prognose: „Extremis“ und „Joes‘Violin“ berührte uns schon beim Trailer. Der Umgang mit dem Lebensende ist gerade auch in Deutschland immer noch ein Tabuthema und dass ein einfaches Instrumente wie eine Violine so viele Menschen verändert, inspiriert.

Wie extrem die Zustände in Syrien sind, zeigen die beiden anderen Dokumentationsfilme „Watani“ und „The White Helmets“. Tod, Kriege, Holocaust, Flüchtlinge. All das sind Dinge, mit denen wir uns noch mehr beschäftigen sollten und auch wenn es gerade hier sehr schwer fällt zu wählen, tippen wir auf „Extremis“

„Toni Erdmann“ ist in diesem Jahr die große Hoffnung für Deutschland. Aber wie stark sind die Konkurrenten?

Oscars 2017: Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ - Nominierungen und Favoriten

Ein Mann namens Ove, Schweden

Regie: Hannes Holm 

Der notorische Grantler Ove ist ein Alptraum von einem Nachbarn. Tatsächlich aber hat er vor kurzem seine Frau verloren und möchte jetzt auch sein Leben beenden. Bei einem erneuten Versuch wird er gestört, was sein Leben für immer verändert. 

The Salesman, Iran

Regie: Asghar Farhadi

Fluchtartig muss ein Ehepaar in „The Salesman“ ihr Zuhause verlassen. Ein Bekannter stellt dem Paar seine leer stehende Wohnung zur Verfügung, was sich als fataler Fehler herausstellt. 

Tanna - Eine verbotene Liebe, Australien

Regie: Bentley Dean und Martin Butler

In „Tanna“, einer Romeo-und-Julia-Geschichte, ist das Liebespaar in diesem Film eine Dorf-Tochter einer Südseeinsel, dass mit einem Chef eines anderen Clans verheiratet werden soll. Sie ist aber längst in jemanden anderen verliebt. Die Geschichte beruht auf einem wahren Ereignis. 

Toni Erdmann, Deutschland

Regie: Maren Ade

Der Hoffnungsträger der Deutschen, „Toni Erdmann“, dreht sich um einen Vater und dessen zerstörter Beziehung zu seiner Tochter Ines. Je schlimmer die beiden aneinander geraten, desto näher kommen sie sich letzten Endes doch.

Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit, Dänemark 

Regie: Martin Zandvliet

Die ganze dänische Küste ist im Mai 1945 gespickt von zwei Millionen deutschen Minen und eine Gruppe junger Soldaten bekommt in „Unter dem Sand“ die Bürde auferlegt, den Dienst für ihr Land zu tun und die Küste unter Einsatz ihres Lebens zu säubern. 

Prognose: Die Redaktion spaltet „Toni Erdmann“. Sicher, alle wünschen sich einen deutschen Gewinner bei den Oscars 2017, doch mit so starker Konkurrenz ist auch durchaus ein anderer Sieger möglich.

Unter dem Sand“ sahnte vorab schon vielfach Preise ab und die Geschichte um die jungen Bomben-Entschärfer ist ein berührendes Detail der tatsächlich vorgefallenen Geschichte. Nicht zu verachten ist auch „The Salesman“, weil das iranische Drama im Vorfeld bei Kritikern ausgezeichnet ankam. Es bleibt spannend!

Nach diesen ausführlichen Prognosen wünschen wir Ihnen jetzt viel Spaß bei den Oscars 2017!

Übrigens: Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie die Oscars 2017 live im TV und im Live-Stream sehen können. Und wir verraten, was Sie zu Oscar-Moderator Jimmy Kimmel wissen müssen.

Julia Langhof

Zurück zur Übersicht: TV & Kino

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser