Lerchenberg steht zu Nazi-Vergleich

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FDP-Chef Guido Westerwelle: Auf der Nockherberg 2010 wurde er von Michael Lerchenberg alias "Bruder Barnabas" indirekt mit einem KZ-Aufseher verglichen

München - Michael Lerchenberg alias "Bruder Barnabas" vergleicht Guido Westerwelle indirekt mit einem KZ-Aufseher. Und steht dazu, wie er im INTERVIEW MIT ROSENHEIM24.DE erklärt.

Michael Lerchenberg:

"Auf Kosten der Unterprivilegierten will Herr Westerwelle Zwietracht in der Bevölkerung sähen und da sehe ich schon einen Vergleich zu früher."

Viel Gelächter am Nockherberg, aber am Ende bleibt bei den Zuschauern doch ein bitterer Geschmack zurück. Alle Jahre wieder werden Politiker und Promis am Nockherberg auf die Schippe genommen. Da machte auch die diesjährige Feier keine Ausnahme.

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Doch plötzlich blieb Ministerpräsident Horst Seehofer und den übrigen Zuschauern das Lachen im Halse stecken. Was war passiert?

Michael Lerchenberg konnte gar nicht mehr aufhören über die FDP und speziell deren Frontmann Guido Westerwelle herzuziehen. Er verglich den Außenminister indirekt mit einem KZ-Aufseher. Danach meinte er, über dem Gefängnis wäre heute zu lesen "Leistung muss sich wieder lohnen."

Damit verglich er den Lieblingsslogan der FDP mit der Toraufschrift "Arbeit macht frei", die an den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten hingen.

Wir haben Michael Lerchenberg zu seiner Rede und den Reaktionen darauf befragt.

Herr Lerchenberg, wie fühlen Sie sich einen Tag nach Ihrem großen Auftritt?

Ich hab immer noch viel Adrenalin im Blut, das muss erst mal weggehen. Aber mir geht´s sonst richtig gut.

Wie stehen Sie heute zu den Dingen, die Sie gestern auf dem Nockhergerg gesagt haben? Würden Sie im Nachhinein vielleicht etwas ändern?

Was ich gesagt habe, ist ja nicht einfach so aus dem Bauch geschossen. Wir haben uns da im Vorfeld schon Gedanken dazu gemacht. Wir haben bewusst Themen aufgegriffen, die für Diskussionsstoff sorgen. Dafür ist so eine Fastenpredigt ja auch da, es soll eben nicht nur eine lange Lachparade sein.

Wie kamen Sie auf Ihre Themen?

Die Themen liegen auf der Straße und wir bücken uns einfach nur und heben sie auf.

Viele Leute haben den Vergleich zwischen Westerwelle und einem KZ-Aufseher als zu hart empfunden. Was sagen Sie zu der Kritik?

Bereuen Sie das heute?

Es wäre feige von mir, wenn ich mich jetzt heute von meiner Rede distanzieren würde. Ich steh schon dazu, was ich gesagt habe.

Wollten Sie damit auch eine gewisse Warnung aussprechen?

Wissen Sie, vor nicht all zu langer Zeit, gab es in Hamburg einen gewissen Herrn Schill. Der hat mit rechtsradikalen Phrasen aus dem Stand heraus gleich mal 30 Prozent erzielt. Und deshalb finde ich, dass man dieses Thema nicht zu einem Tabu machen darf.

Das Interview führte Patrick Steinke

Quelle: rosenheim24.de

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