Frieren, Demonstrieren, Weißwurst essen

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Regisseur Christian Lerch und Kinobetreiber Rahnert (mit Arm-Requisite) neben einem der Oldtimer aus dem Film.

Waldkraiburg/Kraiburg - So was macht man als Komparse - zumindest am Set von der neuen bayerischen Kinokomödie "Was weg is, is weg". **mit Trailer**

In der "Ökomödie" "Was weg is, is weg" beschäftigen sich die Hauptdarsteller mit erneuerbaren Energien, der Weltrettung und einem verlorenen Arm. Die Komparsen hatten andere Dinge zu tun: Laufen, Frieren, Demonstrieren - und Weißwurst essen.

"Wenn in Kraiburg was los ist, dann muss man schon mitmachen." Das hat sich nicht nur Barbara Thomas gedacht und so waren etwa 70 der Komparsen aus Christian Lerchs neuem Film "Was weg is, is weg" zum Weißwurstfrühstück zum Stolzbräu in Kraiburg gekommen. Zwischen Senf und Weißbiergläsern ließen sie die Dreharbeiten Revue passieren.

Der Film spielt in der Zeit um die Katastrophe von Tschernobyl in den 80ern. Der Kraiburger Marktplatz diente als Kulisse für ein Anti-Atom-Sommerfest. Gedreht wurde auch in Waldkraiburg, Taufkirchen und etwa Jettenbach.

Komparsentreffen "Was weg ist, ist weg"

Ihre zwei Drehtage seien anstrengend und teilweise langwierig gewesen, sagt Thomas, "für ein paar Minuten Film". Aber sehr interessant. Das findet auch Beate Schlesinger, eine der "Aktivistinnen". "Morgens waren wir ,Hippies' alle erst einmal in der Maske und wurden wie in der Flower-Power-Zeit frisiert. Und dann mussten wir darauf achten, bei jeder Wiederholung genau so zu stehen wie vorher." Ihr sei zwar in den leichten Klamotten kalt gewesen, aber das Filmteam habe sich mit Essen und warmen Getränken gut um die Komparsen gekümmert.

Upgrade zum Double

Auch über die Schaupieler und den Regisseur wurde einhellig nur Gutes berichtet. Mit den "Profis" habe man sich ganz normal unterhalten können, keine Spur von Starallüren. Und Christian Lerch habe eine "sehr angenehme Art, er ist immer ruhig und schimpft nie", erzählt Renate Gruber. "Es war wunderbar mitzuerleben, wie das hinter der Kamera ist." Ihr Ehemann Reinhard ergänzt, dass das Thema Atomkraft immer noch aktuell sei, vor allem weil kurz nach dem Reaktorunglück von Fukushima gedreht wurde.

Ebenfalls als Komparse bewarb sich Adrian Gruber. Er bekam aber "quasi ein Upgrade" zum Double des "Paul" (Mathias Kellner). Was war seine Aufgabe? "Laffa! Immer wenn man den Mathias von weiter weg laufen sieht, dann bin's ich." Vier Drehtage arbeitete er so am Film mit.

Länger war nur noch einer dabei: Oberkomparse Done Brunnhuber. Unter anderem wirkte er schon bei "Eineinhalb Ritter", "Wickie", und "Die drei Musketiere" als Statist mit. Bei "Was weg is, is weg" arbeitete er mehr hinter der Kamera, rangierte den Traktor und half beim Kulissenbau.

Im Anschluss waren alle Beteiligten von Thomas Rahnert, dem Betreiber des Cinewood-Kinos, zu einer exklusiven Vorpremiere nur für Komparsen eingeladen. Die schon vorher spürbare Vorfreude steigerte sich noch, als eine Diareihe mit Produktionsfotos aus Kraiburg gezeigt wurde, auf denen sich viele wieder erkannten. Für einige Lacher sorgte eine Arm-Requisite, die von einem Hund "gefunden" worden war. Da sich der Besitzer nicht meldete, erklärte Rahnert augenzwinkernd, er wolle ihn im Eisfach aufbewahren.

Knapp 90 Minuten und einige "Da bin ja ich!"-Rufe später brach nach der Abblende spontaner Applaus aus. Die anschließende Fragestunde mit Regisseur Christian Lerch ging sehr heiter über die Bühne. Er bedankte sich noch einmal bei allen, die mitgewirkt hatten und entschuldigte sich, dass es nicht das komplette Filmmaterial aus Kraiburg in die Endfassung geschafft hatte. Die Zuschauer waren trotzdem begeistert.

Die offizielle Vorpremiere findet am Mittwoch, 14. März, um 20 Uhr statt. Anschließend gibt es auf einer Party im Bora-Bora die Möglichkeit, Christian Lerch und die Darsteller persönlich zu treffen.

ber/Waldkraiburger Nachrichten

Quelle: rosenheim24.de

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