RTL-Reporter als Kiffer

Extrem-Experiment: Jenke im Drogenrausch

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Jenke von Wilmsdorff unterzieht sich regelmäßig extremen Selbstexperimenten.

Berlin - Jenke von Wilmsdorff ist der Mann für spezielle Einsätze. Der RTL-Reporter setzt seinen ganzen Körper ein, um sich für seinen Sender Selbstexperimenten zu unterziehen - zum Beispiel als Kiffer.

Jenke von Wilmsdorff zieht an seiner wohlgeformten Haschisch-Zigarette und beginnt sofort zu husten - ein irrsinniges Kratzen im Hals spürt er, bloß noch keine Wirkung. Dann nimmt er einen tiefen Zug aus Marihuana-Dampf und wird sofort komisch. „Ich kann k-kaum sp-sprechen“, stottert er seinem Kameramann entgegen, grinst und lacht lauthals auf. Der 48-Jährige, fünf Tage lang auf Drogen-Selbstversuch im holländischen Haarlem, kriegt sich kaum wieder ein. Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei, bevor ihn eine „bleierne Müdigkeit“ übermannt.

Die erste von vier neuen Filmen der RTL-Reihe „Das Jenke-Experiment“ beschäftigt sich an diesem Montag (21.15 Uhr) mit dem Thema Drogen und ihrer Wirkung. Wilmsdorff, der für RTL schon die Folgen des Alkoholmissbrauchs, das Leben als Obdachloser und die Probleme des Altwerdens in seiner Testreihe illustrierte, konzentriert sich im wesentlichen auf die Wirkung von Marihuana und Haschisch - beides wird aus der Cannabis-Pflanze gewonnen. Obwohl der Erwerb und der Besitz in Deutschland verboten sind, wird die Zahl der Kiffer auf vier Millionen geschätzt, wie von Wilmsdorff in seiner Reportage berichtet.

Der RTL-Reporter kifft und kichert in seinem Film nicht nur vor sich hin, er spricht auch mit Experten. Der Facharzt für Psychiatrie, Ralph Marggraf aus Viersen, warnt zum Beispiel vor der psychischen Abhängigkeit, die Cannabis-Produkte erzielen. Die körperlichen Folgen seien zwar weniger gravierend, doch Marggraf wendet sich aus medizinischer Sicht strikt gegen eine Freigabe. Dennoch gibt es nach Aussagen von Ärzten schon sechs oder acht Jahre alte Kinder, die am Joint ihrer Eltern mitziehen dürfen. Interviewt wird auch ein Suchtpatient und ein 43-Jähriger, der auf Cannabis angewiesen ist, weil es seine Tourette- und ADHS-Erkrankung lindert.

Warum werden eigentlich nicht Alkohol und Tabak verboten?, fragt von Wilmsdorff die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler. „Weil es allgemeiner Konsens auch auf Weltebene ist, dieses nicht als Suchtmittel einzustufen“, bekommt der RTL-Mann als Antwort. „Alkohol ist zwar ein legales Suchtmittel, hier versuche ich, als Drogen- und Suchtbeauftragte auch massiv auf die Bremse zu treten.“

Vor allem Kinder und Jugendliche werden in ihrer von der Cannabis-Droge beeinträchtigt, weil sie sich noch in der Entwicklung befinden und ihr Gehirn noch nicht voll ausgebildet ist - auch dies lässt sich von Wilmsdorff ganz korrekt in seinem Bericht bestätigen. Zwischendurch sieht der Zuschauer den RTL-Reporter immer wieder in seinem holländischen Quartier an Hasch-Zigaretten ziehen. Von Wilmsdorffs Sohn Janik, zu Besuch in Holland, macht sich über den Vater lustig: „Du liegst nur rum, Du frisst und Du schläfst.“

Warum macht Jenke von Wilmsdorff solche Experimente? Reicht es nicht, einfach über soziale Phänomene und Probleme zu berichten? „Es genügt mir nicht, danebenzustehen, sondern ich muss in das Thema abtauchen“, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung des Films in Berlin. „Ich muss immer den einen Schritt weiter machen, um die Grenzen zu überschreiten.“ In der neuen Staffel setzt sich von Wilmsdorff ferner für einige Tage in einen Rollstuhl, lebt zeitweise als Blinder und zieht für kurze Zeit bei einem Sterbehospiz ein.

dpa

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