Film zeigt das bewegte Liebeskarussell der Künstlerin

„Paula“: Weichgezeichnet

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Die Malerei bleibt Nebensache in Christian Schwochows Film über Paula Modersohn-Becker (Carla Juri) – ganz anders als im Leben der Künstlerin.

Nur „Paula“, sonst nichts. Der Vorname allein soll Nähe stiften, soll dem Zuschauer diese Frau schon ganz dicht heranbringen und das Leben der Malerin Paula Modersohn-Becker (1876-1907) in die Gegenwart holen.

Die Drehbuchautoren Stefan Kolditz und Stephan Suschke haben sich spürbar bemüht, der Biografie der ungewöhnlichen Künstlerin Schlüsselmomente abzuringen, die auch für ein heutiges Publikum spannend sein könnten: die mahnend-mächtige Vaterfigur, die schwierige Ehe mit dem Landschaftsmaler Otto Modersohn, die Selbstverwirklichung und Emanzipation angesichts eines extrem männlich dominierten Umfelds, ein uneheliches Kind und dann noch die nach wie vor aktuelle Frage der Vereinbarkeit von Arbeit und Mutterschaft.

Es steckt viel drin in diesem Drehbuch, und Regisseur Christian Schwochow findet für die entsprechenden Situationen und Stimmungen stets gemäldeschöne Bilder, ein wenig zu weichgezeichnet gelegentlich. Mit viel Energie und einem lebenslustigen Lächeln auf den Lippen lässt er seine Titelheldin, gespielt von Carla Juri („Feuchtgebiete“), immer wieder energischen Schritts über die Felder rund um die Künstlerkolonie Worpswede stapfen.

Doch insgesamt bleibt die Malerei, die eigentliche Berufung Paulas, der Dreh- und Angelpunkt ihres kurzen Daseins, in diesem Film nur Randerscheinung – eine dekorative Komplikation in Modersohn-Beckers bewegtem Liebeskarussell. Von der künstlerischen wie auch gesellschaftlichen Radikalität dieser bemerkenswerten Frau spürt man wenig. Hinter den ausschließlich als pittoreske Staffage eingesetzten Leinwänden, Paletten und Staffeleien verbirgt sich eine eher simple Beziehungsgeschichte.

Ulrike Frick

„Paula“

mit Carla Juri, Roxane Duran Regie: Christian Schwochow Laufzeit: 123 Minuten

Annehmbar (((;;

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Lou Andreas-Salomé“ und „Marie Curie“ mochten.

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