Geldnot: „Tatort“ wird zum Kammerspiel

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Der "Tatort" muss sparen

Berlin - Weniger Geld, weniger Drehtage, weniger Stunts: Der Kostendruck bei den Öffentlich-Rechtlichen hat laut einer Untersuchung spürbare Auswirkungen auf den ARD-Klassiker „Tatort“.

Wie die „Produzentenstudie 2012“ beschreibt, standen vor zehn Jahren für eine Folge der Krimireihe im Schnitt noch 1,43 Millionen Euro bereit, heute liegt das Budget bei rund 1,27 Millionen Euro. Zwar ließen sich einige Kosten durch Digitaltechnik reduzieren. Auch aufwendige Stunt-Szenen seien seltener geworden, eine Folge werde nicht mehr in 28, sondern nur noch in 22 Tagen gedreht. „Die Geschichten werden immer mehr zu Kammerspielen, weil an allen Enden und Geld fehlt“, zitiert die Studie langjährige „Tatort“-Autoren.

Wegen schrumpfende Etats und sinkender Preise pro Sendeminute stehen die deutschen TV- und Filmproduzenten unter erheblichem finanziellen Druck, heißt es weiter in der Untersuchung im Auftrag der Landesmedienanstalten und der Filmförderungsanstalt (FFA). Mehr als die Hälfte der 1700 Produzenten bewegten sich demnach im Bereich „kritischer“ Gewinnmargen von unter fünf Prozent.

Besonders groß sei die Abhängigkeit der TV-Produzenten von den öffentlich-rechtlichen Sendern: Fast zwei Drittel (62 Prozent) des Umsatzvolumens stammten von ARD und ZDF, wie einer der Autoren der Studie, Oliver Castendyk (Hamburg Media School), der Nachrichtenagentur dpa sagte. Gleichzeitig werde der Markt konzentrierter: Nur rund ein Prozent der Unternehmen erwirtschaftet fast die Hälfte des Branchenumsatzes von 2,43 Milliarden Euro.

Rangliste: Die beliebtesten "Tatort"-Kommissare

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Im Vergleich zu den Personalkosten hätten die Sender überproportional am Programm gespart, der Kostendruck werde in der Regel an die Produzenten weitergegeben, sagte Castendyk, der zusammen mit dem Medienberater Klaus Goldhammer den Bericht verfasste.

Besser als im Fernsehen ist die Lage im Kino. Bei Filmen werden im Durchschnitt 40 Prozent der Produktionskosten von der Filmförderung gedeckt. Aber auch hier ist das Engagement der Sender geringer geworden. Ihr Anteil am Gesamtproduktionsumsatz liegt nur noch bei zwölf Prozent. In Frankreich tragen die Sender weitaus stärker zur Finanzierung von Kinofilmen bei. „Der Blick nach Frankreich macht viele Produzenten neidisch“, heißt es in der Untersuchung. Der Erfolg könnte den Franzosen recht geben: Der Marktanteil heimischer Produktionen sei im Nachbarland doppelt so hoch wie in Deutschland.

dpa

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