Lenas lahme Lala-Lieder: Zuschauerschwund bei TV-Show

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Köln -  Nicht nur Lenas lahme Lala-Lieder stoßen auf Kritik: Auch dass "Unser Song für Deutschland" zur Dauerwerbesendung verkommt, stört viele. Die Zuschauerzahlen gingen in den Keller.

Stefan Raabs Show Unser Song für Deutschland verkommt zur einer einzigen Dauerwerbesendung: Für das neue Lena-Album, das passenderweise am Dienstag erschien, und für ein Auto mit „Lena-Lenkrad“. So war es keine Überraschung, dass am Montagabend nur noch maue 1,82 Millionen Menschen (Marktanteil: 5,5 Prozent, Vorwoche: 13,2 Prozent Marktanteil) den Vorentscheid für den Eurovision Song Contest am 14. Mai in Düsseldorf sehen wollten. Und daran war nicht nur die starke Konkurrenz durch den RTL-Zweiteiler Hindenburg schuld.

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Wie bereits bei der ersten Ausgabe fehlte der Show auch diesmal jede Spannung und Überraschung. Das Problem ist: Es gibt nichts zu kämpfen. Lena singt gegen Lena. Und die große musikalische Bandbreite besteht darin, dass versucht wird, von luftigem Mainstream über Elektropop bis hin zu Balladen jeden Musikgeschmack zu bedienen. Auffallend dabei ist: Es stehen zehn lahme Lala-Lieder zur Auswahl – und nur zwei Songs (What happened to me und Mama told me), die halbwegs einen Eurovision-Schmiss haben. Und die sind von wem? Aus der Feder von Lena und Stefan Raab. Auch wenn letztendlich das Fernsehvolk Lenas Beitrag für den Eurovision Song Contest aussucht; die Entscheidung wird dem Zuschauer wahrlich nicht schwer gemacht. Selbst von der Jury gab es Kritik an vielen Lena-Liedern, vor allem an Teenage Girls. Anke Engelkes Kommentar: „Ich fand den Text so beknackt. Boah, fand ich den blöd!“

Raab, der alle Songs mit ausgesucht hat, revanchierte sich mit dem Hinweis: „Das kann ich natürlich verstehen, dass Anke sich nicht mehr so gut in Teenage-Songs reinversetzen kann.“ Die 45-jährige Komikerin wirkte beleidigt. Raab bemerkte das und umarmte sie. Doch während er das tat, hielt Engelke hinter seinem Rücken den erhobenen Mittelfinger in die Kamera. Auch die Sängerin Joy Denalane zweifelte bei vielen Songs, ob diese für den Grand Prix geeignet seien.

Die Halbfinals der Dauerrede(-werbe)-Sendung sind jedenfalls überstanden. Am 18. Februar ist das TV-Publikum dann aufgerufen, aus sechs Songs das Lena-Lied zu ermitteln.

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Gute Platzierung ist drin

Während viele Zuschauer skeptisch sind, ob eine erneute Teilnahme von Lena beim diesjährigen Grand Prix mit Erfolg gekrönt sein wird, ist Stefan Raab überzeugt, dass „eine gute Platzierung drin ist“. „Ich bin immer sehr gut damit gefahren, auch erst mal gegen die Allgemeinmeinung ungewöhnliche Wege zu beschreiten“, sagte Raab am Montag in Köln. Mit Lena sei letztes Jahr eine „fantastische Künstlerin“ gefunden worden, mit der nun ein weiterer Schritt gegangen werde.

Sollte beim Finale des deutschen Vorentscheids am 18. Februar einer der beiden von Raab und Lena komponierten Songs das Rennen machen, könnte er nicht wie geplant, die Moderation des Grand Prix am 14. Mai übernehmen. Eine entsprechende Regel verbietet solche Doppelungen (tz berichtete). Raab selbst sieht dies allerdings gelassen: „Es ist eine Freu-Freu-Situation. Entweder freue ich mich darüber, dass ich die Veranstaltung moderieren kann, oder ich freue mich darüber, dass das Publikum einen Song von Lena und mir gewählt hat“, so Raab. Es gehe darum, ergebnisorientiert zu arbeiten. „Da spielt persönliche Eitelkeit nicht zwingend eine Rolle“, sagte Raab.

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