28 Tage ohne Essen

Jenkes "geschmackloses" Magersucht-Experiment

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Der Schauspieler und Journalist Jenke von Wilmsdorff hat auf RTL seine eigene Doku-Reihe. In "Das Jenke-Experiment" geht er nicht nur an seine eigenen Grenzen sondern tastet sich auch empfindlich nah an die moralische Grenze heran.

Jenke von Wilmsdorff polarisiert. In seiner RTL-Dokureihe "Das Jenke-Experiment" geht er an seine Grenzen und "testet" alles, was ihm extrem erscheint. Sein Adrenalintrip führte ihn schon hinter Gitter und in den Drogenrausch. In der RTL-Sendung vom Montag wurde sein selbst erzwungener Anorexieversuch ausgestrahlt.

83 Kilogramm wog der 50-Jährige zu Beginn des Experiments, davon zwölf Kilogramm Körperfett. Sein Bauchumfang betrug 98 Zentimeter. Sein Fitnesszustand war, laut Arzt gut. Dann beginnt sein Selbstversuch. Jenke verzichtet dabei 28 Tage lang auf feste Nahrung, trinkt jeden Tag Wasser, zum Abendessen gibt es blanke Brühe.

Nach dem Pflaumenkuchen das schlechte Gewissen

Unter Beobachtung von Markus Wilken, ein auf Essstörungen spezialisierter Diplompsychologe, der das Experiment überwacht, verliert Jenke einige Kilos, freut sich darüber und findet sogar "Gefallen daran, ein leichtes Hungergefühl zu haben, dem aber nicht nachzugeben.", schreibt stern.de. "Ich habe nur ein Ziel: den Hunger zu besiegen", sagt er weiter, wie focus.de berichtet.

"Wiekann man das nur freiwillig tun?" Essstörungen sind Suchterkrankungen und keine Freizeitbeschäftigung, mein Lieber #jenke

— nicikiendl(@NKiendl) 26. September 2016

Nach zwei Wochen Nulldiät wiegt der Journalist bereits sechs Kilo weniger. "Er denkt, er hat seinen Körper unter Kontrolle - aber das hat er nicht", erklärt Diplompsychologe Wilken. Als er kurz vor Ende des Experiments "sündigt" und ein Stück Pflaumenkuchen verdrückt, hat er ein schlechtes Gewissen und geht sofort joggen, um das bisschen Kalorien gleich wieder loszuwerden, schildert n-tv.de.

Das große Erbrechen

Gegen Ende seines Selbstversuches stopft sich Jenke als erste richtige Mahlzeit nach vier Wochen eine Currywurst rein, die er kurz darauf wieder erbricht.

Auch als Übergewichtiger verkleidet er sich und geht mit seinem Fatsuit auf die Straße. Nachdem er in einer Drehtür steckenbleibt und von einem Passanten als "Fettsack" bezeichnet wird, bekennt der 50-Jährige, er habe sich diskriminiert gefühlt.

Voll realistisch.
Wenn man sich als Übergewichtiger verkleidet, weiß man natürlich, wie es ist, adipös zu sein. #jenke

— Bananarama(@lehoenie) 26. September 2016

Bei den Eltern einer Magersüchtigen sitzt er vor einem leeren Teller

Die bedenklichste Stelle in der Doku ist jedoch, als Jenke die Eltern einer Magersüchtigen zu Hause besucht. Die Tochter befindet sich nach jahrelangem Kampf gegen die Sucht in einer Klinik. Nach einem ernsten Gespräch über die Sorgen der Eltern um ihr krankes Kind sitzt Jenke bei den Eltern am gedeckten Tisch vor einem leeren Teller. Er " dürfe nichts essen", erklärt er den Eltern.

Sitzt bei einer "Ex" Magersüchtigen und hungert. Danke @RTLde #Jenke

— Sara. (@meerxsehen) 26. September 2016

Definitiv kritisch ist diese Doku-Reihe und vor allem das "Experiment" Magersucht zu sehen. Magersüchtige entscheiden sich nicht, wie Jenke, bewusst für die Essstörung. Adipositas, Anorexie und Bulimie sind ernstzunehmende Suchterkrankungen. Ein Selbstversuch, der in erster Linie für gute Einschaltquoten sorgen soll, hilft den, laut statista.com, 12.795 (Stand 2012) bekannten Fällen von an Essstörungen erkrankten Deutschen leider wenig.

amj

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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