"Hart aber fair"

Sollen Wölfe in Deutschland abgeschossen werden?

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Frank Plasberg und seine Gäste am Montag, den 23.01.2017

Köln -  Bei "Hart aber fair" ging es am Montag um Wölfe und deutsche Urwälder. Wie viel Raum darf die Natur haben? Trotz scheinbar langweiliger Themen, eine spannende Diskussion.

Wolfsrudel und deutscher Wald - klingt nicht gerade spannend oder? Schon gar nicht für eine Talkshow. Die "Hart aber fair"-Ausgabe vom Montagabend schaffte es trotzdem spannend und unterhaltsam zu sein. Das Thema: "Mensch raus, Wolf rein – wie viel Naturschutz verträgt unser Land?". Aus Forst wird Urwald, der Wolf kehrt zurück - die Vision mächtiger Naturschützer. Aber ist in so einem Wald noch Platz für Menschen, Raum für Erholung? Auf diese Frage versuchte die Sendung Antworten zu finden.

Wie viel Urwald brauchen wir?

Los ging die Diskussion mit der Frage: Soll unser Wald Urwald oder Kulturlandschaft sein?

Für Franz Prinz zu Salm-Salm, Vorsitzender des Waldbesitzerverbands Sachsen-Anhalt, steht die Antwort fest: Der Wald muss bestellt werden. „Wir sind hier in der Verantwortung“, so der Prinz. Seiner Meinung nach müsste der Wald nachhaltig bestellt werden, um unseren Bedarf zu decken. Teile des Waldes in Urwald zu verwandeln hält er nicht für sinnvoll, wie die Welt seine Aussagen zusammen fasst.

Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes, ist natürlich völlig anderer Meinung: Er sagt, dass der Wald nicht zwingend auf den Menschen angewiesen sei. Er ist dafür, dass Urwälder weiter ausgebaut und erhalten werden.

Als Vermittlerin tritt, wie so oft, eine Politikerin auf. In diesem Fall: Bundesumwelt- und Bauministerin Barbara Hendricks von der SPD. Ihr Ziel, wie es in der Welt heißt: Fünf Prozent der deutschen Waldfläche sollen zu Urwald werden, derzeit sind es nur circa zwei Prozent. „Wir erwarten von Brasilien, dass sie den Urwald schützen, wollen das aber selbst nicht tun“, so die Ministerin. Ihrer Meinung nach ein nicht tragbarer Zustand.

Die Rückkehr des Wolfs

Nach dem Thema Wald kam das Thema Wolf dran. 46 Rudel mit rund 130 Tieren leben bereits wieder in deutschen Wäldern, schreibt die Welt. Die Probleme, die daraus folgen und immer wieder diskutiert werden: Der Wolf reißt Nutztiere und könnte auch für den Menschen gefährlich werden.

Wirtschaftsjournalisten Roland Tichy macht sich Sorgen: „Wer kann die Verantwortung übernehmen, wenn auch Menschen betroffen sein werden? Diese Verantwortung will ich nicht tragen müssen." Einige Minister fordern deshalb eine Obergrenze für den Wolf und die Freigabe zum Abschuss, wie der Münchner Merkur berichtet. Hendricks ist da anderer Meinung: Sie will keine Obergrenze. Der Wolf ist ihrer Meinung nach eine zu schützende Art, und man könne dankbar sein, dass er jetzt zurückkehre.

Ticky bleibt jedoch bei seiner Meinung. Er fordert: "Problemwölfe muss man sofort schießen.“

ali

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