Moderatoren bei ZDF: Strenge Regeln für Nebentätigkeit

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Der Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates, Ruprecht Polenz (CDU), spricht am Freitag auf einer Pressekonferenz des ZDF. Bei der Genehmigung von Nebentätigkeiten seiner Moderatoren will das ZDF künftig strengere Maßstäbe anlegen.

Mainz - Das ZDF will bei der Genehmigung von Nebentätigkeiten seiner Moderatoren künftig strengere Maßstäbe anlegen. Das kündigte Intendant Markus Schächter am Freitag nach einer Sitzung des Fernsehrats an.

“Wir werden uns in Zukunft die Höhe der Honorare künftig genauer ansehen. Sie darf nicht zu einer Beeinträchtigung der journalistischen Unabhängigkeit oder Arbeit insgesamt führen“, sagte Schächter. Zudem lasse er prüfen, ob “eine offensive Vermarktung der Bildschirmpopularität etwa durch eine Agentur einen Ablehnungsgrund darstellen kann“. Über einige Fragen werde auch mit den Tarifpartnern gesprochen.

Schächter erklärte aber auch, er halte nichts davon, Nebentätigkeiten “pauschal zu verdammen“. “Viele Nebentätigkeiten haben ihren Grund und viele Nebentätigkeiten sind sinnvoll. (...) Es ist gut für das Unternehmen, wenn in den entscheidenden Veranstaltungen entscheidende Köpfe des Hauses auch für die Qualität und die Professionalität des Hauses stehen. (...) Es stärkt das Renommee, wenn bekannte Protagonisten auch als Redner oder Experten in der Öffentlichkeit auftreten. Das gilt im Übrigen nicht nur für Rundfunkanstalten, sondern insgesamt für alle Pressehäuser.“ Auch könnten Nebentätigkeiten aus rechtlichen Gründen nicht verboten werden.

Nach einem Bericht des NDR-Medienmagazins “Zapp“ war die Diskussion um die Nebentätigkeiten prominenter Moderatoren kürzlich hochgekocht. “Zapp“ schilderte darin, das manche von ihnen Honorare von bis zu 20 000 Euro für eine Moderation außerhalb ihres Wirkungskreises beim Sender verlangten.

dpa

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