„Perfect Life“ ähnelt zwei Liedern

ESC 2017: Plagiats-Vorwürfe gegen Levinas Song

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Die Sängerin Isabella 'Levina' Lueen beim Vorentscheid für den Eurovision Songcontest 2017.

Unna - Ist der deutsche ESC-Beitrag von Levina ein Plagiat? Es gibt gleich mehrere Vorwürfe. Dabei geht es nicht nur um  eventuelle Parallelen zu „Titanium“ von David Guetta feat. Sia. 

Update vom 13. Mai 2017: Wer gewinnt den Eurovision Song Contest in Kiew? Und wie schneidet die deutsche Kandidatin Levina ab? Alle Informationen finden Sie im Live-Ticker zum ESC 2017.

Seit dem Vorentscheid am 9. Februar 2017 ist es amtlich: Die Sängerin Levina wird Deutschland beim Eurovision Song Contest am 13. Mai 2017 mit dem Song „Perfect Life“ vertreten. Doch Plagiatsvorwürfe, die sich aktuell um Levinas Hit ranken, werfen schon jetzt alles andere als ein gutes Licht auf die deutsche Beteiligung in Kiew. Wie Sie den Eurovision Song Contest live im TV und Live-Stream sehen, können Sie übrigens hier nachlesen. Auf tz.de erfahren Sie außerdem, ob Sie aus Deutschland für Levina abstimmen können oder nicht. 

Denn bereits vor einigen Wochen kritisierten Musikexperten das von den Zuschauern gewählte Lied dafür, dass es unüberhörbar an einen Hit erinnere, der im Radio bereits rauf- und runtergelaufen war und sich damit als unentwegter Ohrwurm in den Köpfen festgesetzt hatte: „Titanium“ von David Guetta und Sia. 

Als wäre dem nicht genug, wurden noch neue Plagiats-Diskussionen laut. Angestoßen haben sie die Macher des Films „Young and Wild“, der seit 2014 draußen ist und bei dem Felix Maxim Eller aus Unna Regie geführt hat. Die serbische Musikerin und Komponistin Aleksandra Kovač hat den Titelsong beigesteuert und via Facebook ebenfalls auf die Ähnlichkeit hingewiesen.

ESC-2017-Song „Perfect Life“ von Levina ähnelt „Young and Wild“

Für die bislang noch relativ unbekannte Künstlerin Isabella „Levina“ Lueen ist es besonders bitter, dass es gleich zu Beginn ihrer vielversprechenden ESC-Karriere derartige Querelen gibt.

Doch bei allem Mitleid für die 26-jährige Studentin ist es nicht völlig von der Hand zu weisen, dass ihr Song vor allem im Refrain frappierende melodische Ähnlichkeiten mit dem Lied „Young and Wild“ aufweist. 

Davon zeugte auch ein ungewöhnlicher Zusammenschnitt der beiden Stücke, der bis vor kurzem auf der Videoplattform YouTube kursierte. Dabei sei dem Onlineportal hawr-digital.de zufolge kaum ein merklicher Unterschied zwischen den Übergängen der beiden Stücke auszumachen gewesen.   

Besagtes Nachrichtenportal aus NRW meldete sich bei Levinas Musiklabel Sony Music, das wiederum mit Lindy Robbins, einer der Komponistinnen von Levinas  „Perfect Life“, gesprochen habe. Robbins habe demnach die Plagiats-Vorwürfe vehement von sich gewiesen und zudem mehrfach darauf hingewiesen, dass ihre Komposition älter sei als der Film. Sie habe also schon rein rechnerisch nichts plagiieren können.

Streit um Levinas ESC-Song: Experten sind gespalten

Trotzdem kümmerte sich Sony eilends darum, den auf YouTube veröffentlichten Song-Zusammenschnitt so schnell wie möglich sperren zu lassen. Offenbar aus Urheberrechtsgründen.

Eller und Kovač dürften sich nun fragten: Dienten sie den Komponisten des deutschen ESC-Songs, in dem Levina das perfekte Leben besingt, als Inspiration? Und könnte es sich hierbei nicht doch nur um einen Zufall handeln?

Die Expertenmeinungen zu diesem Thema sind gespalten. Eine Ähnlichkeit hört so mancher. „Die Hookline im Refrain ist praktisch identisch, zwar in eine andere Tonart übertragen, aber mit gleicher Melodiefolge“, erklärte ein anonymer Rockmusiker gegenüber hawr-digital.de und fügte an, dass „Perfect Life“ insgesamt nicht unbedingt als musikalisches Meisterwerk einzustufen sei: „Man kommt schnell auf so etwas, wenn man am Klavier sitzt und vor sich hin klimpert.“

Hier nochmal der direkte Vergleich der beiden Songs. Entscheiden Sie selbst, wie ähnlich die beiden klingen:

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