"Jack Reacher": Humorattacken und harte Action

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Eiskalt und doch vornehm der eine, knallhart der andere: Werder Herzog (l.) und Tom Cruise in " Jack Reacher".

München - "Jack Reacher" mit Tom Cruise in der Hauptrolle ist ein unentschiedener Actionfilm mit einer originellen Idee: Werner Herzog als Bösewicht zu besetzen.

Nachdem er von der Polizei geschnappt wird, hat der mutmaßliche Mörder von fünf Menschen nur einen Wunsch: Er will mit Jack Reacher (Tom Cruise) sprechen, einem früheren Ermittler der US-Army. Den vermeintlichen Amokläufer und Killer umwabert ein düsteres Geheimnis – seinen Gesprächspartner Reacher aber noch mehr.

Regisseur Christopher McQuarrie müht sich anfangs redlich, das Auftauchen des einsamen Wolfes Jack Reacher mit einem sanft ironischen Unterton zu erzählen. Anders lässt sich diese längst zum Klischee erstarrte Rolle im modernen Kino auch kaum mehr mit Leben füllen. Und Tom Cruise versucht, diesem Tonfall gerecht zu werden: Actionheld zu sein, am besten noch möglichst wortkarg und mit entschlossen zusammengekniffenen Lippen, das liegt dem Schauspieler doch deutlich mehr als eine vor Sex und Drogen und Alkohol nur so dampfende Persiflage wie in „Rock of Ages“. So trägt Cruise auch keine Schuld, dass „Jack Reacher“ einen derart zwiespältigen Eindruck hinterlässt.

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Es hapert vielmehr an der Regie. Die Inszenierung pendelt unentschlossen zwischen Humorattacken aus heiterem Himmel und knallharter, bierernst gemeinter Action. McQuarrie kann mit der Buchvorlage von Lee Child nicht viel anfangen, und mit diesem aus der Zeit gefallenen Über-Macho Reacher im Zentrum der Handlung noch weniger. Der einzige wirklich originelle Einfall des gesamten Films ist die Besetzung des deutschen Regisseurs Werner Herzog als finstersten Bösewicht des Erdballs: eiswürfelkalt, vornehm zurückgenommen und mordsmäßig diabolisch. Klaus Kinski lässt grüßen.

Ulricke Frick

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