Neuer ZDF-Krimi "Heldt": Einer wie Schimanski

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Der Schauspieler Kai Schumann (Kommissar Nikolas Heldt) posiert am 08.01.2013 in Köln (Nordrhein-Westfalen) bei einem Fototermin zur neuen ZDF-Krimiserie "Heldt".

Hamburg - Kein feingeistiger Ermittler, sondern einer wie Schimanski. Der Hauptdarsteller der neuen ZDF-Krimi-Serie "Heldt" ist ein richtiger Mann: Ein Womanizer, immer präsent und auch mal schlagbereit.

Die Zeit feingerippter, psychologisch leicht angeknackster Gentleman-Ermittler scheint vorbei zu sein. Ein anderer Typ erlebt seit Schimanski seine Wiederauferstehung: Der „ganze Kerl“: muskelbepackt, leicht prollig, mit rauer Stimme und ebensolchen Manieren, kurzum: ein richtiger Mann, der zupackt, wo es irgendwo zuzupacken gilt.

Bei Sat.1 ermittelt zum Beispiel „Der letzte Bulle“, ein Polizist wie aus dem Neandertal und vielleicht gerade deshalb so erfolgreich. RTL schickte ihm am letzten Jahresende seinen „Bullen von Mallorca“ ins Quotenrennen hinterher. Jetzt zieht das ZDF nach.

„Ganz so schön wie Mallorca ist Bochum natürlich nicht, wo unsere Serie angesiedelt ist, aber für Krimis gleichfalls eine prächtige Szenerie“, sagt Berit Teschner, Redakteurin beim ZDF. Dort startet an diesem Donnerstag (19.25 Uhr) mit zunächst sechs Folgen „Heldt“, die jüngste der ZDF-Krimiserien, die zugleich behutsam das ZDF-Begehren signalisiert, jünger, moderner zu werden, ohne den leicht plüschigen Touch früherer Mainzer Erfolgsprodukte.

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Der „Heldt“, Nicolas mit Vornamen, ist Kai Schumann (36). „Mit ihm hatten wir spontan unsere Traumbesetzung“, sagt Teschner. Vielen Zuschauern ist er bekannt als netter Arzt aus dem Iran in der RTL-Serie „Doctor's Diary“. Nun also darf er sich als Krimi-Heldt erproben, und das wiederum ist für ihn eine Traumrolle: "Ich bin mit "Kojak" groß geworden, den "Straßen von San Francisco" und ein wenig auch noch mit Schimanski. Sowas hätte ich gern mal selbst dargestellt.“ Nun, nach Büchern von Lorenz Lau-Uhle unter wechselnden Regisseuren, ist es so weit.

Unverwechselbar im Vergleich zu anderen Krimi-Kerlen, sinnt Teschner, sind die, Gott sei Dank, zwei Seelen in seiner Brust: hier der richtige Mann, der Womanizer, immer präsent und auch mal schlagbereit. Aber da ist eben auch das Kind in diesem Mann, eines, das immerzu spielen will und sich dabei, mehr vom Herzen als vom Hirn kontrolliert, allzu gern von seinen Gefühlen lenken lässt.

„Das erlaubt dann“, so Teschner, „eigentlich schon altvertraute Geschichten etwas neu, etwas anders zu erzählen als sonst.“ Wie die von Heldts geistigem Ziehvater, der plötzlich zum Hauptverdächtigen wird. Da sind dann Heldts Emotionen total zur Stelle, scharfäugig dabei von seiner mehr rational gestylten Gegenspielerin, der Frau Staatsanwalt Ellen Bannberg, beobachtet. Janine Kunze spielt sie. Und dass sich zwischen ihr und Heldt noch etwas Nettes tun könnte, gilt als nicht ausgeschlossen.

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Auch Action gibt es in der Serie, aber eher in zweiter Linie. „Wir setzen auf die psychologische Bodenhaftung“, meint Teschner. „Auch wenn wir natürlich nichts dagegen haben, wenn ab und zu ein Auto in die Luft fliegt.“ Auch Schumann hat nichts dagegen. Im Gegenteil: Er mag Stunts, würde am liebsten alle selber machen: „Ich bin eben, wie der "Heldt", auch ein Kind in meinem Wesen. Eines, das sich manchmal ärgert, wie spießig es in manchem dennoch schon geworden ist.“

dpa

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