Kekse mit Kick

"Paulette": Irrwitzige französische Komödie

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Listige Witwe im Kampf gegen die Altersarmut: Bernadette Lafont spielt Paulette, die mit 80 Jahren ins Drogengeschäft einsteigt und natürlich Gefahr läuft, entdeckt zu werden.

München - Harter Rentneralltag und weiche Drogen: In der französischen Komödie „Paulette“ spielt Bernadette Lafonteine eine taffe 80-Jährige, die ins Drogengeschäft einsteigt.

In einer tristen Hochhaussiedlung am Stadtrand von Paris vegetiert die 80-jährige Paulette vor sich hin. Der Tod ihres Mannes und der Verlust ihrer Konditorei haben aus ihr eine bärbeißige, boshafte Rassistin gemacht. Als ihr ein Paket Marihuana in die Hände fällt, kommt sie auf die Idee, ihre karge Rente durch Drogengeschäfte aufzubessern: Sie backt Kekse mit Kick, die sich zu einem richtigen Renner entwickeln. Doch ihr florierender Haschisch-Handel ist den konkurrierenden Dealern ein Dorn im Auge. Und ihr Schwiegersohn, ein afrikanisch-stämmiger Polizist, steht kurz davor, ihr auf die Schliche zu kommen.

Als listige Witwe, die einen couragierten Kampf gegen die Altersarmut führt, glänzt die einstige Nouvelle-Vague-Heroine Bernadette Lafont („Ein schönes Mädchen wie ich“) – herzerfrischend, wie sich ihre Titelfigur von der griesgrämigen Giftspritze zur gütigen Großmama wandelt. Der Film ist ganz auf sie zugeschnitten: Carmen Maura („Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“) und Dominique Lavanant („Die Strandflitzer“), die Paulettes Freundinnen spielen, fungieren lediglich als Stichwortgeberinnen.

Regisseur Jérôme Enrico präsentiert eine hübsch amoralische Fabel: ein munteres Marihuana-Märchen, in dessen Mittelpunkt eine Hexe steht, die langsam zu einer liebevollen Oma wird. Enrico erzählt von hartem Rentneralltag und weichen Drogen, von Alleinsein, Arbeitslosigkeit und Ausländerhass – doch er verpackt seine Sozialkritik in eine knuffige Kiffer-Komödie: mal albern, mal absurd, mal abgedreht, meist amüsant. So bewegt sich sein zweiter Kinofilm irgendwo zwischen Ken Loach und den italienischen Sozialkomödien der Fünfzigerjahre – nicht die schlechteste Nachbarschaft!

von Marco Schmidt

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