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Freche Gaunerballade

Harms: Der Millionen-Coup

München - Nach 16 Jahren kommt Harms aus dem Gefängnis. Er trifft seine Freunde wieder, mit denen ihn das Schicksal zusammengeschweißt hat - und plant gleich den nächsten Coup.

Nikolai Müllerschön ist seit über 30 Jahren im Geschäft, und das sehr gut. Der gebürtige Stuttgarter hat etwas Kino und vor allem jede Menge Fernsehproduktionen gedreht. Darunter befanden sich neben einigen Serien immer wieder beachtliche Einzelstücke wie „Der Erlkönig“.

Jetzt aber legt der Regisseur mit seinem Kinofilm „Harms“ einen beachtlichen Genrefilm vor. Ein hochtouriger Thriller, frisch, frech, authentisch, gewagt und originell, als hätte sich Müllerschön gestern erst mit dem Kopf voller ungewöhnlicher Ideen von der Filmhochschule verabschiedet. Auch in der Optik ist „Harms“ so eigenständig und innovativ, dass man die TV-Meriten des längst arrivierten Regisseurs kaum glauben mag.

Lange 16 Jahre hat Harms (Heiner Lauterbach) im Knast verbracht. Weil er sein Wort gehalten hat. Weil Männer wie er eben noch einen Ehrenkodex besitzen. Jetzt ist er wieder draußen. Prompt lockt der nächste große Coup. 100 Millionen Euro soll es geben bei einem Einbruch in die Bundesbank. Doch der alte Hase Harms hat zu Recht Bedenken.

Der klassische Gangsterfilm fristet im deutschen Kino ein klägliches Nischendasein, gelegentlich reanimiert von Regisseuren wie Thomas Arslan („Im Schatten“) oder Detlev Buck („Knallhart“). Müllerschön hat „Harms“ irgendwo zwischen derber Gaunerballade und clever konstruiertem Film Noir angesiedelt. Das ist spannend, absolut sehenswert und noch dazu hervorragend gespielt.

(In München: Mathäser.)

Von Ulrike Frick

Rubriklistenbild: © Kinostar

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