Lerchenberg: War es das als Barnabas?

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Michael Lerchenberg als Bruder Barnabas

Nockherberg - Lerchenbergs Fastenpredigt zieht immer weitere Kreise. Guido Westerwelle meldete sich zu Wort:"Das geht zu weit." Heute ist deshalb Krisensitzung bei Paulaner!

Lerchenberg hat sich mit seiner Rede beim diesjährigen Nockherberg vielleicht ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt. War das sein letzter Auftritt als Bruder Barnabas?

Der Schauspieler verglich bei seiner Fastenrede die Politik von Guido Westerwelle und der FDP indirekt mit dem dritten Reich. Er meinte, das Guido Westerwelle, "alle Hartz-IV-Empfänger sammelt, in den leeren verblühten Landschaften zwischen Usedom und dem Riesengebirge, drumher ein großer Zaun." Damit nahm er Bezug auf die Konzentrationslager und das Einsperren der Juden. Er setzte noch einen drauf und stellte Guido Westerwelle als KZ-Aufseher da. "Zweimal am Tag gibt´s a Wassersupp´n und einen Kanten Brot...und überm schmiedeeisernen Ausgang, bewacht von jungliberalen Ichlingen im Gelbhemd steht: Leistung muss sich wieder Lohnen."

Mit diesen Aussagen ging er gleich mehrere Schritte zu weit. Am Donnerstag meldete sich Charlotte Knobloch, Zentralratsvorsitzende der Juden, zu Wort. “Scherze, die das Leid der Opfer in den Konzentrationslagern verharmlosen oder gar der Lächerlichkeit preisgeben, sind eine Schande für die ansonsten gelungene Veranstaltung." Sie meinte weiter, es sei ein "Ausrutscher unter der Gürtellinie" gewesen.

Dann folgte die Reaktion von Westerwelle auf die infamen Beleidigungen. Er ließ kurzerhand einen Brief an Paulaner-Chef Andreas Steinfatt aufsetzen.

Sehr geehrter Herr Steinfatt,

 

auch scharf kritisiert zu werden, gehört zu meinem Amt dazu. Mit einem KZ-Wächter verglichen zu werden, geht zu weit. Sie haben mich all die Jahre zum Salvator-Anstich eingeladen. Mehrfach habe ich gern teilgenommen. Für die Zukunft bitte ich, von Einladungen an meine Person abzusehen.

Mit freundlichen Grüßen

Guido Westerwelle

Aber nicht nur Lerchenbergs Nazivergleiche sorgten für Kritik. Er wetterte auch ordentlich gegen die Vorgehensweise der bayrischen Polizei. "Zwölf Minuten bis zum Eintreffen am Bahnsteig von Solln, zögerliche Ermittlungen im Fall des erschossenen Studenten Tenessee Eisenberg."

Daraufhin meldeten sich heute die Polizeigewerkschaften zu Wort: "Da hört sich der Spaß auf, Herr Lerchenberg."

Andreas Steinfatt zog unmittelbar nach den Beschwerden schon erste Konsequenzen. Er kündigte eine Krisensitzung für diesen Freitag an. Dort werde er alle Dinge zusammentragen und dann entscheiden, wie es weitergehe.

Auch der Bayerische Rundfunkt reagierte promt auf die Kritik an Barnabas. Für die Wiederholungssendung schnitten sie die umstrittenen Stellen einfach heraus. Unter anderem kam auch die Passage über den KZ-Vergleich unters Messer und wurde entfernt.

Mit so viel Kritik für seine Rede hat Michael Lerchenberg bestimmt nicht gerechnet. Und vielleicht war das auch sein letzter Auftritt als Bruder Barnabas.

Quelle: rosenheim24.de

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