Eine Kommissarin für den „Mordshaushalt“: Neue Krimiserie

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„München 7“: Monika Gruber und Christine Neubauer (2. v. r.) spielen neben Andreas Giebel (r.) und Florian Karlheim.

München - Ab Oktober will die ARD ihr Vorabend-Programm mit spritzigen regionalen Krimireihen aufpeppen – und investiert weiter kräftig. Der SWR will nun eine Serie aus Schwaben beisteuern. Und in München arbeiten renommierte Filmproduzenten an einer dritten oberbayerischen Reihe.

Nach Informationen des Münchner Merkur entwickeln die oscarprämierten Filmproduzenten Max Wiedemann und Quirin Berg („Das Leben der Anderen“) eine neue Krimireihe im Auftrag der „Gemeinschaftsredaktion Vorabend“ der ARD. Vergangene Woche fand in München ein entsprechendes Casting statt, gesucht wurde eine Hauptdarstellerin, die auch Bairisch sprechen kann. Die Serie läuft unter dem Arbeitstitel „Mordshaushalt“ und soll im Voralpenland spielen. Aus informierten Kreisen ist zu vernehmen, dass die Reihe sich um eine alleinerziehende Kommissarin drehen soll.

Die Produktionsgesellschaft selbst möchte sich zu dem Thema nicht äußern, die ARD bestätigt derweil die Kontakte zu Wiedemann und Berg. „Der Vorschlag hat bereits eine entscheidende Hürde übersprungen“, sagte ein Sprecher der Programmdirektion auf Anfrage: „Er wurde von der Redaktion als erfolgversprechend bewertet.“

Würde die Serie tatsächlich produziert, so wäre „Mordshaushalt“ bereits die dritte oberbayerische Serie im neu gestalteten ARD-Vorabendprogramm. Wie berichtet, sollen die ersten Folgen von Franz Xaver Bogners „München 7“ und von Oliver Mielkes „Hubert und Staller“ schon in diesem Herbst zu sehen sein.

Los geht es am 24. Oktober, dann will das Erste täglich um 18.50 Uhr eine regionale Krimiserie mit humoristischem Einschlag zeigen. Den Anfang macht das bereits bekannte „Großstadtrevier“. Fertige Folgen gibt es auch von den Neuentwicklungen „Nordisch herb“, „Henker und Richter“ sowie, eben, von „Hubert und Staller“ und „München 7“.

Wie der SWR gestern bestätigte, soll auch der Südwesten Schauplatz einer neuen ARD-Vorabendserie werden. Die neue Produktion trägt den Arbeitstitel „Fuchs und Gans“ und ist zunächst auf 16 Folgen angelegt. „Wir hoffen sehr, dass es mehrere Staffeln geben wird“, sagte SWR-Filmchefin Christine Strobl. Gedreht wird in der Gegend um Bad Urach (Kreis Reutlingen) am Fuße der Schwäbischen Alb. Drehstart ist am 6. September. Ausgestrahlt wird die Serie voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2012.

Die „Tatort“-Autoren Stefan Cantz und Jan Hinter, die sich vor allem mit ihren Drehbüchern für das Münsteraner „Tatort“-Team einen Namen gemacht haben, schreiben Geschichten rund um einen pensionierten Kommissar und eine junge Journalistin. Die beiden sollen auf amüsante Weise auch auf Verbrecherjagd gehen. Die Hauptrollen spielen Mira Bartuschek und Peter Bongartz. Zuletzt war vor sieben Jahren die Serie „Sternenfänger“ vom Bodensee als SWR-Produktion vor 20 Uhr zu sehen.

Der Vorabend gilt seit vielen Jahren als die größte Baustelle im ARD-Programm. In der Vergangenheit sind regelmäßig neue Formate an dem Sendeplatz gescheitert, etwa die Stylingshow „Bruce“ mit Bruce Darnell. Im Juni wurde die langjährige Soap „Marienhof“ nach 4053 Folgen abgesetzt. Mit den neuen Krimiserien will die ARD „Quoten im sicheren zweistelligen Bereich erzielen“, sagte jüngst der ARD-Marketingchef Dietmar Pretzsch. Man wolle sich an den Quoten-Hits „Tatort“ und dem guten alten „Großstadtrevier“ orientieren, deren Mischung aus Spannung, Humor und Lokalkolorit gut bei den Zuschauern ankomme.

Thierry Backes

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