Mit Herzblut zu "Bergblut"

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Berchtesgaden - Es versprach ein besonderer Kinoabend zu werden, am Donnerstag im Kur-Kino Berchtesgaden, in einem bis auf den letzten Platz besetzten Kinossaal geladen mit Spannung, Erwartung und viel Herzblut.

Fast jeder hat schon einmal von Andreas Hofer gehört, dem Andreas Hofer aus Südtirol, dem Freiheitskämpfer. Vor allem die Südtiroler Kinder wachsen mit dieser Geschichte auf, die sie ihr Leben lang nicht loslässt. So auch Philipp J. Pamer.

Mit Anfang 20 kam der junge Südtiroler nach München an die Filmhochschule. Schon damals wusste er, mein Abschlussprojekt muss was ganz besonderes werden. Dass es so besonders werden würde, hatte er damals wohl selbst nicht geahnt. "Bergblut" wird von Festival zu Festival gereicht - China, Brasilien, San Francisco, Frankreich, und und und. Damit der Film in die Kinos kommt, wird sogar ein eigener Verleih (Summiteer Films GmbH) gegründet. Am Donnerstag war es soweit und als einziges Kino in Bayern zeigte das Kur-Kino Berchtesgaden den Film zur Primetime um 20.30 Uhr.

"Bergblut" - der Film

Eine alte Frau sitzt unter einem Baum, Strähnen ihrer weißen Haare, die zu einem Dutt gebunden sind, wehen im Wind. Sie versucht einen kleinen Marmelade-Topf zu öffnen, zittert, setzt das Messer ab und erinnert sich. Sie nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise, eine Reise zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Er findet sich mitten in Augsburg wieder, im Haus eines Arztes. Dort treffen Katharina, die wohlerzogene Arzttochter, und Franz, der Tyroler, aufeinander. Sie verlieben sich, sie heiraten. Als Katharina Franz erzählt, dass sie schwanger ist, platzen die beiden vor Glück. Doch auf dem Markt kommt es zum Streit mit einem napoleonischen Soldaten, der stösst Katharina weg, sie verliert ihr Kind und Franz schlägt den Mann nieder.

Dem jungen Paar bleibt nur die Flucht in Franz' Heimat Tyrol. Vom einem großen Stadthaus mit Dienstboten und anderem Komfort landet Katharina auf einem Bergbauernhof, in einem Land, das die Bayern verabscheut und auch sonst eigen ist. Für Franz will die Augsburgerin alles ertragen. Doch Andreas Hofer ruft zum Aufstand gegen Frankreich und die Bayern. Franz zieht in den Krieg und Katharina bleibt bei ihren Schwiegereltern und ihrem Schwager auf den Hof. Eine harte Zeit beginnt, in der die junge Bayerin viel über sich, die Tyroler und ihre Einstellungen lernen muss.

"Bergblut"-Premiere in Berchtesgaden

Ein Teil Südtirols

Natürlich ist der Film damit noch lange nicht vorbei, aber zu viel soll darüber nicht verraten werden, denn die Abschlussarbeit von Philipp J. Parmer ist sehenswert. Mit Herzblut erzählt der Südtiroler einen wichtigen Teil der Geschichte seiner Heimat. Bis heute ist in Südtirol dieser Drang zur Freiheit, zur Unabhänigkeit zu spüren. Er zog am Donnerstagabend auch die Zuschauer in ihren Bann. "Ganz toll", war danach aus dem Publikum zu hören, "beeindruckend" und noch viel mehr Lob gab es für den Regisseur und sein Team, die eigens bei der Premiere anwesend waren, um sich den Fragen der Besucher zu stellen.

"Wie finanziert man so ein Projekt", "wie lange hat es gedauert" und "wo haben Sie die authentischen Schauspieler her". Fragen, die der 25-jährige Regisseur mit einem Lächeln beantwortet. Die Freude über den Erfolg seines Films steht ihm ins Gesicht geschrieben. "Finanziert wurde der Film mit Unterstützung aus Bayern und Südtirol", erklärt er. "Ich habe fast ein Fünftel meines Lebens daran gearbeitet und obwohl Südtirol nicht groß ist, habe ich diese fantastischen Schauspieler gefunden."

Er spricht von Wolfgang Menardi (Franz), Verena Buratti (Anna Hofer), Martin Maria Abram (Gallus, Vater von Franz) und Anton Algrang (Hermann, Bruder von Franz) - sie alle haben am Donnerstagabend den Weg nach Berchtesgaden gefunden, um die Premiere ihres Films mitzuerleben. "Als ich das Drehbuch gelesen habe, sah ich Hollywood vor mir", erzählt der Hauptdarsteller. "Ich wußte das wird was ganz Großes."

Und auch wenn es lange gedauert hat, jetzt ist "Bergblut" in den bayerischen Kinos zu sehen. Ein Film über Liebe, Leben und Leidenschaft für ein Land, gemacht mit viel Herzblut, was das Publikum honorierte: "Ich finde es toll, dass der Film in Originaldialekt mit Untertitel gemacht ist. Das wirkt so authentisch", lobte eine Besucherin abschließend und die Südtiroler bedankten sich mit einem Apfel aus ihrer Heimat bei allen.

Christine Zigon

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © FR Entertainment

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