TV-Comeback

„Matula“ kehrt zurück: Er kann‘s einfach nicht lassen

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Claus-Theo Gärtner alias Matula.

Frankfurt - Deutsche TV-Ermittler im Ausland gibt es zuhauf, einige hören - zum Glück - auch wieder auf. Bis auf einen. Der kann es offenbar einfach nicht lassen.

Ein Mann liegt auf dem Boden im Watt. Doch dann steht er auf und läuft erstaunlich flink zum Land zurück. Es ist Claus Theo Gärtner als Privatdetektiv Matula in der Serie „Ein Fall für zwei“. Er arbeitete ganz früher (1981-1988) mit Dr. Renz (Günter Strack) in Frankfurt zusammen, danach noch mit drei anderen Rechtsanwälten als Partner. Für Gärtner war mit der Serie war nach 30 Jahren und 300 Folgen am 29. März 2013 Schluss. Doch nun gibt Matula ein Solo. Und so heißt denn auch sein Krimi-Special, das am Karfreitag (21.15 Uhr) im ZDF zu sehen ist, schlicht „Matula“.

„Mein Name ist Matula, Josef Matula“. So stellt er sich Bond-mäßig gerne vor - aber im Grunde fristet er ein Dasein als abgehalfterter Kaufhausdetektiv in Frankfurt. Als er einen dreisten Dieb stellt, wird ihm klar, dass er den völlig falschen Job macht. Also schmeißt er ihn hin, kauft ein und geht nach Hause - in sein Wohnmobil.

Plötzlich sitzt ein fremder Hund vor ihm, und auch ein Auftraggeber taucht auf: Dr. Claas Jessen (Götz Schubert) macht sich Sorgen um seine Freundin, eine Professorin im Norden, die Hilfe braucht. Matula bekommt ein gutes Honorar und macht sich auf an die Waterkant - Hund inklusive. Die Frau Professor findet er prompt tot vor, an einen harmlosen Sturz mag er nicht glauben. Also beginnt er herumzuschnüffeln, und nach und nach deckt er eine Familientragödie auf, in deren Mittelpunkt zwei Frauen stehen: Helen Petersen (Sinja Dieks) und Ann-Gret Dahus (Ulrike Krumbiegel).

Nächste Folge wird im April gedreht

Nicht nur bei den beiden hat Matula noch Schlag. Klar, auch Claus Theo Gärtner (fast 74) ist älter geworden, kommt schon mal aus der Puste, aber noch immer springt er hoch und weit - und auch in ein Tauchbecken oder in einen Container mit Lebensmittelresten. Er bricht ein, schleicht sich in fremde Zimmer, flirtet mit diversen Frauen und fensterlt sogar bei einer älteren Dame, die sogleich etwas von „reiferen Früchten“ murmelt und ihre Bluse aufknöpft.

Matula wird zwischendurch immer mal wieder zusammengeschlagen, erweist sich aber stets als Stehaufmännchen. Und vergisst dabei so manch launigen Spruch nicht, wie beispielsweise über seinen neuen Begleiter: „Was ist denn da alles drin?“ - „Na, ich denke, der Vater war Hund, und die Mutter auch“. Der Hund weiß offenbar nicht, wohin er gehört - und sein neues Herrchen auch nicht. Also wohnt Matula weiter im Wohnmobil. Der Hund darf natürlich bleiben. Und einen Namen bekommt er auch: Dr. Renz.

Claus Theo Gärtner kennen viele Zuschauer fast nur als diese Krimifigur, und erstaunlicherweise scheint sie das eher hölzerne Spiel nicht zu stören. „Immer war er der einsame Wolf, der Anti-Held. Aber vielleicht denkt er jetzt vorher mal ein bisschen darüber nach, bevor er sich wieder unter einen Laster rollt“, sagte Gärtner der Deutschen Presse-Agentur. „Er ist ein wenig weiser geworden. Solange ich noch fit bin und es keine körperlichen Probleme gibt, macht es mir ja noch großen Spaß.“

Die Geschichte ist verwirrend: Es geht um eine geplante Flussvertiefung und ein Biosphärenreservat, um Aufträge und viel Geld. Aber auch um eine Vergewaltigung vor vielen Jahren, um Schein und Sein. Regisseur und Krimi-Experte Thorsten Näter (63, „Der Bozen-Krimi“, ARD) hat seinen leidlich spannenden Film in Cuxhaven und auf Föhr gedreht, mit schöner Jazzmusik und mit leisem Humor unterlegt.

Zwar muss Matula diesmal ohne den geliebten Alfa Romeo oder ein Billardspiel auskommen, aber solange Herr Gärtner noch Freude an der unkaputtbaren und erfreulich selbstironisch angelegten Figur findet, wird es wohl weitergehen: Noch im April wird jedenfalls die nächste Folge gedreht.

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