Slow Food in Slow Motion

Filmkritik zu „Noma“

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Sternekoch René Redzepi

In Gastronomie-Küchen herrscht ein rauer Ton. Wo Menüs für mehr als zwei Esser entstehen sollen, sind Koordination und Präzision alles. Das sollte man bei Pierre Deschamps Dokumentarfilm bedenken.

Andernfalls wird einem der Mann, den der Regisseur darin begleitet, zunehmend unsympathisch. René Redzepi heißt der Vielgelobte, den ein Weggefährte mit Mozart vergleicht. Redzepi sei ein kulinarisches Wunderkind. Tatsächlich hat der in Mazedonien geborene und als Bub nach Dänemark emigrierte Koch Außergewöhnliches geschaffen: das Restaurant „Noma“. Verwendet wird dort nur, was die Natur im Norden wachsen lässt.

In Slow Motion zelebriert Deschamps das Slow Food. Leider huldigt er dem Einwanderer, dem oft Hass entgegenschlug, allzu sehr. Sakrale Musik, pathetische Worte von Redzepi aus dem Off. Menschen, die bedeutungsschwanger betonen: „Dieser Mann hat mein Leben verändert.“ Dieser Mann behauptet zwar cool, dass er sich aus Ehrungen nichts macht – dass das so recht nicht stimmt, zeigt sich, als er nicht erneut den Titel „Bestes Restaurant der Welt“ gewinnt. Harsch geht er mit seinen Mitarbeitern ins Gericht. Weil er ein Mann ist, dessen größter Antrieb nicht darin liegt, „die Welt durch Speisen zu verändern“ – sondern darin, jenen, die ihn schmähten, zu beweisen, dass er der Größte ist.

kjk

„Noma“

Regie: Pierre Deschamps

Laufzeit: 99 Minuten

Annehmbar (((;;

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Siegute Küchemögen.

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