"Gottschalk Live": Ist Thommys Show noch zu retten?

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Gottschalk mit seinem jungen Studiopublikum

Berlin - Lebenszeichen aus der “Todeszone“: Mit neuem Konzept und Studio-Design kämpft Entertainer Thomas Gottschalk gegen den drohenden Niedergang seiner Show im ARD-Vorabendprogramm.

Der 61-Jährige präsentierte “Gottschalk Live“ am Montag erstmals in einem fertig umgebauten Aufnahmeraum: Das gemütliche Wohnzimmer-Flair ist verschwunden, jetzt dominiert funktionales Fernsehstudio-Design ohne viel Tamtam.

Auch Gottschalk selbst zeigte sich aufgeräumt und ziemlich konzentriert: Bis auf eine Schusselei mit seinen Stichwort-Karten leistete sich der selbst ernannte “Titan“ des deutschen Fernsehens diesmal keinen Fauxpas. Er ließ seine Gäste sogar ausreden und sprach niemanden mit dem falschen Vornamen an. Die wichtigste Neuerung - Gottschalk talkt neuerdings vor stimmungsaufhellendem Studiopublikum - war ja schon vor acht Tagen eingeführt worden.

Das ist das neue Studio von Gottschalk Live

Das ist das neue Studio von "Gottschalk Live"

Nein, der “Thommy“ war gut in Form und brachte die rund 100 Studio-Gäste schon beim Warm-Up auf seine Seite. Manche sähen seine Sendung ja im Moment in einer ähnlichen Lage wie die Märkte der insolventen Schlecker-Drogeriekette, bemerkte er - so nach dem Motto “Gibt's die überhaupt noch?“ Aber: “Noch geht's uns sehr gut“, betonte Gottschalk.

So war direkt Leben in der Bude, die noch nach frischer Farbe roch - und “nach Ikea“, wie einer im Publikum meinte. Als Studiogäste begrüßte Gottschalk dann den Linke-Politiker Gregor Gysi sowie Sänger und Echo-Preisträger Tim Bendzko (“Nur noch kurz die Welt retten“). Eigentlich sollte Bud Spencer kommen, aber nach der Saarland-Wahl war Gysi spontan bereit zur aktuellen Analyse. Und weil dieses “hoch intellektuelle Programm“ (Gottschalk) trotzdem kurzweilig blieb, hörte das doch sehr junge Studiopublikum sogar artig zu.

Junge Zuschauer irritieren Gottschalk

Überhaupt irritierte das Alter seiner Zuschauer Gottschalk ein wenig: Auf den gepolsterten Bänken saßen nur junge Leute, die meisten keine 30 Jahre alt. Das sei ja “handverlesenes RTL-II-Publikum“ und verfälsche ja doch ein wenig das Bild der Zielgruppe, meinte Gottschalk - und erntete dafür ein etwas böses Raunen.

Mit 4,34 Millionen Fernsehzuschauern hatte “Gottschalk Live“ vor zwei Monaten begonnen. Danach schwand das Publikumsinteresse rasant - manche Ausgabe bleibt mittlerweile unter der Millionengrenze. Gibt es bei der TV-Quote in den nächsten Wochen keinen deutlichen Aufwärtstrend, droht “Gottschalk Live“ die Absetzung. Schon wird bei der ARD über andere Formate mit dem Entertainer nachgedacht, die mit “Wetten, dass...?“ vergleichbar sind.

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Die Schonfrist ist also vorbei oder - wie man bei der FDP sagen würde - jetzt muss Gottschalk liefern. Sein Auftritt am Montag war ein Anfang, zumindest beim Studio-Publikum kam die Sendung prima an. Entscheidend in der “Todeszone“ Vorabendprogramm bleibt aber die Quote. Ob die sich wegen der paar Pinselstriche im Studio dauerhaft ändert, ist fraglich.

dpa

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